Non-entry for failure to pay security in mutual legal assistance

RR.2008.215Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer17.12.2008Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The II. Complaint Chamber of the Federal Criminal Court held that the appellant’s complaint against the Schaffhausen investigating magistrate’s mutual legal assistance decision could not be entertained because he failed to pay the ordered CHF 2,500 advance on costs even after an extension of the deadline. The court therefore issued a non-entry decision and imposed court costs of CHF 400 on the appellant, including the costs incurred in the earlier legal-aid ruling. The underlying request concerned the transmission to Portugal of the protocol of A.’s interview and documents submitted by him.

Omnilex-Regeste

Art. 21 Abs. 3 VwVG; Art. 63 Abs. 4 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG; non-payment of an ordered advance on costs within the prescribed period leads, after prior warning, to non-entry. Timely payment requires that the amount be credited to the authority’s Swiss Post or bank account, or handed over to Swiss Post in time. If the advance is not paid, the complaint is inadmissible and the costs are borne by the losing party under Art. 63 Abs. 1 VwVG; this includes, where ordered, the costs of the legal-aid decision. The court fee may be fixed according to the applicable court-fee regulation.

Gesamter Gesetzestext

Entscheid vom 17. Dezember 2008 II. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, Andreas J. Keller und Jean-Luc Bacher, Gerichtsschreiberin Lea Unseld

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwältin Nirmala Maya Dias, Beschwerdeführer

gegen

UNTERSUCHUNGSRICHTERAMT DES KANTONS SCHAFFHAUSEN, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Portugal

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: RR.2008.215

  • 2 -

Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • die Staatsanwaltschaft Vila Real (Portugal) ein Strafverfahren gegen A. wegen Verdachts des Verstosses gegen die Alimentenpflicht führt;

  • die Staatsanwaltschaft Vila Real am 22. Oktober 2007 um rechtshilfeweise Einvernahme von A. ersucht hat;

  • A. am 14. Mai 2008 vom Untersuchungsrichteramt des Kantons Schaffhau- sen (nachfolgend “Untersuchungsrichteramt“) einvernommen wurde;

  • das Untersuchungsrichteramt mit Eintretens- und Schlussverfügung vom

  1. Juli 2008 dem Rechtshilfeersuchen entsprochen und die Übermittlung des Protokolls der untersuchungsrichterlichen Einvernahme von A. vom
  2. Mai 2008 inklusive die von diesem beigebrachten Unterlagen an die er- suchende Behörde verfügt hat;
  • A. mit Beschwerde vom 27. August 2008 an die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts die Aufhebung der Schlussverfügung vom 25. Juli 2008 verlangt und um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege er- sucht hat (act. 1);

  • das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit Entscheid der II. Be- schwerdekammer vom 13. Oktober 2008 abgewiesen und A. eingeladen wurde, bis zum 27. Oktober 2008 einen Kostenvorschuss von Fr. 2’500.-- zu leisten, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten wird; die Kos- ten des Entscheids über die unentgeltliche Rechtspflege bei der Hauptsa- che belassen wurden;

  • die Frist für die Bezahlung des Kostenvorschusses auf Ersuchen von A. vom 17. Oktober 2008 bis am 10. November 2008 erstreckt wurde (act. 3);

  • die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses gewahrt ist, wenn der Be- trag rechtzeitig zu Gunsten der Behörde der Schweizerischen Post überge- ben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet worden ist (Art. 21 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG);

  • der Beschwerdeführer den verlangten Kostenvorschuss nicht bezahlt hat;

  • auf die Beschwerden daher androhungsgemäss nicht einzutreten ist (Art. 63 Abs. 4 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG);

  • 3 -

  • der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens als unterlie- gende Partei zu gelten und die Verfahrenskosten inklusive die Kosten des Entscheids über die unentgeltliche Rechtspflege zu tragen hat (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG); die Gerichtsgebühr auf Fr. 400.-- anzusetzen ist (Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht; SR 173.711.32; TPF RR.2007.6 vom 22. Februar 2007 E. 5).

  • 4 -

Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 19. Dezember 2008

Im Namen der II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Rechtsanwältin Nirmala Maya Dias
  • Untersuchungsrichteramt des Kantons Schaffhausen
  • Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).

Schlagwörter

mutual legal assistanceadvance on costsnon-entryprocedural costsinadmissibilityPortugalcriminal investigation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the mutual legal assistance decision was admissible despite non-payment of the ordered cost advance.

Extrahierter Entscheid

The appeal could not be entered into because the appellant failed to pay the required advance within the extended deadline.

Extrahierte Begründung

The court held that timely payment requires transfer to the authority's account or delivery to Swiss Post within the deadline; this was not done, so non-entry followed as warned.

Kernrechtsfrage

Who bears the procedural costs, including the costs of the legal-aid decision.

Extrahierter Entscheid

The appellant, as the losing party, must bear the procedural costs, including the prior legal-aid decision costs.

Extrahierte Begründung

Since the appellant failed in the proceedings, the cost rule for the losing party applied; the fee was set at CHF 400.

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