Mutual legal assistance appeal withdrawn; no costs imposed

RR.2008.267Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer04.11.2008Withdrawn

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A. appealed a Zurich public prosecutor's mutual legal assistance order granting disclosure of wiretap and SMS records for a German drug investigation. After being asked to pay an advance and designate a Swiss address for service, he withdrew the appeal. The II. Criminal Chamber of the Federal Criminal Court therefore struck the case from the docket and waived court fees. Because no Swiss service address had been designated, the decision was not formally served on the appellant but filed instead.

Omnilex-Regeste

Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG; withdrawal of appeal in mutual legal assistance proceedings. If the appellant withdraws the complaint, the appellate proceedings become moot and are to be struck from the docket. As a rule, the withdrawing party bears the costs; however, the court may exceptionally waive the fee. For parties domiciled abroad, Art. 80m lit. b IRSG i.V.m. Art. 9 IRSV requires designation of a Swiss address for service; failing this, formal service may be omitted and filing ad acta substituted.

Gesamter Gesetzestext

Entscheid vom 4. November 2008 II. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Vorsitz, Giorgio Bomio und Roy Garré, Gerichtsschreiberin Lea Unseld

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwalt Jens Janssen, Deutschland Beschwerdeführer

gegen

STAATSANWALTSCHAFT I DES KANTONS ZÜ- RICH, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutsch- land

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: RR.2008.267

  • 2 -

Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen (Deutschland) gegen A. sowie weitere Beschuldigte wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Be- täubungsmittelgesetz ermittelt;

  • die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen in diesem Zusammenhang mit einem Rechtshilfeersuchen vom 21. Januar 2008 sowie Ergänzungen an die Schweiz gelangt ist;

  • die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (nachfolgend “Staatsanwalt- schaft“) dem Rechtshilfeersuchen mit Schlussverfügung vom 4. September 2008 entsprochen und u.a. die Herausgabe von Protokollen über die Echt- zeit-Überwachung sowie den SMS-Verkehr verschiedener Mobiltelefonan- schlüsse verfügt hat (act. 1.2);

  • der Beschwerdeführer gegen die Schlussverfügung der Staatsanwaltschaft vom 4. September 2008 mit Beschwerde vom 17. Oktober 2008 an die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangt ist (act. 1);

  • A. am 20. Oktober 2008 eingeladen wurde, bis zum 30. Oktober 2008 ei- nen Kostenvorschuss von Fr. 5'000.-- zu leisten; er zudem aufgefordert wurde, bis zum gleichen Datum in der Schweiz ein Zustelldomizil (eine Ad- resse, an die alle gerichtlichen Schriftstücke rechtsgültig übermittelt werden können) zu bezeichnen, ansonsten weitere Zustellungen durch das Bun- desstrafgericht grundsätzlich unterbleiben und insbesondere der Schluss- entscheid nicht zugestellt wird (act. 3);

  • A. mit Schreiben vom 31. Oktober 2008 den Rückzug seiner Beschwerde bekannt gegeben hat (act. 4);

  • das Beschwerdeverfahren daher zufolge Rückzugs der Beschwerde als er- ledigt abzuschreiben ist;

  • der Beschwerdeführer, der seine Beschwerde zurückzieht, grundsätzlich als unterliegende Partei zu gelten und folglich gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG die Gerichtskosten zu tragen hat (TPF RR.2007.4 vom 6. März 2007; RR.2007.70 vom 30. Mai 2007; RR.2007.157 vom

  1. Oktober 2007); es sich vorliegend jedoch rechtfertigt, auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr zu verzichten (Art. 63 Abs. 1 Satz 3 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG);
  • 3 -

  • eine Partei, die im Ausland wohnt, gemäss Art. 80m lit. b IRSG i.V.m. Art. 9 IRSV ein Zustelldomizil in der Schweiz bezeichnen muss, ansonsten die Zustellung unterbleiben kann;

  • der Beschwerdeführer der Aufforderung vom 20. Oktober 2008 nach der Bezeichnung eines Zustelldomizils in der Schweiz nicht nachgekommen ist, weshalb dieser Entscheid ihm androhungsgemäss nicht formell eröffnet wird und die Zustellung an den Beschwerdeführer anstelle dessen ad acta erfolgt.

  • 4 -

Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer:

  1. Das Verfahren RR.2008.267 wird zufolge Rückzugs der Beschwerde als er- ledigt abgeschrieben.

  2. Es werden keine Kosten erhoben.

Bellinzona, 5. November 2008

Im Namen der II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Vorsitzende: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Jens Janssen (Zustellung ad acta)
  • Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
  • Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).

Schlagwörter

mutual legal assistancewithdrawal of appealcostsservice addresswiretap recordsSMS records

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal had to be struck from the docket after withdrawal

Extrahierter Entscheid

Yes. The appeal proceedings were discontinued because the appellant withdrew the appeal.

Extrahierte Begründung

A written withdrawal on 31 October 2008 rendered the appeal moot; the case had to be removed from the docket as concluded.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged after withdrawal

Extrahierter Entscheid

No costs were imposed, although a withdrawing appellant would ordinarily bear them.

Extrahierte Begründung

The court noted the default rule that the withdrawing party is the losing party, but exercised discretion to waive the court fee in this case.

Kernrechtsfrage

Whether the decision had to be formally served abroad without a Swiss service address

Extrahierter Entscheid

No. Because the appellant failed to designate a Swiss address for service, the decision was not formally served and was filed instead.

Extrahierte Begründung

For parties domiciled abroad, Swiss law requires a domestic address for service; absent compliance, service may be omitted.

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