Appeal inadmissible for late fax filing

RR.2015.49Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer30.01.2015Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Criminal Court's Appeals Chamber dealt with a complaint by A., represented by attorney Detlef Schmedding, against an interim order of the Federal Prosecutor's Office authorizing a videoconference witness hearing in Dutch mutual legal assistance proceedings. The court held that the faxed complaint of 27 January 2015 did not meet the written-form requirement and was filed after the 10-day deadline, which expired on 26 January 2015. It therefore did not examine the remaining admissibility conditions and refused to enter into the complaint. Court costs of CHF 300 were imposed on A.

Regest

Art. 80e Abs. 1 and 2 IRSG; Art. 80k IRSG; Art. 52 Abs. 1 and Art. 21 Abs. 1 VwVG; timeliness and form of a complaint against an interim mutual legal assistance order. Interim decisions in mutual legal assistance proceedings are independently appealable only under the statutory conditions. The appeal must be filed in written form with original signature within the statutory time limit; a fax transmission does not satisfy the form requirement and does not preserve time. The deadline begins with service of the challenged decision and expires after ten days. If the complaint is late, the court need not examine the remaining admissibility requirements and must refuse to enter into the matter (consid. 1). Cost allocation follows the outcome of the proceedings; the fee is fixed under the applicable fee regulations (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

Entscheid vom 30. Januar 2015 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Andreas J. Keller und Tito Ponti, Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwalt Detlef Schmedding, Beschwerdeführer

gegen

BUNDESANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Nie- derlande

Einvernahme per Videokonferenz (Art. 9 ZPII EUeR; Art. 65a IRSG)

B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

Ges c häft s n um m er: R R . 20 15. 49

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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die niederländischen Behörden ein Strafverfahren gegen B. und C. wegen Urkundenfälschung und weiterer Delikte führen (s. act. 5);

  • in diesem Zusammenhang das Landgericht Amsterdam mit Rechtshilfeer- suchen vom 14. Februar 2012 an die Schweiz gelangte; am 28. Febru- ar 2012 das Bundesamt für Justiz das Rechtshilfeersuchen der Bundesan- waltschaft zum Vollzug übertrug; die Bundesanwaltschaft mit Eintretens- und Zwischenverfügung vom 9. März 2012 darauf eintrat (act. 5);

  • die niederländischen Behörden mit Ergänzung vom 8. Mai 2014 und an- schliessender Korrespondenz um Einvernahme von A. als Zeugen per Vi- deokonferenz für den Fall ersuchten, dass sich die betreffende Person nicht zu einer Einvernahme in den Niederlanden bereit erklären sollte (act. 6);

  • mit Zwischenverfügung vom 13. Januar 2015 die Bundesanwaltschaft dem ergänzenden Rechtshilfeersuchen vom 8. Mai 2014 im Sinne der Erwä- gungen entsprach und die Durchführung der beantragten Einvernahme per Videokonferenz anordnete (act. 6);

  • mit Fax-Mitteilung vom 27. Januar 2015 (15.22 Uhr) der in Freiburg i.Br. praktizierende Rechtsanwalt Detlef Schmedding im Namen von A. von sei- nem Büro in Deutschland aus Beschwerde gegen die vorgenannte Zwi- schenverfügung vom 13. Januar 2015 erhebt (act. 1) und die angefochtene Zwischenverfügung ebenfalls übermittelt (act. 1.1);

  • Rechtsanwalt Schmedding die Aufhebung des "Termins" beantragt, dessen Wahrnehmung ihm aufgrund der Kurzfristigkeit einer terminlichen Kollision zudem sowieso nicht möglich wäre; Rechtsanwalt Schmedding ausführt, dass A. ihn als Zeugenbeistand mandatiert habe und eine Vollmacht nach- gereicht werde; auf dem Fax-Deckblatt "Vorab per Telefax" notiert wurde (act. 1);

  • im Bereich der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen der Schlussverfü- gung vorangehende Zwischenverfügungen selbständig angefochten wer- den können, sofern sie durch die Beschlagnahme von Vermögenswerten und Wertgegenständen oder durch die Anwesenheit von Personen, die am ausländischen Prozess beteiligt sind, einen unmittelbaren und nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken (Art. 80e Abs. 2 lit. a und b IRSG);

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  • gegen Zwischenverfügungen innerhalb von zehn Tagen nach Eröffnung des Entscheids bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Be- schwerde geführt werden kann (Art. 80e Abs. 1 und Art. 80k IRSG);

  • auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten die Bestimmungen des VwVG anwendbar sind (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG);

  • die Beschwerde bei der Rechtsmittelbehörde in Schriftform mit Originalun- terschrift innerhalb der Rechtsmittelfrist einzureichen ist (Art. 52 Abs. 1 VwVG); die Fax-Mitteilung von Rechtsanwalt Schmedding (act. 1) diesem Formerfordernis nicht genügt;

  • die Beschwerde in Schriftform spätestens am letzten Tag der Rechtsmittel- frist der Behörde eingereicht oder zu deren Handen der schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver- tretung übergeben werden muss (Art. 21 Abs. 1 VwVG);

  • die angefochtene Zwischenverfügung vom 13. Januar 2015 dem Be- schwerdeführer am 14. Januar 2015 eröffnet wurde (act. 8 und 10.1); die zehntägige Beschwerdefrist demnach bereits am 26. Januar 2015 endete;

  • demnach feststeht, dass die "vorab" mit Fax-Mitteilung vom 27. Januar 2015 angekündigte schriftliche Beschwerde nicht fristgerecht erfolgt ist, selbst wenn diese noch an demselben Tag, d.h. am 27. Januar 2015, der schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben worden sein sollte;

  • es bei dieser Sachlage nicht erforderlich ist, den Eingang der angekündig- ten schriftlichen Beschwerde abzuwarten; ebenso wenig die weiteren Ein- tretensvoraussetzungen zu prüfen sind; nach dem Gesagten auf die Be- schwerde nicht einzutreten ist;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG); die Gerichtsgebühr vorlie- gend auf Fr. 300.-- festzulegen ist (Art. 63 Abs. 4 bis lit. a und Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und Art. 8 Abs. 3 lit. a BStKR).

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 30. Januar 2015

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Detlef Schmedding
  • Bundesanwaltschaft
  • Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben (vgl. Art. 93 Abs. 2 BGG).

Schlagwörter

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