Employer’s duty to pay contributions, interest, and connection costs

S 90 467Übriges Gericht29.09.1991

Zusammenfassung

The claimant substitute pension fund sought payment from an employer who had to be compulsorily affiliated retroactively from 1 February 1986. The excerpt confirms that the affiliation order became final and that the fund’s account statement supported claims for contributions, default interest, and connection costs. The court further states that, in compulsory affiliation cases, Art. 12 BVG together with Arts. 2 and 3 VAE obliges the employer to reimburse the fund from the date it should have been affiliated, and that Art. 105(3) OR bars interest on default interest.

Regest

Art. 12 BVG; Arts. 2 and 3 VAE; Art. 105 Abs. 3 OR; statutory duty to reimburse contributions, default interest and connection costs in compulsory affiliation cases; no compound interest on arrears interest. In cases of mandatory affiliation to the substitute pension fund, the employer owes the institution the total amount of the retirement credits and risk contributions together with default interest and connection costs from the time when affiliation should have existed. This constitutes an independent public-law default-interest obligation arising ex lege. The court applies the relevant rule ex officio and is not limited by the parties’ legal arguments. The interest rate may be subject to party autonomy within the statutory framework, but no interest may be charged on default interest itself (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

Aus den Erwägungen:

    • a) Es ist unbestritten, dass der Beklagte rückwirkend ab 1. Februar 1986 zwangsweise an die Stiftung Auffangeinrichtung BVG angeschlossen werden musste. Die entsprechende Anschlussverfügung mit Datum vom 29. Januar 1990 wurde dem Beklagten ordnungsgemäss eröffnet. Sie blieb unangefochten und ist daher in Rechtskraft erwachsen. Die Kosten dieses Zwangsanschlusses beliefen sich auf Fr. 260.-.

b) Aus dem von der Klägerin zu den Akten gegebenen Kontoauszug aus dem Beitrags-Kontokorrent ergibt sich, dass der Beklagte für die Jahre 1986 und 1987 Fr.... zu bezahlen hat. Der Gesamtbetrag beläuft sich demnach auf Fr. 15 717.45. Hinzu kommen Zinsen von Fr. 3537.20. Dass diese Forderungspositionen unzutreffend wären, macht der Beklagte nicht geltend.

Es ist jedoch zu beachten, dass der Richter den massgeblichen Rechtssatz von Amtes wegen anwendet. Er prüft die Klage grundsätzlich im Lichte des gesamten Rechts und nicht nur unter Berücksichtigung der geltend gemachten Beschwerdegründe (Basler Juristische Mitteilungen 1989 S. 11). Gemäss Art. 12 BVG in Verbindung mit Art. 2 und 3 der Verordnung über die Ansprüche der Auffangeinrichtung der beruflichen Vorsorge (VAE) hat der Arbeitgeber bei Anschlüssen des Arbeitgebers von Gesetzes wegen (also nicht bei freiwilligem Anschluss) im Prinzip der Auffangeinrichtung die Gesamtsumme der Altersgutschriften und Risikobeiträge samt Verzugszins und Anschlusskosten zu vergüten, von dem Zeitpunkt an gerechnet, seit welchem er einer Vorsorgeeinrichtung hätte angehören sollen (Botschaft des Bundesrates zum BVG vom 19. 12. 1975, in: BBl 1976 I 225; BVG-Fibel, Schweizerische Vereinigung Privater Lebensversicherer [VPL], 1991, S. 44). Demnach enthält dieser Artikel eine eigenständige öffentlich-rechtliche Verzugszinsregelung und lässt die Verpflichtung zur Entrichtung von Verzugszinsen von Gesetzes wegen entstehen. Betreffend Verzugszins unterliegt der Zinssatz beim Prämienverzug der Dispositionsbefugnis der Parteien (Art. 3 Abs. 2 VAE in Verbindung mit Art. 12 Abs. 2 BVG). Wird die Zahlung befristet, so ist hierin in der Regel eine Stundungsofferte zu erblicken (Gauch/Schluep, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Bd. II, 4. Aufl., N 1732, S. 133). Gemäss Art. 105 Abs. 3 OR dürfen von Verzugszinsen keine Verzugszinse berechnet werden.

Schlagwörter

social insuranceoccupational pensionmandatory affiliationdefault interestcompound interestcontribution debtconnection costs