Suspensive effect denied for foreign licence disqualification

RRE Nr. 1541Übriges Gericht08.07.1996Dismissed

Zusammenfassung

The text states that the grant of suspensive effect requires a balancing of public and private interests. In the field of traffic licensing, measures equivalent to a security-related withdrawal are generally to be enforced immediately because they protect road safety and the public. A disqualification of a foreign driving licence due to failure of a control drive under Art. 24a(2) VZV is treated like a security-related withdrawal under Arts. 30 and 45(1) VZV, so suspensive effect is ordinarily refused.

Regest

Art. 24a Abs. 2, Art. 30 and Art. 45 Abs. 1 VZV; suspensive effect for disqualification of a foreign driving licence after failure of a control drive: the grant of suspensive effect depends on a balancing of public and private interests. For security-related withdrawals, public interests in road safety and the protection of life, bodily integrity and health generally prevail; such measures are normally immediately enforceable. The disqualification of a foreign driving licence for failure of a control drive is equivalent to a security-related withdrawal and is therefore, as a rule, not entitled to suspensive effect (consid. general principle).

Gesamter Gesetzestext

Der Entscheid über die Gewährung oder Verweigerung der aufschiebenden Wirkung bedingt im allgemeinen die Abwägung öffentlicher Interessen des Gemeinwesens und privater Interessen. Als öffentliche Interessen fallen insbesondere ernstliche Gefährdungen von polizeilichen Schutzgütern (Leben, Leib, Gesundheit) in Betracht, aber auch andere Gesichtspunkte. So gesehen ist die aufschiebende Wirkung für den Warnungsentzug des Führerausweises grundsätzlich angebracht, nicht dagegen für den Sicherungsentzug (vgl. Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 244). Die Aberkennung eines ausländischen Führerausweises wegen Nichtbestehens einer Kontrollfahrt gestützt auf Art. 24a Abs. 2 der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr vom 27. Oktober 1976 (VZV) kommt einem Sicherungsentzug gleich (Art. 30 sowie Art. 45 Abs. 1 VZV), weshalb dieselben Kriterien und Überlegungen wie beim Sicherungsentzug anzuwenden sind. Gemäss Art. 30 Abs. 1 VZV besteht der Sinn und Zweck der Sicherungsentzüge darin, unfähige und ungeeignete Führer aus Gründen der allgemeinen Verkehrssicherheit und zu ihrem eigenen Schutze vom öffentlichen Strassenverkehr fernzuhalten. Sie werden dann verfügt, wenn der Führer aus medizinischen oder charakterlichen Gründen, wegen Trunksucht oder anderer Süchte oder wegen einer anderen Unfähigkeit zum Führen von Motorfahrzeugen nicht geeignet ist. Sicherungsentzüge bezwecken somit den Schutz der Öffentlichkeit und sind daher in der Regel sofort zu vollstrecken. Aus Gründen der Verkehrssicherheit kann deshalb nach ständiger Praxis und Rechtsprechung bei einem Sicherungsentzug grundsätzlich die aufschiebende Wirkung nicht gewährt werden (BGE 115 Ib 158 und 107 Ib 395ff.). Dasselbe muss grundsätzlich - unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles - auch für die Aberkennung eines ausländischen Führerausweises gelten.

Schlagwörter

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