No co-possession from occasional tolerated use of a footpath

OG 1992 11Übriges Gericht21.01.1992Other

Zusammenfassung

The dispute concerned whether the defendants had become co-possessors of a footpath on the plaintiff's property by occasionally using it, for example for manure transport. The court held that a person who is merely allowed, on a precarious tolerated basis, to drive over a footpath does not thereby acquire possession. A cited precedent was distinguished because the regular use there had been much more recent and continuous, whereas in the present case any alleged regular possession-like use by the defendants dated back about 14 years and could no longer support co-possession.

Regest

Possession; co-possession is not acquired where a person is only tolerated, on a precarious basis, to use a footpath. Occasional or merely permitted passage does not establish possessory status. A precedent concerning tolerated repeated use over several years is distinguishable where the alleged possession-like exercise lies far in the past; in such a case, co-possession cannot be recognized at the relevant time (consid. unspecified).

Gesamter Gesetzestext

In einem Besitzesschutzverfahren war u.a. die Frage streitig, ob die Beklagten dadurch, dass sie in Einzelfällen einen zum klägerischen Grundstück gehörenden Fussweg befahren durften (z. B. für Mistfuhren), Mitbesitz erworben hatten.

Aus den Erwägungen:

. . .Wem lediglich auf prekaristisches Zusehen hin das Recht eingeräumt wird, einen Fussweg zu befahren, kommt keine Besitzerstellung zu. . . . Aus dem Hinweis auf Max. XII Nr. 8 vermögen die Beklagten nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Im zitierten Entscheid befuhr die Beklagte mit Duldung des Klägers dessen Grundstück mit einem Raupenfahrzeug. Sie tat dies in der Zeit von 1965 bis Frühjahr 1970 jeweils im Winter, worauf sich der Kläger erstmals am 23. Dezember 1970 zur Wehr setzte. Unter den damals gegebenen Umständen ging das Obergericht davon aus, die Beklagte habe Mitbesitz erworben. Insbesondere habe sie diesen mit der Einstellung des Skipistenbetriebs jeweils im Frühling nicht aufgegeben. Im vorliegenden Fall aber liegt die angeblich regelmässige Besitzausübung durch die Beklagten ca. 14 Jahre zurück. Von Mitbesitz kann deshalb, jedenfalls im heutigen Zeitpunkt, keine Rede sein.

Schlagwörter

possession protectionco-possessiontolerated usefootpathprecarious permissiondistinction of precedent