Timeliness of evidence motions in divorce revision proceedings

OG 1993 22Übriges Gericht17.08.1992Partially Granted

Zusammenfassung

In revision proceedings against a divorce judgment, the Obergericht accepted the applicant’s requests to examine X and Y and to consider two photographs. It refused to entertain additional evidence motions submitted later, holding that they were filed after the three-month period under § 275(2) ZPO, which began in June 1991 when the applicant claims to have learned of the new facts. The court also held that, under § 272 ZPO, the evidentiary stage in revision is confined to the motions made in the revision petition and any counterevidence requests by the respondent; there is no room for additional evidence at the authorization stage.

Regest

§ 275 Abs. 2 ZPO, § 272 ZPO; in revision proceedings, evidence motions must be filed within the statutory three-month period and the evidentiary procedure is limited to the requests made in the revision petition and, if applicable, counterevidence requests in the response. Additional evidence submissions after expiry of the time limit are inadmissible; the revision authorization stage does not permit further evidentiary measures beyond that framework.

Gesamter Gesetzestext

In einem Revisionsverfahren gegen ein Ehescheidungsurteil hatte das Obergericht über die Rechtzeitigkeit von Beweisanträgen zu befinden.

Aus den Erwägungen:

Der Kläger hat in seinem Revisionsgesuch zum Beweis der Richtigkeit seiner Behauptungen die Einvernahme von X. und Y. beantragt und als Beweisurkunden namentlich zwei Fotographien aufgelegt. Diesen Beweisanträgen wurde vollumfänglich entsprochen. Auf die weiteren Beweisanträge des Klägers, insbesondere diejenigen in seiner Eingabe vom 19. Juni 1992 ist hingegen nicht mehr einzutreten. Diese Beweisanträge erfolgten nach Ablauf der in § 275 Abs. 2 ZPO festgesetzten Dreimonatsfrist, welche hier im Juni 1991 zu laufen begann, d.h. ab dem Zeitpunkt, als der Kläger von X. diese neuen Tatsachen erfahren haben will. Nach der Vorschrift von § 272 ZPO hat sich das Beweisverfahren im Revisionsprozess auf die im Revisionsgesuch gestellten Beweisanträge des Revisionsbewerbers und die allenfalls in der Vernehmlassung des Revisionsgegners gestellten Anträge zum Gegenbeweis zu beschränken. Für weitere Beweisabnahmen ist im Revisionsbewilligungsverfahren kein Raum. Diese Regelung entspricht derjenigen in anderen Kantonen (vgl. Marti Hanspeter, Das neue Recht der bernischen Zivilprozessordnung vom 7.7.1918. Diss. Bern 1963, S. 81 und Rust B., Die Revision im Zürcher Zivilprozess, Diss. Zürich 1981, S. 175).

(Die dagegen eingereichte staatsrechtliche Beschwerde hat das Bundesgericht mit Entscheid vom 13. April 1993 abgewiesen.)

Schlagwörter

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