Non-entry for failure to pay advance costs in seizure complaint

BV.2009.1Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer27.04.2009Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The I. Beschwerdekammer of the Federal Criminal Court dealt with A.'s complaint against the ESBK's seizure and confiscation of a gaming machine. After the appellant failed to pay the required CHF 1,500 advance on costs despite a first deadline, a refusal of legal aid, and a final grace period, the court held that it could not enter into the complaint. It also ordered A. to pay court fees of CHF 300 for the main case and the related legal-aid proceeding.

Omnilex-Regeste

Art. 62 Abs. 3 Satz 3 BGG i.V.m. Art. 245 Abs. 1 BStP; non-payment of the advance on costs after expiry of the main deadline and an expressly granted grace period leads to non-entry into the complaint. If the appeal is not entered into, the appellant bears the costs under Art. 66 Abs. 1 BGG; the fee may be set according to Art. 245 Abs. 2 BStP and the Federal Criminal Court fee regulation.

Gesamter Gesetzestext

Entscheid vom 27. April 2009 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, Tito Ponti und Alex Staub, Gerichtsschreiberin Tanja Inniger

Parteien

A.,

Beschwerdeführer

gegen

EIDGENÖSSISCHE SPIELBANKENKOMMISSION,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Beschlagnahme (Art. 26 Abs. 1 i.V.m. Art. 46 VStrR)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BV.2009.1 (Nebenverfahren: BP.2009.11)

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Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • die Eidgenössische Spielbankenkommission (nachfolgend „ESBK“) ein Straf- verfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom 18. Dezember 1998 über Glücksspiele und Spielban- ken (Spielbankengesetz, SBG; SR 935.52) führt;

  • die ESBK im Rahmen dieses Verfahrens am 14. Januar 2009 in der Bar B. in Z. einen Spielautomaten des Typs Game Park II (Multigame) sicherstellte, diesen anschliessend beschlagnahmte und die Beschlagnahmeverfügung vom 23. Januar 2009 (act. 2.3) dem Aufsteller des Automaten, A., eröffnete;

  • A. gegen diese Verfügung am 27. Januar 2009 (Poststempel) Beschwerde beim Direktor der ESBK erhob (act. 1), welcher die Beschwerde zusammen mit der Beschwerdeantwort am 2. Februar 2009 an die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts weiterleitete (act. 2);

  • die I. Beschwerdekammer den Beschwerdeführer mit Schreiben vom

  1. Februar 2009 aufforderte, bis am 13. Februar 2009 einen Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- zu leisten (act. 3);
  • der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 10. Februar 2009 mitteilte, dass er zurzeit auf dem Existenzminimum lebe und es seine finanzielle Situation nicht erlaube, den Kostenvorschuss zu bezahlen (BP.2009.11, act. 1);

  • mit Entscheid vom 16. März 2009 auf sein Gesuch um Gewährung der un- entgeltlichen Rechtspflege nicht eingetreten wurde und dem Beschwerdefüh- rer gleichzeitig Frist bis am 26. März 2009 zur Leistung des Kostenvorschus- ses von Fr. 1'500.-- gesetzt wurde (act. 4);

  • innert dieser Frist kein entsprechender Zahlungseingang seitens des Be- schwerdeführers erfolgte;

  • die I. Beschwerdekammer ihm mit Schreiben vom 1. April 2009 eine Nachfrist zur Leistung des Kostenvorschusses von Fr. 1'500.-- bis am 14. April 2009 ansetzte und den Beschwerdeführer ausdrücklich darauf aufmerksam mach- te, dass bei Nichtleistung des Kostenvorschusses innert der Nachfrist auf seine Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 5);

  • der Beschwerdeführer auch innerhalb der anberaumten Nachfrist den Kos- tenvorschuss nicht einbezahlte, weshalb auf die Beschwerde androhungs-

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gemäss sowie in Anwendung von Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 62 Abs. 3 Satz 3 BGG nicht einzutreten ist;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Kosten zu tragen hat (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG) und die Gerichts- kosten für das vorliegende Verfahren sowie das Nebenverfahren bezüglich unentgeltlicher Rechtspflege (BP.2009.11) auf Fr. 300.-- festzusetzen ist (Art. 245 Abs. 2 BStP i.V.m. Art. 3 des Reglements über die Gerichtsgebüh- ren vor dem Bundesstrafgericht vom 11. Februar 2004, SR 173.711.32);

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und erkennt:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 28. April 2009

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • A.
  • Eidgenössische Spielbankenkommission

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der I. Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).

Schlagwörter

seizureconfiscationadvance on costsnon-entrylegal aidcourt fees

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint had to be dismissed for non-payment of the advance on costs

Extrahierter Entscheid

The court did not enter into the complaint because the appellant failed to pay the advance on costs even after an extension and warning.

Extrahierte Begründung

After the failed deadline and the unsuccessful grace period, the procedural precondition for the appeal was not met; the court therefore had to issue a non-entry decision.

Kernrechtsfrage

Who bears the court fees and in what amount

Extrahierter Entscheid

The appellant must bear the court fee, fixed at CHF 300 for the main proceedings and the related legal-aid subproceeding.

Extrahierte Begründung

Because the appellant failed in the proceedings, costs were imposed on him and set at the stated amount under the applicable fee rules.

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