Allgemeine Polizei****5
Affari generali di****polizia
Kehrichtbusse. Keine ohne entsprechende gesetzliche Grundlage**(nulla poena****sine lege).**
Multa concernentei rifiuti.Nessuna inmancanza dellari- spettiva base****legale (nulla poenasine lege).
Erwägungen:
Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens ist**die Verfügung der Rekursgegnerin vom25. April* 2005**.** Nachfolgend gilt es zu prüfen, ob die Gemeinde den Rekurrenten zu Recht gebüsst**hat.*
a)In Art. 1StGB ist der Grundsatz*«nulla** poena sinele- ge», das Legalitätsprinzip, verankert. Es wird unter anderem dann verletzt, wenn ein Bürger wegen einer Handlung, die im Gesetz überhaupt nicht als strafbar bezeichnet ist, strafrechtlich verfolgt wird, oder wenn der Richter eine Handlung unter ein Strafgesetz subsumiert, die darunter auch bei weitestgehender Auslegung nach allgemeinen strafrechtlichen Grundsätzen nicht subsumiert werden kann. Im kantonalen Strafrecht gilt dieser Grundsatz eben- fallsgestützt aufArt. 5Abs. 1sowie Art.164 Abs.1 lit.c BV**(** BGE129 IV 276,** E**.** 1.1.1S.** 278**;** Trechsel,Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Aufl., Zürich 1997**, Art.** 1**,** N 1**,** 8**).*
Gemäss Art.7 Abs.1 GAbGist der Haushaltkehricht ingebührenpflichtigen Säcken bei einer Gemeindesammelstelle be-reitzustellen. Laut Art.18 GAbGwerden Widerhandlungen miteiner Busse von Fr.200.–* bisFr. 5000**.–** bestraft. Bei dieser Bestimmung handelt es sich um einen kommunalen Übertretungsstraftatbe- stand.* Die Gemeinde hat sich bei der Anwendung ihres Straf- rechtsebenfalls andie Vorgabender BVzu halten*(** Art.5 Abs.1 BV**).*
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Somit gilt der Grundsatz «nulla poena sine lege» auch im Bereich des kommunalen Übertretungsstrafrechts.
Gemäss Art.18 Abs.1 GAbGwird jemand, der diesem Gesetz zuwiderhandelt, mit einer Busse oder einer Verwarnung be- straft, soweit die Widerhandlung Vorschriften oder Anordnungen über das Sammeln, Aufbewahren, Verwerten oder Entsorgen von Abfällen betrifft.Derjenige, derseinen Haushaltkehrichtin nichtge- bührenpflichtigen Säcken entsorgt, kann also mit einer Busse oder Verwarnung belegt werden. Im vorliegenden Fall steht fest, dass ein nicht gebührenpflichtiger Kehrichtsack im Sammelcontainer gefunden wurde, der den Feriengast K*.** B**. betraf. Somit ist unbe- stritten, dass der massgebliche Kehrichtsack nicht vom Rekurren- ten stammt. Hingegen konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden,** ob* K*.** B**. tatsächlich in der Ferienwohnung des Rekurrenten zu Gast ge- wesen ist. Selbst wenn aber davon ausgegangen wird, dass dies der Fall** war,ist zu beachten, dass das GAbGkeine Norm enthält, wonach Ferienwohnungseigentümer für von ihren Gästen began- gene Widerhandlungen einzustehen haben. Der an den Rekurren- ten gerichteten Bussverfügung fehlt es daher an einer gesetzlichen Grundlage. Möchte die Gemeinde Wohnungseigentümer für Wi-derhandlungen ihrer Feriengäste, ähnlich wie Halter von Motor- fahrzeugen gemäss Art. 93Ziff. 2Abs. 2und Art. 96Ziff. 3SVG,** ge- stützt auf dasGAbG zur Rechenschaft ziehen, so muss sie dafür eine entsprechende gesetzliche Grundlage**schaffen.*
a)Nach Auffassung des Gerichts konnte nicht bewiesen werden, dass sich K*.** B**. als Feriengast in der Wohnung des Rekur- renten aufgehalten hat. Daher stellt sich die Frage einer allfälligen Mittäter- oder Gehilfenschaft des Rekurrenten nicht. Die Prüfung dieser** Fragehätte aber,selbst beiNachweis desAufenthalts von* K*.** B**. in der Ferienwohnung, zu einem negativen Ergebnis geführt, da weder ein gemeinsamer Tatentschluss noch eine Förderung** derWiderhandlung gegen das GAbGdurch den Vermieter vorlag.*
b)Aufgrund der vorstehenden Erwägungen zeigt sich, dass die Gemeinde den Rekurrenten zu Unrecht sanktioniert hat. Der Busse fehlt eine gesetzliche Grundlage, weshalb der Rekurs gutzuheissen**ist.
A05 34Urteil vom 12*.** Juli**2005*
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