projekte
OG 1991 17 ΓÇó Costs for non-appearance at conciliation hearing annulled due to illness
OG 1991 17Übriges Gericht24.10.1990Modified
The defendant failed to appear at the conciliation hearing and was initially made liable for daily costs. On appeal, he explained that illness had prevented his attendance and submitted a medical certificate. The appellate court held that illness is a valid excuse if timely raised and sufficiently proven, and that the peace judge should have assessed the excuse and, if necessary, given the defendant time to submit an attestation. The certificate was found credible, so the defendant was deemed sufficiently excused and the cost order was annulled.
§ 85 ZPO; costs for non-appearance at a conciliation hearing; illness as excuse. A party who fails to attend a conciliation hearing incurs the daily costs only if no sufficient excuse exists. Illness is in principle a classic excusing ground; it must, however, be asserted without undue delay and substantiated by suitable evidence. If the excuse is raised late because of the medical condition, the authority must assess it and, where necessary, grant a short deadline to produce a medical certificate. Under Art. 4 BV, the cost order must state why the excuse is considered insufficient. If the appellate record already shows a credible medical incapacity and the outcome is thereby clear, the appellate instance may decide the matter itself rather than remit it (consid. 3-4).
Der Friedensrichter überband dem Beklagten die Tageskosten, weil dieser nicht zum Sühneversuch erschienen war. Im Beschwerdeentscheid wurde ausgeführt:
Der Kläger erachtet nun das Arztzeugnis als unglaubwürdig; der Beklagte habe für seine Ohnmacht keine Zeugen. Vorab ist festzuhalten, dass im alltäglichen Rechtsleben ein Arztzeugnis regelmässig zum Nachweis einer medizinischen bedingten Abwesenheit genügt, insbesondere beispielsweise am Arbeitsplatz. Es ist nicht einzusehen, warum an eine Entschuldigung vor dem Friedensrichter strengere Anforderungen zu stellen wären. Immerhin kann ein Arztzeugnis nicht absolute Geltung für sich in Anspruch nehmen. Es unterliegt immer der richterlichen Würdigung. Entgegen der Auffassung des Klägers besteht im vorliegenden Fall kein Anlass, an der Schlüssigkeit des Zeugnisses zu zweifeln, auch wenn der Arzt den Ohnmachtsanfall nicht selber registrierte. Das ist denn aber auch nicht Inhalt des Zeugnisses. Vielmehr bringt es zum Ausdruck, dass am 5. September 1990 der Allgemeinzustand des Beklagten so schlecht gewesen sei, dass er nicht habe vor Friedensrichter erscheinen können. In Anbetracht der Diagnose ist das durchaus einleuchtend und wird eben durch die vom Beklagten vorgetragenen Ereignisse bestätigt.
Damit steht fest, dass der Beklagte als genügend entschuldigt zu betrachten ist und dementsprechend zu Unrecht vom Friedensrichter mit den Tageskosten belastet wurde, was zur Aufhebung des Kostenentscheides führt.