Notary insurance must include comprehensive run-off cover

OG 1996 11Übriges Gericht17.07.1996Confirmed

Zusammenfassung

The court held that the notarial insurance requirement under the Beurkundungsverordnung includes comprehensive run-off cover. Clauses limiting post-termination coverage to the end of practice or death do not satisfy the requirement, because protection must remain ensured when the insurer changes and the new insurer is not obliged to assume the prior risk.

Regest

§ 3 Abs. 1 lit. a Beurkundungsverordnung; notarial liability insurance and run-off cover upon engagement of a notary: the required after-risk coverage must be comprehensive. Coverage clauses that make post-contractual protection dependent on cessation of the notarial profession or death are insufficient. The decisive point is that persons affected by notarisation and the notary must be protected already when the notarial activity is taken up; if the insurer changes, protection may not lapse merely because the new insurer is not bound to assume the prior risk. An insurance arrangement that does not secure continuity of cover in the event of a change of insurer does not meet the ordinance requirement (consid. not stated).

Gesamter Gesetzestext

Seit 1. Januar 1988 schreibt die Beurkundungsverordnung die Nachhaftung ausdrücklich vor (§ 3 Abs. 1 lit. a, Änderung vom 30.9.1987, SRL Nr. 256). Diese muss gegeben sein, sobald der Notar bzw. die Notarin beigezogen wird. Das geschieht sowohl zum Schutz der von der Beurkundungstätigkeit Betroffenen als auch im Interesse der Urkundspersonen.

Bei Durchsicht der Versicherungsnachweise der Notarinnen und Notare hat sich gezeigt, dass die Nachhaftung in Versicherungsverträgen verschiedener Versicherer nicht umfassend geregelt ist. So setzt sie in manchen Fällen die Aufgabe der Beurkundungstätigkeit des Versicherungsnehmers voraus (Praxisaufgabe oder Tod). Bei solchen Klauseln besteht somit keine Nachhaftung, wenn der Versicherer gewechselt wird (unabhängig davon, wer diesen Wechsel verursacht). Da der neue Versicherer nicht verpflichtet ist, das Vorrisiko zu übernehmen, ist eine Klausel, die im Falle des Versicherungswechsels keine Nachhaftung gewährt, ungenügend. Wer mit einer Urkundsperson geschäftliche Beziehungen aufnimmt, kann nicht sicher sein, dass die Nachhaftung gewährleistet bleibt, falls die Versicherungsgesellschaft gewechselt wird. Ebensowenig weiss die Urkundsperson zum voraus, ob es ihr bei einem Versicherungswechsel gelingt, mit dem neuen Versicherer betreffend die Übernahme des Vorrisikos einig zu werden. Also muss eine umfassende Nachversicherung vereinbart werden.

Schlagwörter

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