Revision of denial of legal aid rejected

BP.2008.55Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer05.11.2008Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A. asked the I. Beschwerdekammer of the Federal Criminal Court to reconsider or revise its earlier refusal of legal aid. He submitted a later certificate from the City of Zurich social services. The chamber held that revision was unavailable because the certificate was created only after the prior decision and therefore could not qualify as a previously unavailable decisive fact or evidence. In any event, the document was too vague to establish indigence, since it did not address income, assets, or liabilities. The request was rejected, a new deadline was set for payment of a CHF 1,000 cost advance, and the costs of the decision were left to the main case.

Omnilex-Regeste

Art. 31 Abs. 1 SGG; Art. 121 lit. d und Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG: Revision of a decision refusing legal aid is admissible only for facts existing at the time of the decision but overlooked without fault, or for later-discovered facts/evidence that could not previously be produced; evidence created only after the challenged decision is excluded. A party seeking legal aid must substantiate indigence comprehensively; a general welfare certificate that does not address income, assets, liabilities and the scope of assistance is insufficient (consid. 2–3).

Gesamter Gesetzestext

Entscheid vom 5. November 2008 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, Tito Ponti und Alex Staub, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Partei

A.,

Gesuchsteller

Gegenstand Wiedererwägung bzw. Revision des Entscheids der I. Beschwerdekammer BP.2008.47 vom 22. Septem- ber 2008 betreffend unentgeltliche Rechtspflege

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BP.2008.55 (Hauptverfahren: BV.2008.12)

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • sie mit Entscheid vom 22. September 2008 (Verfahren BP.2008.47) das Gesuch von A. um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mangels genügender Substantiierung abwies (BP.2008.47 act. 4);

  • der Gesuchsteller mit Eingabe vom 14. Oktober 2008 diesbezüglich ein Gesuch um Wiedererwägung stellt, eine Unterstützungsbestätigung der Stadt Zürich einreicht und die I. Beschwerdekammer erneut er- sucht, auf die Erhebung eines Gerichtskostenvorschusses zu verzich- ten (act. 1);

  • gemäss Art. 31 Abs. 1 SGG für die Revision, Erläuterung und Berichti- gung von Entscheiden der I. Beschwerdekammer die Art. 121 – 129 BGG sinngemäss gelten;

  • der Entscheid betreffend unentgeltliche Rechtspflege einen selbständig eröffneten Vorentscheid darstellt, gegen den die Revision im Sinne von Art. 121 ff BGG zulässig ist (vgl. im Ergebnis TPF BB.2007.22 vom

  1. März 2007 E. 1; VON WERDT, in: Seiler/von Werdt/Güngerich, Bun- desgerichtsgesetz (BGG), Bern 2007, Art. 121 BGG N. 5);
  • es sich bei solchen Entscheiden namentlich nicht um lediglich prozess- leitende Verfügungen handelt, welche nicht der Revision unterliegen (VON WERDT, a.a.O., Art. 121 BGG N. 6), sondern allenfalls einer Wie- dererwägung zugänglich sind (vgl. hierzu HAUSER/SCHWERI/HART- MANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, S. 210 N. 19 f);

  • eine Revision namentlich dann zulässig ist, wenn das Gericht in den Akten liegende erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht berücksich- tigt hat (Art. 121 lit. d BGG) oder wenn die ersuchende Partei nachträg- lich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auf- findet, die sie in einem früheren Verfahren nicht beibringen konnte, un- ter Ausschluss der Tatsachen und Beweismittel, die erst nach dem Entscheid entstanden sind (Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG);

  • der Gesuchsteller sinngemäss um Revision des negativen Entscheids betreffend unentgeltlicher Rechtspflege vom 22. September 2008 er- sucht und eine vom 24. September 2008 datierende Unterstützungs- bestätigung der Stadt Zürich (act. 1.1) ins Recht legt, welche bestätige,

  • 3 -

dass er kein Einkommen habe und nicht in der Lage sei, den Kosten- vorschuss zu leisten;

  • diese Bescheinigung erst nach dem abschlägigen Entscheid der I. Be- schwerdekammer erstellt wurde und die Revision des Entscheides vom
  1. September 2008 gestützt auf die Bescheinigung daher nicht zuläs- sig ist (Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG);
  • das Revisionsgesuch nach dem Gesagten abzuweisen ist;

  • selbst im Falle der Zulässigkeit einer Revision bzw. im Falle der Be- handlung der Eingabe des Gesuchstellers vom 14. Oktober 2008 als neues Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sich dem neu eingereichten Beweismittel lediglich pauschal entnehmen liesse, dass der Gesuchsteller derzeit für die Lebenshaltungskosten von den Sozialen Diensten der Stadt Zürich unterstützt wird, wobei sich diese Unterstützung nach den einschlägigen Richtlinien richte (act. 1.1);

  • der Gesuchsteller mit diesem einzelnen Beleg, welcher sich in keiner Weise zu den finanziellen Verpflichtungen, dem Umfang der Unterstüt- zungsleistungen, allfälligem Einkommen oder Vermögen des Ge- suchstellers äussert, seiner Obliegenheit zur umfassenden Darlegung seiner Einkommens- und Vermögensverhältnisse nach wie vor nicht genügend nachkäme;

  • dem Gesuchsteller bis 17. November 2008 erneut Frist gesetzt wird zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 1'000.--;

  • die Kosten des vorliegenden Entscheides bei der Hauptsache bleiben;

  • 4 -

und erkennt:

  1. Das Gesuch wird abgewiesen.

  2. Dem Gesuchsteller wird bis 17. November 2008 Frist gesetzt zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 1'000.--.

  3. Die Kosten des vorliegenden Entscheides bleiben bei der Hauptsache.

Bellinzona, 5. November 2008

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • A.

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Schlagwörter

legal aidrevisionnew evidenceindigencecost advancesocial assistance

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the revision request against the prior denial of legal aid was admissible based on the submitted support certificate.

Extrahierter Entscheid

The request was inadmissible insofar as it relied on a certificate created after the challenged decision, which cannot support revision under the applicable rules.

Extrahierte Begründung

Revision is available only for pre-existing overlooked facts or later-discovered facts/evidence that could not previously be produced; the certificate was issued after the prior decision and therefore did not qualify.

Kernrechtsfrage

Whether the applicant had sufficiently substantiated indigence for legal aid on the merits.

Extrahierter Entscheid

No. The single certificate only showed current social assistance and did not sufficiently disclose income, assets, liabilities, or the scope of support.

Extrahierte Begründung

Even if treated as a new request, the evidence remained too general to satisfy the obligation to fully document financial circumstances.

Kernrechtsfrage

Whether a court fee advance should again be ordered.

Extrahierter Entscheid

Yes. The applicant was granted a deadline until 17 November 2008 to pay an advance of CHF 1,000.

Extrahierte Begründung

Because legal aid was refused, the advance payment requirement remained in force.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.