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11 97 116 ΓÇó Proof of authenticity of a signed receipt
11 97 116Übriges Gericht03.01.1999Confirmed
Before the Obergericht, the only remaining dispute concerned whether a receipt signed by the creditor confirming receipt of wages was genuine. A handwriting expert report did not resolve the question. The court held that such a signed receipt does not shift the burden of proof by creating a presumption that the content is correct in the sense that the creditor must prove its falsity. Nevertheless, an unremarkable document may create a factual presumption. If the opposing party raises substantiated doubts about authenticity, the proponent must reinforce the document with further evidence. Because other evidence supported the receipt’s content, the court accepted the document as authentic.
Art. 8 ZGB; burden of proof and rebuttal of documentary authenticity; a signed receipt does not establish a legal presumption of substantive correctness, but an unblemished document may create a factual presumption sufficient for judicial conviction. The opposing party need not prove forgery; it suffices to raise substantiated doubts as to authenticity or accuracy. If such doubts exist, the court may require the proponent to corroborate the document with additional evidence. Under § 149 and § 151 ZPO/LU, documents are means of proof and, where justified doubts arise, the judge may order handwriting comparison or otherwise take evidence. The authenticity challenge must itself be plausibly substantiated by indications of falsification (consid. cited in the excerpt).
Vor Obergericht war einzig noch streitig, ob die mit der Unterschrift des Gläubigers versehene Quittung über den Erhalt einer Lohnzahlung echt sei. Ein Schriftgutachten brachte nicht die gewünschte Klarheit. Da weitere Beweismittel den in der Quittung bestätigten Inhalt stützten, wurde von der Echtheit der Urkunde ausgegangen.
Aus den obergerichtlichen Erwägungen:
Eine vom Gläubiger unterzeichnete Quittung schafft keine Vermutung für die Richtigkeit des Inhalts in dem Sinne, dass der Gläubiger die Unrichtigkeit, also das Gegenteil beweisen müsste. Die unverdächtige, insbesondere keine oder dann nur beglaubigte Streichungen und Zusätze aufweisende Urkunde begründet aber in aller Regel eine tatsächliche Vermutung, die zur richterlichen Überzeugung ausreicht. Indessen muss der Gegner nicht das Gegenteil dartun, insbesondere auch nicht die Fälschung schlüssig nachweisen, sondern er kann schon mit dem blossen Gegenbeweis, nämlich mit dem Nachweis begründeter Zweifel an der Echtheit oder an der Richtigkeit dieser richterlichen Überzeugung zuvorkommen und den Beweisführer damit zwingen, mit weiteren Beweismitteln zu verstärken, was die Urkunde allein nunmehr nicht mehr überzeugungskräftig zu belegen vermag (Kummer, Berner Komm., N 367 zu Art. 8 ZGB). Diese Beweislastregeln entsprechen auch denjenigen der Luzerner Zivilprozessordnung. Urkunden sind nach § 149 ZPO Gegenstände, die eine Tatsache in Schrift, Bild, Plan oder in ähnlicher Weise kundtun. Bestehen begründete Zweifel an der Echtheit einer solchen Urkunde, hält der Richter den Aussteller zu einer Schriftprobe an oder erhebt sonstwie Beweis (§ 151 ZPO). Begründete Zweifel an der Echtheit einer Urkunde liegen dann vor, wenn Indizien für eine Fälschung des Inhaltes oder der Unterschrift der Originalurkunde vorliegen (LGVE 1986 I Nr. 18; vgl. Studer/Rüegg/Eiholzer, Der Luzerner Zivilprozess, N2 zu § 151 ZPO). Die Bestreitung der Echtheit einer Urkunde muss glaubhaft begründet sein.