Lack of jurisdiction over SUVA benefit dispute

c-191-2014Bundesverwaltungsgericht / 3. Abteilung30.01.2014Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A.________ appealed SUVA's decision reducing her accident insurance disability pension to 20% and claiming repayment of overpaid benefits. The Federal Administrative Court held that it lacked subject-matter jurisdiction because such benefit disputes fall within the jurisdiction of the competent cantonal insurance court under Art. 58 ATSG, with no special rule conferring jurisdiction on the Federal Administrative Court in accident insurance. It therefore did not enter into the appeal, transferred the file to the Social Insurance Court of the Canton of Zurich, waived court costs, and denied party compensation.

Omnilex-Regeste

Art. 58 ATSG, Art. 78a UVG, Art. 109 UVG; jurisdiction in disputes between an insured person and a UVG insurer. In compulsory accident insurance, benefit disputes are subject to the cantonal insurance court designated by Art. 58 ATSG. The Federal Administrative Court has no jurisdiction unless a special statutory provision expressly assigns it such competence. Absent such a derogation, a complaint filed with the Federal Administrative Court must be dismissed for lack of subject-matter jurisdiction; if the competent cantonal court is identifiable, the file is to be transferred under Art. 58 Abs. 3 ATSG. Cost relief may be granted where appropriate; no party compensation is due where the court does not enter into the merits (consid. 1-4).

Gesamter Gesetzestext

BVGer C-191/2014

Entscheiddatum: 30.01.2014Publikationsdatum: 19.03.2014

BundesverwaltungsgerichtTribunal administratif fédéralTribunale amministrativo federaleTribunal administrativ federal Abteilung IIIC-191/2014

Urteil vom 30. Januar 2014 Besetzung Einzelrichter Vito Valenti,Gerichtsschreiber Yannick Antoniazza-Hafner. Parteien A._______, vertreten durch Dr. iur. André Largier, Rechtsanwalt, Weinbergstrasse 43, 8006 Zürich,Beschwerdeführerin, gegen SUVA Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern, Vorinstanz . Gegenstand Unfallversicherung (Einspracheentscheid vom 16. Dezember 2013).

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend Suva) mit Entscheid vom 16. Dezember 2013 die Einsprache von A._______ vom 30. April 2013 abgewiesen und ihre Verfügung vom 4. April 2013, mit welcher sie die Invalidenrente der Unfallversicherung per 1. März 2011 auf 20% herabsetzte und den für die Zeit vom 1. März 2011 bis 31. März 2013 zu Unrecht überwiesenen Betrag von CHF 48'256.25 zurückforderte, bestätigt hat,

dass die Versicherte mit Beschwerde vom 14. Januar 2014 an das Bundesverwaltungsgericht gelangte und beantragte, es sei in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 16. Dezember 2013 die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin rückwirkend und weiterhin die bisherige Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 50% auszuzahlen,

dass gemäss Art. 109 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20 März 1981 (UVG; SR 832.20) das angerufene Bundesverwaltungsgericht in Abweichung von Art. 58 Absatz 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) Beschwerden gegen Einspracheentscheide über die Zuständigkeit der SUVA zur Versicherung der Arbeitnehmer eines Betriebes (Bst. a), die Zuteilung der Betriebe und der Versicherten zu den Klassen und Stufen der Prämientarife (Bst. b) und Anordnungen zur Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (Bst. c) beurteilt,

dass das Bundesverwaltungsgericht darüber hinaus für die Behandlung von Beschwerden gegen gestützt auf Art. 78a UVG ergangene Verfügungen des BAG im Zusammenhang mit Leistungsstreitigkeiten zwischen Versicherern zuständig ist (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-8/2006 vom 23. September 2008 E. 5.4.2 und 5.4.3 m.w.H.),

dass vorliegend die Suva als zuständiger UVG-Versicherer eine Rente der Unfallversicherung herabgesetzt und einen angeblich zu Unrecht von der Beschwerdeführerin erhaltenen Betrag zurückgefordert hat,

dass dieser Sachverhalt nicht zu den obgenannten Zuständigkeitsbereichs des Bundesverwaltungsgerichts gemäss Art. 78a oder 109 UVGgehört,

dass für Leistungsstreitigkeiten zwischen einer versicherten Person und einem UVG-Versicherer das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person oder der Beschwerde führende Dritte zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat, zuständig ist (Art. 58 Abs. 1 ATSG),

dass befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person oder des Beschwerde führenden Dritten im Ausland gemäss Art. 58 Abs. 2 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig ist, in dem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat,

dass im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung anders als in den Bereichen der Invalidenversicherung und der AHV (vgl. Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG, Art. 85bis Abs. 1 AHVG), in welchen sich aus dem Wohnsitz der versicherten Person im Ausland beziehungsweise aus dem vor-instanzlichen Entscheid der für diese Personen zuständigen Verwaltungseinheit des Bundes die Zuständigkeit des Bundes­verwaltungsgerichts ergibt keine von Art. 58 Abs. 2 ATSG abweichende spezialgesetzliche Regelung existiert,

dass somit die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts nicht gegeben ist,

dass demnach zufolge sachlicher Unzuständigkeit der angerufenen Be­schwerdeinstanz im einzelrichterlichen Verfahren auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Juni 2005 [VGG; SR 173.32]),

dass gemäss der Rechsmittelbelehrung der Suva im Einspracheentscheid vom 16. Dezember 2013 in Anwendung vom Art. 58 Abs. 2 ATSG das Versicherungsgericht des Kantons Zürich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig scheint,

dass somit die Akten zur Behandlung der Beschwerde an das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich zu überweisen sind (vgl. Art. 58 Abs. 3 ATSG),

dass die Verfahrenskosten ganz oder teilweise erlassen werden können, wenn wie hier Gründe in der Sache oder in der Person der Partei es als unverhältnismässig erscheinen lassen, diese der Partei aufzu­erlegen (Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),

dass bei diesem Verfahrensausgang keine Parteientschädigung aus­zurichten ist,

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Beschwerdeakten werden an das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich überwiesen.

  3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

  4. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

  5. Dieses Urteil geht an:

  •    die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
    
  •    die Vorinstanz (Ref-Nr. ; Gerichtsurkunde)
    
  •    das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich (Gerichtsur-kunde; Beilagen: Beschwerde vom 14. Januar 2014 inkl. Beilagen 1-2)
    
  •    das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben).
    

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Vito Valenti Yannick Antoniazza-Hafner

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

Versand:

Schlagwörter

jurisdictionsocial insuranceaccident insurancenon-entrytransfer of filecourt costsparty compensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Administrative Court had jurisdiction over the appeal against SUVA's benefit reduction and restitution order.

Extrahierter Entscheid

The court had no subject-matter jurisdiction because the dispute was a benefit dispute between an insured person and a UVG insurer, which falls under cantonal insurance court jurisdiction.

Extrahierte Begründung

Art. 109 UVG and Art. 78a UVG did not cover this kind of dispute. For benefit disputes under compulsory accident insurance, jurisdiction lies with the insurance court of the canton of the insured person's residence, or under Art. 58(2) ATSG with the competent cantonal insurance court if the person resides abroad. No special rule displaced that allocation.

Kernrechtsfrage

Whether the case should be transferred to the competent cantonal court.

Extrahierter Entscheid

Yes. The file was to be transferred to the Social Insurance Court of the Canton of Zurich.

Extrahierte Begründung

The SUVA appeal guidance indicated Zurich as the competent court under Art. 58(2) ATSG, so transfer was appropriate under Art. 58(3) ATSG.

Kernrechtsfrage

Court costs and party compensation.

Extrahierter Entscheid

No court costs were charged and no party compensation was awarded.

Extrahierte Begründung

Given the procedural outcome and the circumstances, costs could be waived; no compensation is due when the appeal is not entered into.

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