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BV.2014.80 ΓÇó Appeal withdrawn in customs/tax seizure case
BV.2014.80Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer10.12.2014Withdrawn
A GMBH, represented by B., challenged the seizure of electronic data and documents carried out by the ESTV in the context of a criminal tax investigation. After filing the appeal, B. withdrew it in full on behalf of the company. The Federal Criminal Court’s Appeals Chamber therefore struck the proceedings off as concluded and imposed the minimum court fee of CHF 200 on the appellant.
Art. 26 Abs. 1 VStrR; Art. 37 Abs. 2 lit. b StBGO; withdrawal of a complaint or appeal against coercive measures terminates the proceedings and leads to removal from the docket without a merits examination. Court costs are borne by the withdrawing party and may be fixed at the minimum fee where the circumstances so justify (Art. 66 Abs. 1 BGG analog; Art. 73 StBOG; Art. 5 and 8 Abs. 1 BStKR).
Beschluss vom 10. Dezember 2014 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Andreas J. Keller und Emanuel Hochstrasser, Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja
Parteien
A GMBH, vertreten durch B., Beschwerdeführerin
gegen
EIDGENÖSSISCHE STEUERVERWALTUNG, Beschwerdegegnerin
Gegenstand Beschlagnahme (Art. 46 f. VStrR)
B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l
Ges c häft s n um m er: B V . 201 4.8 0
Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
die Eidgenössische Steuerverwaltung (nachfolgend "ESTV") gegen B. ein Strafverfahren eröffnete wegen Verdachts auf Hinterziehung von Steuern (Art. 96 Abs. 1 und 4 MWSTG), Abgabebetrugs (Art. 14 Abs. 2 VStrR) und Verletzung von Verfahrenspflichten (Art. 98 MWSTG) begangen als ver- antwortliches Organ der A. GmbH vom 1. Januar 2009 an durch Nichtver- buchung und Nichtdeklaration der der Mehrwertsteuer unterliegenden Um- sätze sowie durch nicht ordnungsgemässes Führen der Geschäftsbücher bzw. vom 4. April 2014 an durch Nichtbeantworten von Fragen im Rahmen einer Kontrolle (act. 2.5);
im Rahmen dieses Verfahrens am 19. November 2014 gestützt auf den Durchsuchungsbefehl des Direktors der ESTV vom 14. November 2014 Beamte der ESTV die Wohn- und Geschäftsräume von B. in Z. (Schweiz) durchsuchten und diverse elektronische Datenträger, Papiere und elektro- nische Daten beschlagnahmten (act. 2.6-2.8);
B. für die A. GmbH am 21. November 2014 Beschwerde erhebt und sinn- gemäss die Aufhebung der Beschlagnahme der obgenannten Gegenstän- de beantragt (act. 1);
die Beschwerdeschrift gemäss Art. 26 Abs. 2 lit. b VStrR beim Direktor der ESTV eingereicht wurde und die ESTV die Beschwerde am 28. Novem- ber 2014 an dieses Gericht weiterleitete und zugleich eine Beschwerde- antwort einreichte (act. 2);
mit Eingabe vom 4. Dezember 2014 B. den Rückzug der Beschwerde er- klärte und ausführte, dass durch die nachträglich und unverständlich spät erhaltenen Informationen sich die am 21. November 2014 eingereichte Be- schwerde teilweise erübrige (act. 5);
B. von der Beschwerdekammer mit Schreiben vom 5. Dezember 2014 dazu aufgefordert wurde, umgehend mitzuteilen, ob die Beschwerde vollumfäng- lich oder nur teilweise zurückgezogen werde und in wessen Namen die Be- schwerde erhoben bzw. der Rückzug der Beschwerde erklärt worden sei (act. 6);
B. daraufhin erklärte, dass er die Beschwerde in seiner Funktion als Ge- schäftsführer der A. GmbH erhoben habe und die Beschwerde vollumfäng- lich zurückziehe (act. 7), mithin im Rubrum einzig die A. GmbH als Be- schwerdeführerin aufzunehmen ist,
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der Rückzug der Beschwerde der Beschwerdegegnerin am 9. Dezem- ber 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (act. 8);
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
Widerhandlungen gegen das Mehrwertsteuergesetz nach diesem und nach dem VStrR verfolgt und beurteilt werden (Art. 103 Abs. 1 MWSTG);
gegen Zwangsmassnahmen im Sinne der Art. 45 ff. VStrR und damit zu- sammenhängende Amtshandlungen bei der Beschwerdekammer des Bun- desstrafgerichts Beschwerde geführt werden kann (Art. 26 Abs. 1 VStrR i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. b StBGO);
der Rückzug der Beschwerde den Rechtsstreit beendet, weshalb das Be- schwerdeverfahren als erledigt abzuschreiben ist (vgl. Beschluss des Bun- desstrafgerichts BV.2014.40 vom 24. Juli 2014, E. 1.4);
die Gerichtskosten bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerde- führerin aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG analog; vgl. TPF 2011 25 E. 3); die Gerichtsgebühr dabei auf die minimalen Fr. 200.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 BStKR).
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Demnach erkennt die Beschwerdekammer:
Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Rückzugs der Beschwerde als erle- digt abgeschrieben.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt.
Bellinzona, 11. Dezember 2014
Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:
Zustellung an
Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).