Venue upheld under Art. 34 StPO; legal aid refused

BG.2014.2,BP.2014.3Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer05.03.2014Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A. challenged the inter-cantonal venue decision that placed the prosecution for trespass and a minor property offence with Bern, while Freiburg was already investigating him for theft. The Federal Criminal Court held that theft was the gravest offence, so Freiburg was competent under Art. 34 StPO. The complaint was therefore dismissed. Because the appeal had no chance of success, legal aid was refused. Court costs of CHF 800 were imposed on A.

Omnilex-Regeste

Art. 34 Abs. 1 StPO; inter-cantonal venue where several offences were committed in different cantons; the competent authority is that of the place of the offence threatened with the severest penalty, and only in case of equal penalties the authority first seized is competent. A venue decision conforming to this rule is to be upheld on complaint. An appeal lacking prospects of success justifies refusal of free legal aid under Art. 29 Abs. 3 BV; costs follow the outcome under Art. 428 Abs. 1 StPO.

Gesamter Gesetzestext

Beschluss vom 5. März 2014 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Cornelia Cova, Gerichtsschreiber Miro Dangubic

Parteien

A.,

Beschwerdeführer

gegen

  1. KANTON FREIBURG, STAATSANWALT- SCHAFT,

  2. KANTON BERN, GENERALSTAATSANWALT- SCHAFT,

Beschwerdegegner

Gegenstand Anfechtung des Gerichtsstands (Art. 41 Abs. 2 StPO); unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV)

B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

Ges c häft s n um m er: B G .20 14 .2, B P .201 4. 3

  • 2 -

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • die Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg (nachfolgend "StA FR") eine Strafuntersuchung gegen A. u.a. wegen Diebstahls führt (Verfahrensakten, S. 2166);

  • die B. Genossenschaft am 14. November 2013 Strafantrag gegen A. we- gen Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) und geringfügigen Vermögensde- likts (Art. Art. 139 Abs. 1 i.V.m. Art 172 ter StGB) bei den Strafverfolgungs- behörden des Kantons Bern stellte (Anzeigerapport der Kantonspolizei des Kantons Bern vom 15. November 2013);

  • die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern die StA FR mit Schreiben vom 12. Dezember 2013 um Übernahme der aus dem obgenannten Straf- antrag resultierenden Strafuntersuchung ersuchte (Verfahrensakten, S. 2156);

  • die StA FR mit Schreiben vom 8. Januar 2014 den Gerichtsstand betref- fend Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) und geringfügigen Vermögensde- likts (Art. Art. 139 Abs. 1 i.V.m. Art 172 ter StGB) anerkannte (act. 1.1);

  • A. dagegen mit Eingabe vom 11. Januar 2014 Beschwerde erhebt; der Be- schwerdeführer zudem ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellt (act. 1);

  • die StA FR mit Beschwerdeantwort vom 26. November 2013 beantragt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten (act. 5);

  • die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern mit Schreiben vom

  1. Januar 2014 auf Beschwerdeantwort verzichtete (act. 6);
  • die Eingaben der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer zur Kenntnis zugestellt wurden (act. 7).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • sich die Parteien gegen die von den beteiligten Staatsanwaltschaften ge- troffene Entscheidung über den Gerichtsstand (Art. 39 Abs. 2) innert 10 Tagen bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts beschweren können (Art. 41 Abs. 2 Satz 1 StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG);

  • 3 -

  • Art. 34 Abs. 1 StPO folgendes festhält: "Hat eine beschuldigte Person meh- rere Straftaten an verschiedenen Orten verübt, so sind für die Verfolgung und Beurteilung sämtlicher Taten die Behörden des Ortes zuständig, an dem die mit der schwersten Strafe bedrohte Tat begangen worden ist. Bei gleicher Strafdrohung sind die Behörden des Ortes zuständig, an dem zu- erst Verfolgungshandlungen vorgenommen worden sind";

  • dem Beschwerdeführer im Kanton Freiburg Diebstahl (Art. 139 Abs. 1 StGB) und im Kanton Bern Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB) sowie ein geringfügiges Vermögensdelikt (Art. Art. 139 Abs. 1 i.V.m. Art 172 ter StGB) vorgeworfen werden;

  • Diebstahl das schwerste der vorliegend zur Diskussion stehende Delikte im Sinne von Art. 34 Abs. 1 StPO ist; die Anerkennung durch die StA FR folg- lich im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen erfolgte, weswegen die Beschwerde abzuweisen ist;

  • gemäss obiger Ausführungen die Beschwerde sich zum Vornherein als aussichtslos erweist, infolgedessen auch das Gesuch des Beschwerdefüh- rers um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen ist;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO);

  • die Gerichtsgebühr auf Fr. 800.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom

  1. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun- desstrafverfahren, BStKR; SR 173.713.162).
  • 4 -

Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

  1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

  2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

  3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer zur Bezah- lung auferlegt.

Bellinzona, 5. März 2014

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • A.
  • Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Freiburg
  • Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Schlagwörter

venuecriminal proceduretheftlegal aidcostsjurisdiction

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the venue determination in favour of Freiburg was correct under Art. 34 StPO.

Extrahierter Entscheid

Yes. Theft was the most serious offence, so the authorities of the place where it was committed were competent.

Extrahierte Begründung

Under Art. 34 Abs. 1 StPO, jurisdiction lies with the place of the most seriously punishable offence; theft was more serious than trespass and minor property offences.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant was entitled to free legal aid.

Extrahierter Entscheid

No. The appeal had no prospects of success, so legal aid had to be refused.

Extrahierte Begründung

Because the venue complaint was manifestly without merit, the request was also hopeless within the meaning of Art. 29 Abs. 3 BV.

Kernrechtsfrage

Who bears the costs and in what amount.

Extrahierter Entscheid

The appellant must bear the court fee fixed at CHF 800.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome under Art. 428 Abs. 1 StPO; the fee was set according to the federal criminal court fee regulations.

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