Convictions for explosives, damage, drugs and traffic offences

SK.2015.6Bundesstrafgericht / Strafkammer16.06.2015Other

Zusammenfassung

The Federal Criminal Court, acting as single judge, decided a first-instance criminal case against A. and B. A. was acquitted only in relation to the licence-related driving counts, but was convicted on explosives, damage, traffic, and drug offences; B. was convicted of explosives-related endangerment and damage. A. received a 21-month suspended prison sentence and a CHF 3,000 fine; B. received a 6-month suspended prison sentence. The court noted the accuseds’ acknowledgment of joint and several civil liability to Gemeinde Z. for CHF 4,726.50 plus interest, ordered confiscation and destruction of seized items, and allocated costs and appointed-defence compensation.

Regest

Art. 224 Abs. 1 StGB, Art. 144 Abs. 3 StGB, Art. 19 BetmG, Art. 31 Abs. 2 und Art. 91 Abs. 2 SVG: when several offences are proven in one proceeding, the court may convict on the established counts while discontinuing individual counts that cannot be maintained; sentence determination follows the overall culpability and may be suspended on probation. Civil claims acknowledged by the accused may be taken note of in the dispositive; confiscated objects and cash are ordered forfeited and destroyed where statutory conditions are met. Costs and appointed-defence fees are allocated separately according to the outcome and procedural responsibility, with statutory reimbursement reserved when economic circumstances permit.

Gesamter Gesetzestext

Urteil vom 16. Juni 2015 Strafkammer Besetzung

Bundesstrafrichter Daniel Kipfer Fasciati, Einzelrichter Gerichtsschreiberin Anne Berkemeier Keshelava Parteien

BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Carlo Bulletti

und

als Privatklägerschaft:

Gemeinde Z., vertreten durch das Tiefbauamt

gegen

  1. A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Renzo Guzzi

  2. B., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Jean-Marc von Gunten B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

Ges c häft s n um m er: S K . 201 5.6

  • 2 - Gegenstand

Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase, Sachbeschädigung, unbefugter Besitz von und Handel mit Betäubungsmitteln, versuchter unbefugter Anbau von Betäubungsmitteln, unbefugter Anbau von Betäu- bungsmitteln, Besitz von Betäubungsmitteln zum eige- nen Konsum, Lenken eines Fahrzeugs in fahrunfähi- gem Zustand, Lenken eines Motorfahrzeugs ohne den erforderlichen Führerausweis, Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen

  • 3 - Der Einzelrichter erkennt: I. A.
  1. Das Verfahren gegen A. wird hinsichtlich der Vorwürfe des Lenkens eines Mo- torfahrzeugs ohne den erforderlichen Führerausweis gemäss Art. 10 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 95 Ziff. 1 altSVG eingestellt (Anklageziffern 1.2.1, 1.2.2 und 1.2.3).
  2. A. wird schuldig gesprochen: 2.1 der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht gemäss Art. 224 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1.1.1.1); 2.2 der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 3 StGB (Anklagziffer 1.1.1.2); 2.3 des mehrfachen Lenkens eines Fahrzeugs in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 31 Abs. 2 i.V.m. Art. 91 Abs. 2 SVG (Anklageziffer 1.2.1 und 1.2.2) sowie des Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen ge- mäss Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 90 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs. 1 und Abs. 5 VRV, Art. 22 Abs. 1 SSV und des Lenkens eines Motorfahrzeugs ohne den erforderli- chen Führerausweis gemäss Art. 10 Abs. 2 SVG und Art. 95 Abs. 1 Bst. a SVG (Anklageziffer 1.2.4); 2.4 des mehrfachen unbefugten Besitzes von Betäubungsmitteln gemäss Art. 19 Ziff. 1 al. 5 altBetmG bzw. Art. 19 Abs. 1 Bst. d BetmG (Anklageziffern 1.3.1 und 1.3.2), des mehrfachen Handels mit Betäubungsmitteln gemäss Art. 19 Ziff. 1 al. 4 altBetmG bzw. Art. 19 Abs. 1 Bst. c BetmG (Anklageziffern 1.3.1 und 1.3.2), des versuchten unbefugten Anbaus von Betäubungsmitteln gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. a BetmG i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1.3.3.), des unbefugten Anbaus von Betäubungsmitteln und des Besitzes von Betäubungs- mitteln zum eigenen Konsum gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. a und d BetmG i.V.m. Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Anklagziffer 1.3.3).
  3. A. wird verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten, wobei die 2 Tage Poli- zeihaft angerechnet werden. Der Vollzug der Strafe wird mit einer Probezeit von 3 Jahren aufgeschoben. A. wird verurteilt zu einer Busse von Fr. 3'000.–.
  • 4 - Soweit A. die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so tritt an deren Stelle eine Ersatz- freiheitsstrafe von 3 Monaten. Der Kanton Zürich wird als Vollzugskanton bestimmt. II. B.
  1. B. wird schuldig gesprochen: 1.1 der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht gemäss Art. 224 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1.1.2.1); 1.2 der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 3 StGB (Anklageziffer 1.1.2.2).
  2. B. wird verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten (Art. 47, 19 Abs. 2, 48a Abs. 1 StGB). Der Vollzug der Strafe wird mit einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben. III. Zivilforderung Es wird Vormerk davon genommen, dass A. und B. anerkennen, der Privatklägerin Ge- meinde Z. in solidarischer Verbindung Schadenersatz von insgesamt Fr. 4'726.50 zuzüg- lich 5% Zins seit 14. Mai 2011 zu schulden. IV. Beschlagnahmte Gegenstände
  3. Die beschlagnahmten Gegenstände von A. gemäss Anklageziffer 4 werden eingezogen und vernichtet. Das beschlagnahmte Bargeld von Fr. 950.– wird ein- gezogen.
  4. Die beschlagnahmten Gegenstände von B. gemäss Anklageziffer 4 werden ein- gezogen und vernichtet. V. Verfahrenskosten Die Verfahrenskosten setzen sich aus den Gebühren des Vorverfahrens von Fr. 6'000.–, den Auslagen der Bundesanwaltschaft von Fr. 1'123.45 und der Gerichtsgebühr (inkl. Kleinspesenpauschale) von Fr 2'000.– zusammen. Die Gebühren werden A. zu zwei Dritteln und B. zu einem Drittel auferlegt. Die Auslagen der Bundesanwaltschaft werden
  • 5 - A. auferlegt. Wird seitens A. und B. keine schriftliche Begründung des Urteils verlangt, so reduziert sich die Gerichtsgebühr um die Hälfte. VI. Amtliche Verteidigung
  1. Rechtsanwalt Renzo Guzzi wird für seine Tätigkeit als amtlicher Verteidiger von
    1. durch die Eidgenossenschaft mit Fr. 10'376.50 (inkl. MWST) entschädigt.
    2. hat der Eidgenossenschaft dafür Ersatz zu leisten, sobald es seine wirtschaft-
    lichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO).
  2. Rechtsanwalt Jean-Marc von Gunten wird für seine Tätigkeit als amtlicher Ver- teidiger von B. durch die Eidgenossenschaft mit Fr. 6'800.– (inkl. MWST) entschädigt. B. hat der Eidgenossenschaft dafür Ersatz zu leisten, sobald es seine wirtschaft- lichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). VII. Dieses Urteil wird in der Hauptverhandlung eröffnet und durch den Einzelrichter mündlich begründet. Den Parteien wird das Urteilsdispositiv ausgehändigt. Der Privatklägerschaft wird es zugestellt.

Im Namen der Strafkammer des Bundesstrafgerichts

Der Einzelrichter Die Gerichtsschreiberin

Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an  Bundesanwaltschaft als Vollzugsbehörde (vollständig)

Dieses Urteil ist rechtskräftig.

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