Employment dispute struck off after settlement and withdrawal

RR.2011.306,RR.2011.57,RR.2011.308,RR.2011.315,RP.2011.60Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer11.06.2012Withdrawn

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A. challenged the summary dismissal of his employment relationship by the Federal Administrative Court and sought provisional reinstatement and salary. The Federal Administrative Court in turn asked the Federal Criminal Court to declare the dismissal valid. Before the merits were decided, the parties concluded a settlement on 3 April 2012 and withdrew all submissions. The Federal Criminal Court joined the parallel cases, struck them off the docket as withdrawn, ordered no court fees, and awarded no party compensation.

Omnilex-Regeste

Art. 36 Abs. 4 BPG, Art. 37 Abs. 2 lit. c StBOG, Art. 39 Abs. 2 lit. c StBOG; joinder of proceedings and striking off the docket after withdrawal of all requests following settlement. Where several appeals concern the same employment relationship and overlapping legal questions, joinder is appropriate. If the parties subsequently settle and withdraw all pending submissions, the proceedings are to be discontinued and removed from the docket. Under Art. 34 Abs. 2 BPG, proceedings in public-employment matters before the Federal Criminal Court are free of charge unless they are frivolous; absent a request and absent a basis for ex officio intervention, no party compensation is awarded.

Gesamter Gesetzestext

Entscheid vom 11. Juni 2012 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Cornelia Cova und Patrick Robert-Nicoud, Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia

Parteien

A., vertreten durch Fürsprecher Dino Degiorgi, Beschwerdeführer / Gesuchsgegner

gegen

BUNDESVERWALTUNGSGERICHT, vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Zimmerli, Beschwerdegegner / Gesuchsteller

Gegenstand Arbeitsverhältnis des Personals des Bundesverwal- tungsgerichts (Art. 36 Abs. 4 BPG)

B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

Ges c häft s n um m er: R R . 20 11. 30 6+ R P .20 11. 57 R R . 20 11. 30 8 R R . 20 11. 31 5 + R P .20 11. 60

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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • A. mit Eingabe vom 24. November 2011 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gegen das vom Generalsekretär des Bundesverwal- tungsgerichts verfasste Schreiben vom 28. Oktober 2011 betreffend fristlo- se Kündigung des Arbeitsverhältnisses Beschwerde nach Art. 36 des Bun- despersonalgesetzes vom 24. März 2000 (BPG; SR 172.220.1) erhebt (RR.2011.306); er zur Hauptsache beantragt, es sei die formelle und mate- rielle Nichtigkeit der angefochtenen Verfügung festzustellen; er des Weite- ren das Gesuch um Erlass der vorsorglichen Massnahme stellt, ihn vorläu- fig weiter zu beschäftigen und ihm den Lohn zu bezahlen (RP.2011.57);

  • das Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe vom 30. November 2011 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gestützt auf Art. 14 Abs. 2 BPG das Gesuch einreicht, "es sei festzustellen, dass die am 28. Okto- ber 2011 gegenüber A. mündlich ausgesprochene und gleichentags sowie mit Verfügung vom 30. November 2011 schriftlich bestätigte fristlose Kün- digung gültig ist" (RR.2011.308);

  • A. mit Eingabe vom 16. Dezember 2011 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zum einen Beschwerde gegen die "Personalrechtliche Verfügung vom 30. November 2011" des Generalsekretärs betreffend frist- lose Auflösung des Arbeitsverhältnisses am Bundesverwaltungsgericht er- hebt (RR.2011.315); er damit zum anderen gleichzeitig seine Stellungnah- me zum Gesuch des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. November 2011 einreicht; er das Gesuch stellt, die aufschiebende Wirkung der Beschwerde sei wieder herzustellen und der betreffende Entscheid sei superproviso- risch sofort zu fällen (RP.2011.60);

  • der Vorsitzende mit Zwischenverfügung vom 21. Dezember 2011 den An- trag, über das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung sei superprovisorisch zu entscheiden, abwies und dem Bundesverwal- tungsgericht Frist zur Beschwerde- und Gesuchsantwort ansetzte;

  • das Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe vom 13. Januar 2012 seine Beschwerdeantwort in den Verfahren RR.2011.306+RP.2011.57 und RR.2011.315+RP.2011.60 einreichte; es den Antrag stellt, es sei festzu- stellen, dass die fristlose Kündigung vom 28. Oktober 2011 und die Verfü- gung vom 30. November 2011 gültig seien; es weiter beantragt, die Be- schwerden vom 24. November 2011 und vom 16. Dezember 2011 seien vollumfänglich abzuweisen; es in prozessualer Hinsicht die Vereinigung der

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Verfahren RR.2011.306+RP.2011.57, RR.2011.308 und RR.2011.315+ RP.2011.60 beantragt;

  • die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts als richterliche Be- schwerdeinstanz Beschwerden gegen Verfügungen beurteilt, die ein Ar- beitsverhältnis beim Bundesverwaltungsgericht betreffen (Art. 36 Abs. 4 BPG i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. c des Bundesgesetzes über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [StBOG; SR 173.71]);

  • das Verfahren sich nach BPG und dem Bundesgesetz über das Verwal- tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG; SR 172.021) richtet (Art. 39 Abs. 2 lit. c StBOG);

  • die Verfahren RR.2011.306+RP.2011.57, RR.2011.308 und RR.2011.315+ RP.2011.60 die Auflösung desselben Arbeitsverhältnisses betreffen; in die- sen Verfahren sich dieselben oder miteinander zusammenhängende Rechtsfragen stellen; die Verfahren daher antragsgemäss zu vereinigen und in einem Entscheid zu behandeln sind;

  • mit Schreiben vom 21. Mai 2012 A. durch seinen Rechtsvertreter mitteilen liess, dass sich die Parteien in der Vereinbarung vom 3. April 2012 in der anstellungsrechtlichen Angelegenheit gütlich hätten einigen können, und die entsprechende Vereinbarung einreichte; in der Vereinbarung die Par- teien den Rückzug sämtlicher Eingaben beim Bundesstrafgericht vereinbar- ten; sie in der Vereinbarung gegenüber dem Bundesstrafgericht beantra- gen, die Verfahren von seinem Geschäftsverzeichnis als erledigt abzu- schreiben;

  • bei dieser Sachlage das Verfahren als durch Rückzug sämtlicher Begehren erledigt vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben ist;

  • sich die Parteien über die Parteientschädigung und die Tragung allfälliger Gerichtskosten aussergerichtlich geeinigt haben; die Zusprechung einer weiteren Parteientschädigung nicht beantragt wird und vor diesem Hinter- grund kein Anlass besteht, eine solche von Amtes wegen zuzusprechen;

  • gemäss Art. 34 Abs. 2 BPG das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsge- richt in personalrechtlichen Angelegenheiten und damit dasjenige vor dem Bundesstrafgericht unabhängig vom Verfahrensausgang kostenlos ist, aus- ser bei Mutwilligkeit; vorliegend daher keine Verfahrenskosten zu erheben sind.

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

  1. Die Verfahren RR.2011.306+RP.2011.57, RR.2011.308 und RR.2011.315+ RP.2011.60 werden vereinigt.

  2. Das Verfahren wird als durch Rückzug sämtlicher Begehren erledigt vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

  3. Es werden keine Kosten erhoben.

  4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Bellinzona, 12. Juni 2012

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Fürsprecher Dino Degiorgi,
  • Rechtsanwalt Christoph Zimmerli

Rechtsmittelbelehrung

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnisse kann innert 30 Tagen nach Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 BGG).

Dabei ist die Beschwerde nur zulässig, wenn es um eine vermögensrechtliche Angelegenheit geht, bei welcher der Streitwert mindestens 15'000 Franken beträgt oder bei der sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (Art. 85 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 BGG). Bei einer nicht vermögensrechtlichen Angelegenheit ist die Beschwerde nur zulässig, wenn sie die Gleichstellung der Geschlechter betrifft (Art. 83 Bst. g BGG).

Schlagwörter

employment terminationsettlementwithdrawaljoindercostsparty compensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the parallel proceedings concerning the termination of the employment relationship should be joined.

Extrahierter Entscheid

The proceedings concerned the same employment relationship and related legal questions, so they were joined and decided together.

Extrahierte Begründung

The court found that the cases involved the same termination and overlapping legal issues.

Kernrechtsfrage

Whether the proceedings should be struck off after the parties' settlement and withdrawal of all requests.

Extrahierter Entscheid

Yes. Because all requests were withdrawn pursuant to the settlement, the case was removed from the docket.

Extrahierte Begründung

The parties informed the court of a settlement and requested discontinuance; the proceedings were therefore considered terminated by withdrawal of all claims.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged.

Extrahierter Entscheid

No court costs were charged.

Extrahierte Begründung

Proceedings concerning public employment before the Federal Administrative Court and the Federal Criminal Court are free of charge unless frivolous; no frivolous conduct was found.

Kernrechtsfrage

Whether a party compensation should be awarded.

Extrahierter Entscheid

No party compensation was awarded.

Extrahierte Begründung

The parties settled the issue out of court, regulated costs themselves, and no further compensation was requested.

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