Non-entry for failure to pay cost advance

BV.2010.80Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer16.03.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A. challenged the ESBK order seizing two computers in the context of a criminal investigation under the Gambling Act. After his request for legal aid was rejected, he was ordered to pay a cost advance of CHF 1,500 and given a grace period. Because no payment was received, the I. Beschwerdekammer held that the appeal could not be entertained and imposed a reduced court fee of CHF 200 on A.

Omnilex-Regeste

Art. 62 Abs. 3 BGG analog; cost advance in appeal proceedings before the Federal Criminal Court: if the ordered advance is not paid within the set period and the subsequent grace period, the appeal is not entered into. The rules on court costs are supplemented by the BGG where the applicable cost regulation is incomplete. The unsuccessful party bears the costs; a reduction of the fee may be justified by the party's difficult circumstances (consid. 3).

Gesamter Gesetzestext

Beschluss vom 16. März 2011 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Joséphine Contu, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

A.,

Beschwerdeführer

gegen

EIDGENÖSSISCHE SPIELBANKENKOMMISSION,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Beschlagnahme (Art. 46 VStrR)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BV.2010.80 (Nebenverfahren: BP.2011.1)

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • die Eidgenössische Spielbankenkommission (nachfolgend „ESBK“) im Rah- men der wegen des Verdachts der Widerhandlung gegen das Bundesge- setz vom 18. Dezember 1998 über Glücksspiele und Spielbanken (Spiel- bankengesetz, SBG; SR 935.52) gegen A. gerichteten Strafuntersuchung mit Verfügung vom 9. Dezember 2010 zwei im von A. betriebenen Lokal si- chergestellte Computer beschlagnahmte (act. 2.1);

  • die ESBK die von A. hiergegen erhobene Beschwerde vom 13. Dezem- ber 2010 (act. 1) am 17. Dezember 2010 zusammen mit ihrer Stellung- nahme an die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts weiterleitete (act. 2);

  • A. mit Schreiben vom 5. Januar 2011 sinngemäss ein Gesuch um unent- geltliche Rechtspflege stellte (act. 5), welches die I. Beschwerdekammer mit Entscheid BP.2011.1 vom 7. Februar 2011 als unbegründet abwies (act. 6);

  • die I. Beschwerdekammer A. im Rahmen dieses Entscheides aufforderte, einen Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- zu leisten (act. 6);

  • innerhalb dieser Frist kein entsprechender Zahlungseingang verzeichnet werden konnte, weshalb A. am 22. Februar 2011 eine Nachfrist bis 4. März 2011 zur Bezahlung des verlangten Kostenvorschusses anberaumt wurde, andernfalls auf seine Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 7);

  • auch innerhalb dieser Nachfrist kein entsprechender Zahlungseingang ver- zeichnet werden konnte.

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • sich die Kostenpflicht im Beschwerdeverfahren vor der I. Beschwerdekam- mer nach Art. 73 StBOG bestimmt (Art. 25 Abs. 4 VStrR);

  • Art. 73 StBOG im Wesentlichen nur auf das Reglement des Bundesstrafge- richts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigun- gen in Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) verweist, welches

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gemäss seinem Art. 22 Abs. 3 grundsätzlich auch auf Verfahren Anwen- dung findet, die im Zeitpunkt seines Inkrafttretens hängig waren;

  • dem BStKR jedoch keine Regelung über Erhebung, Sicherstellung und Verteilung von Gerichtskosten entnommen werden kann, weshalb diesbe- züglich ergänzend die Regeln des BGG anzuwenden sind, was der bisheri- gen gesetzlichen Regelung entspricht (vgl. zu dieser Problematik die Ent- scheide des Bundesstrafgerichts BP.2011.1 vom 7. Februar 2011; BV.2010.78 vom 28. Januar 2011, E. 3);

  • der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin des Beschwerdeverfah- rens eine angemessene Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses setzt, wobei er oder sie der Partei eine Nachfrist ansetzt, wenn diese unbenutzt abläuft (Art. 62 Abs. 3 Satz 1 und 2 BGG analog);

  • die I. Beschwerdekammer auf die Beschwerde nicht eintritt, wenn der Kos- tenvorschuss auch innerhalb dieser Nachfrist nicht geleistet wird (Art. 62 Abs. 3 Satz 3 BGG analog);

  • der Beschwerdeführer im vorliegenden Fall auch die ihm zur Leistung des Kostenvorschusses anberaumte Nachfrist unbenutzt verstreichen liess, weshalb auf seine Beschwerde androhungsgemäss nicht einzutreten ist;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer als unterlie- gende Partei die Kosten für das Beschwerdeverfahren sowie für das Ne- benverfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege zu tragen hat (Art. 66 Abs. 1 BGG analog);

  • auf die mutmasslich nicht einfache Situation des Beschwerdeführers mit ei- ner reduzierten Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- Rücksicht genommen wird (Art. 5 und 8 Abs. 1 BStKR);

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und erkennt:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer zur Bezah- lung auferlegt.

Bellinzona, 17. März 2011

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • A.
  • Eidgenössische Spielbankenkommission

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der I. Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).

Schlagwörter

seizurecost advancenon-entrylegal aidcourt costsappeal admissibility

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal was admissible after non-payment of the ordered cost advance within the extended deadline.

Extrahierter Entscheid

The appeal could not be entered into because the appellant did not pay the cost advance even within the grace period.

Extrahierte Begründung

The chamber applied Art. 62(3) BGG by analogy: if the advance is not paid within the set period and the grace period, the appeal is not admitted. The appellant let the grace period lapse unused.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs for the appeal and the ancillary legal-aid proceeding.

Extrahierter Entscheid

The appellant, as the losing party, must bear the costs; the fee was reduced to CHF 200 in view of his situation.

Extrahierte Begründung

Under the applicable cost rules, the unsuccessful party bears the costs. The chamber took account of the appellant's likely difficult situation by setting a reduced fee.

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