Withdrawal of complaint ends cost proceedings

BK.2011.23Bundesstrafgericht20.01.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A. appealed against the administrative criminal authority’s cost order and refusal of compensation after discontinuation of proceedings. After failing to pay the required advance and then withdrawing the complaint, the Federal Criminal Court held that withdrawal is admissible in complaint proceedings and terminates the dispute. The case was therefore struck off the docket as terminated. The court fee of CHF 200 was imposed on A.

Omnilex-Regeste

Art. 66 Abs. 1 BGG analog; Art. 25 Abs. 4 VStrR, Art. 73 StBOG, Art. 5 and 8 Abs. 1 BStKR; withdrawal of a complaint in administrative-criminal complaint proceedings: even absent express statutory regulation, withdrawal is permissible under the dispositive principle, terminates the dispute, and leads to administrative striking-off of the case. Costs are borne by the withdrawing appellant by analogy to the federal cost rules; the fee may be set at the regulatory minimum.

Gesamter Gesetzestext

Beschluss vom 20. Januar 2012 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Joséphine Contu, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

A.,

Beschwerdeführer

gegen

EIDGENÖSSISCHES FINANZDEPARTEMENT, Rechtsdienst des Generalsekretariats EFD,

Beschwerdegegner

Gegenstand Kostenerkenntnis (Art. 96 Abs. 1 VStrR); Ent- schädigung bei Einstellung (Art. 100 Abs. 4 VStrR)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BK.2011.23 (Nebenverfahren: BP.2011.66)

  • 2 -

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • der Rechtsdienst des Generalsekretariats des Eidgenössischen Finanzde- partements mit Verfügung vom 3. Oktober 2011 das verwaltungsstrafrecht- liche Verfahren gegen A. wegen des Verdachts der Widerhandlung gegen Art. 40 lit. b des Bundesgesetzes vom 24. März 1995 über die Börsen und den Effektenhandel (Börsengesetz, BEHG; SR 954.1) in der bis zum
  1. Dezember 2008 geltenden Fassung einstellte, diesem die Verfahrens- kosten in der Höhe von Fr. 1'850.-- auferlegte und auf die Ausrichtung einer Entschädigung an A. verzichtete (act. 1.1);
  • A. hiergegen mit Beschwerde vom 2. November 2011 an die Beschwerde- kammer des Bundesstrafgerichts gelangte und beantragt, der Kosten- spruch sei aufzuheben und es sei ihm eine Entschädigung von Fr. 500.-- auszurichten (act. 1);

  • die Beschwerdekammer mit Beschluss BP.2011.66 vom 2. Dezember 2011 dessen Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abwies und ihm eine Frist bis 12. Dezember 2011 zur Leistung eines Kostenvorschusses setzte (act. 3);

  • A. diesbezüglich auf entsprechendes Gesuch hin eine Fristerstreckung bis

  1. Dezember 2011 gewährt wurde (act. 5);
  • nachdem auch innerhalb dieser Frist beim Bundesstrafgericht keine Zah- lung einging, A. eine Nachfrist bis 9. Januar 2012 gesetzt wurde zur Leis- tung des verlangten Kostenvorschusses, andernfalls auf seine Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 7);

  • A. auch diese Nachfrist ungenutzt verstreichen liess bzw. mit Schreiben vom 15. Januar 2012 seine Beschwerde zurückzog (act. 8).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die seit 1. Januar 2011 für das Beschwerdeverfahren im Bereich des Ver- waltungsstrafrechts anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen keine Rege- lung für den Rückzug einer Beschwerde und dessen Folgen mehr vorsehen (vgl. zu den bisher anwendbaren gesetzlichen Grundlagen beispielsweise den Entscheid des Bundesstrafgerichts BV.2010.79 vom 10. Dezem-

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ber 2010), ein solcher aber im Rahmen der Dispositionsmaxime auch ohne ausdrückliche gesetzliche Grundlage zulässig ist (vgl. ZIEGLER, Basler Kommentar, Basel 2011, Art. 386 StPO N. 3);

  • der Rückzug der Beschwerde den Rechtsstreit beendet, weshalb das Be- schwerdeverfahren als erledigt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben werden kann (vgl. nebst der angeführten bisherigen Praxis auch Art. 32 Abs. 2 BGG für das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesgericht und hierzu HÄRRI, Basler Kommentar, Basel 2008, Art. 32 BGG N. 16);

  • die Gerichtskosten bei diesem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerde- führer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG analog; vgl. hierzu den Be- schluss des Bundesstrafgerichts BV.2011.2 vom 16. März 2011, E. 2, so- wie den Entscheid des Bundesstrafgerichts BV.2010.77 vom 12. Janu- ar 2011);

  • die Gerichtsgebühr für das vorliegende Verfahren auf das reglementarisch vorgesehene Minimum von Fr. 200.-- festgesetzt wird (Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundes- strafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent- schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]);

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und erkennt:

  1. Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Rückzugs der Beschwerde als erle- digt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 24. Januar 2012

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • A.
  • Eidgenössisches Finanzdepartement, Rechtsdienst des Generalsekretari- ats EFD

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Schlagwörter

complaint withdrawalcostsdiscontinuancelegal aidcourt feeadministrative criminal law

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the withdrawn complaint should be struck from the docket as terminated

Extrahierter Entscheid

The complaint proceedings were declared terminated and struck from the court records because the complaint had been withdrawn.

Extrahierte Begründung

A withdrawal is admissible under the dispositive principle even without express statutory regulation; it ends the dispute and allows the case to be closed administratively.

Kernrechtsfrage

Who must bear the court costs after withdrawal of the complaint

Extrahierter Entscheid

The appellant must bear the court fee.

Extrahierte Begründung

After withdrawal, costs are allocated against the appellant by analogy to Art. 66 para. 1 BGG.

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