Invalidity pension reduced on incomplete medical record; case remanded

c-1934-2010Bundesverwaltungsgericht / 3. Abteilung25.10.2010Partially Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant challenged IVSTA's decision replacing her full invalidity pension with a three-quarter pension as of 1 May 2010. The Federal Administrative Court found the medical record incomplete because a psychiatric expert assessment was required. It therefore annulled the decision and remanded the case to IVSTA for further investigation and a new merits decision. As the appellant was considered to have succeeded through remand, no court costs were imposed and the CHF 400 advance on costs had to be refunded. No party compensation was granted because she was unrepresented and incurred no necessary expenses.

Omnilex-Regeste

Art. 49 lit. b, Art. 61 Abs. 1 and Art. 63 VwVG; invalidity pension proceedings; incomplete establishment of the legally relevant facts. Where the medical file does not permit a reliable assessment of work capacity or entitlement and a psychiatric expert opinion is necessary, the administrative decision is based on an incomplete factual investigation and must be annulled with remand for further evidentiary measures and a new decision (consid. 3). A remand counts as success for the appellant. If the appellant is unrepresented and no necessary, proportionate costs were incurred, no party compensation is due; in the case of success, no procedural costs are levied and the cost advance is refunded (consid. 4).

Gesamter Gesetzestext

BVGer C-1934/2010

Entscheiddatum: 25.10.2010Publikationsdatum: 04.11.2010

Bundesverwaltungsgericht

Tribunal administratif fédéral

Tribunale amministrativo federale

Tribunal administrativ federal

Abteilung III

C-1934/2010

{T 0/2}

Urteil vom 25. Oktober 2010

Besetzung

Richter Michael Peterli (Vorsitz),

Richterin Elena Avenati-Carpani,

Richter Beat Weber,

Gerichtsschreiberin Lucie Schafroth.

Parteien

A._______, Deutschland,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,

avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,

Vorinstanz.

Gegenstand

Invalidenrente.

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (nachfolgend: IVSTA) mit Verfügung vom 3. März 2010 die A._______ bisher gewährte ganze Invalidenrente ab dem 1. Mai 2010 durch eine Dreiviertelsrente ersetzt hat,

dass A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) gegen diese Verfügung mit Eingabe vom 23. März 2010 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben, die Aufhebung der Verfügung und die Weitergewährung der ganzen Invalidenrente beantragt sowie eine ärztliche Bescheinigung von Dr. med. B._______ vom 10. März 2010 zu den Akten gereicht hat,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist,

dass die IV-Stelle eine Vorinstanz gemäss Art. 33 lit. d VGG ist und vorliegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt,

dass die Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,

dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht (Art. 60 ATSG und Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) und der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet wurde, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist,

dass Dr. med. C._______ des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) Rhone in seiner Stellungnahme vom 24. September 2010 zu Handen der IVSTA aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen die Durchführung eines psychiatrischen Gutachtens empfohlen hat (act. 100),

dass die IVSTA mit Vernehmlassung vom 13. Oktober 2010 beantragt hat, die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache im Sinne der RAD-ärztlichen Stellungnahme an die Verwaltung zurückzuweisen,

dass sich in Übereinstimmung mit der RAD-ärztlichen Stellungnahme sowie der Vernehmlassung der IVSTA die Durchführung einer psychiatrischen Begutachtung als notwendig erweist,

dass damit feststeht, dass die angefochtene Verfügung vom 3. März 2010 auf einem mangelhaft ermittelten Sachverhalt beruht,

dass Art. 49 Bst. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt,

dass die Beschwerde demnach in dem Sinne gutzuheissen ist, als die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 1 VwVG), verbunden mit der Anweisung, die psychiatrische Begutachtung durchführen zu lassen und anschliessend in der Sache neu zu verfügen,

dass eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der beschwerdeführenden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6),

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), so dass der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.- der Beschwerdeführerin auf ein von ihr anzugebendes Konto zurückzuerstatten ist,

dass der obsiegenden Beschwerdeführerin, welche sich nicht anwaltlich vertreten liess und der auch sonst keine notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, für das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht somit keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 3. März 2010 aufgehoben und die Sache mit der Weisung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, die psychiatrische Begutachtung durchführen zu lassen und neu in der Sache zu verfügen.

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der bereits geleistete Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 400.- nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Dieses Urteil geht an:

die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein; Beilagen: Doppel der Vernehmlassung vom 13. Oktober 2010 inkl. Stellungnahme von Dr. med. C._______ vom 24.09.2010 in Kopie [act. 100]; Formular Zahladresse)

die Vorinstanz

das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Peterli Lucie Schafroth

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

Schlagwörter

invalidity pensionmedical assessmentpsychiatric expertiseremandincomplete factscourt costsparty compensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the reduction of the invalidity pension was based on a sufficiently established medical record.

Extrahierter Entscheid

The file was incomplete because a psychiatric assessment was necessary before a new merits decision could be made.

Extrahierte Begründung

The court agreed with the medical adviser and the respondent that a psychiatric expert opinion was required; the challenged decision rested on an inadequately investigated factual basis.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal should lead to annulment and remand to the administration.

Extrahierter Entscheid

The appeal was upheld to the extent that the decision was annulled and the matter remanded for further investigation and a new decision.

Extrahierte Begründung

Incomplete establishment of the legally relevant facts is an appeal ground under Article 49(b) VwVG, and remand under Article 61(1) VwVG was appropriate.

Kernrechtsfrage

Court costs and party compensation after the remand outcome.

Extrahierter Entscheid

No court costs and no party compensation were awarded; the advance on costs had to be refunded.

Extrahierte Begründung

Because the appellant effectively succeeded through remand, no procedural costs were imposed under Article 63 VwVG, but no party compensation was due since she was unrepresented and incurred no necessary, proportionate expenses.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.