No general duty to coordinate investigative dates with defense counsel

OG 1991 64Übriges Gericht15.07.1991Dismissed

Zusammenfassung

The appellant sought an order requiring the district attorney’s office to coordinate all investigative dates in advance by telephone with his defense counsel, citing alleged scheduling conflicts and the right to defense assistance. The court held that no general duty exists to agree dates with counsel beforehand. If counsel cannot attend a date set by the investigating authority, counsel must request a postponement with reasons, and the investigating judge decides on that request in the exercise of discretion. The appellant’s reliance on § 68 StPO and Art. 6(3)(c) ECHR was found untenable.

Regest

§ 68 StPO; Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK; no general right to prior coordination of investigative dates with defense counsel. The investigating authority is entitled to fix hearing dates unilaterally. If defense counsel is prevented from attending, counsel must apply for postponement and substantiate the request; the investigating judge then rules according to duly exercised discretion in light of the concrete circumstances. A blanket obligation to consult counsel in advance does not follow from the right to defense assistance and is not required to safeguard the accused’s rights. Any voluntary practice of coordinating dates remains discretionary and does not create a legal duty.

Gesamter Gesetzestext

Der Rekurrent verlangt - wegen angeblicher Terminkollisionen - vom Amtsstatthalteramt, es habe die Termine der Untersuchungshandlungen jeweils mit seinem Verteidiger vorgängig telefonisch abzusprechen (soweit es die Untersuchung erlaube). Der Amtsstatthalter weigert sich zu Recht, das zu tun. Entgegen dem Einwand des Rekurrenten kann nicht ernstlich behauptet werden, dass ein solches Verhalten der Untersuchungsbehörden den Anspruch des Angeschuldigten auf Beistand seines Verteidigers bei den Untersuchungshandlungen zum vorneherein vereitle. Wenn ein Verteidiger an der Wahrnehmung eines vom Amtsstatthalter festgesetzten Termins verhindert ist, ist es seine Sache, mit einem begründeten Gesuch die Verschiebung des Termins zu beantragen. Aufgrund der konkreten Situation und der geltend gemachten Gründe hat der Untersuchungsrichter alsdann nach pflichtgemässem Ermessen darüber zu entscheiden. Ein (generelles) vorgängiges Absprechen der Termine mit dem Verteidiger ist zur Wahrung der Rechte des Angeschuldigten jedenfalls nicht nötig. Die Auffassung des Rekurrenten, aus § 68 StPO und Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK fliesse der allgemeine Grundsatz zur Absprache von Terminen mit dem Verteidiger, erweist sich als unhaltbar. Wenn es Amtsstatthalter gibt, die die Termine mit den Verteidigern abzusprechen pflegen, tun sie das, aus welchen Gründen auch immer (z. B. Zweckmässigkeitsgründe), freiwillig. Eine Pflicht dazu besteht nicht.

Schlagwörter

criminal proceduredefense counselinvestigative hearingpostponement requestprocedural discretionright of defense