Revision inadmissible for non-payment of advance on costs

BG.2005.14Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer30.08.2005Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Criminal Court’s Appeals Chamber considered a request to revise its earlier non-entry decision. It held that the applicant had been validly notified of the order to pay an advance on costs, because the postal collection period had expired and he had to anticipate court mail after initiating the proceedings. Since he neither paid the CHF 1,000 advance nor sought an extension, the court refused to enter into the revision request. The applicant was ordered to pay court costs of CHF 1,000.

Omnilex-Regeste

Art. 33 Abs. 2 OG; deemed service of court mail and consequences of failure to pay a cost advance: where a party must expect judicial correspondence because it initiated the proceedings, a registered item is deemed served upon expiry of the seven-day collection period even if a postal retention order makes later collection possible. If the ordered advance on costs is neither paid nor an extension requested within the set time limit, the court must refuse to enter into the remedy. Costs are charged to the unsuccessful party under Art. 245 BStP in conjunction with Art. 156 Abs. 1 OG and the applicable court-fee regulation.

Gesamter Gesetzestext

Entscheid vom 30. August 2005 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter, Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, Andreas J. Keller und Barbara Ott, Gerichtsschreiber Patrick Guidon

Parteien

A.,

Gesuchsteller

gegen

  1. OBERGERICHT DES KANTONS BERN,

  2. GERICHTSPRÄSIDENTIN 14 DES GERICHTS- KREISES VIII BERN-LAUPEN,

Gesuchsgegner

Gegenstand Revision des Entscheids des Bundesstrafgerichts BG.2005.5 vom 20. April 2005

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BG.2005.14

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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • die Beschwerdekammer mit Entscheid vom 20. April 2005 (Geschäfts- nummer BG.2005.5) auf eine Beschwerde des Gesuchstellers vom
  1. Februar 2005 gegen das Obergericht des Kantons Bern und die Ge- richtspräsidentin 14 des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen nicht eingetreten ist;
  • der Gesuchsteller mit Eingabe vom 12. (recte: 10.) Mai 2005 bei der Be- schwerdekammer sinngemäss die Revision des Entscheides vom 20. April 2005 und unter anderem den Ausstand mehrerer Richter (Emanuel Hochstrasser, Andreas J. Keller, Walter Wüthrich, Tito Ponti) und Gerichts- schreiberinnen (Joséphine Contu, Petra Williner) des Bundesstrafgerichts sowie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege beantragt (act. 1, S. 1 f.);

  • die Beschwerdekammer mit Entscheid vom 5. Juli 2005 (Geschäftsnummer BA.2005.7) auf das Ausstandsbegehren nicht eingetreten ist und die Ange- legenheit dem Präsidenten der Beschwerdekammer zur weiteren Überprü- fung überwiesen hat (act. 2);

  • das Bundesgericht auf eine dagegen erhobene Beschwerde des Ge- suchstellers mit Urteil vom 26. Juli 2005 nicht eingetreten ist;

  • die Beschwerdekammer mit Entscheid vom 10. August 2005 sodann das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege in Bezug auf die Gerichtskosten sowie die Bestellung eines Vertreters für das vorliegende Verfahren abwies und dem Gesuchsteller Frist bis 22. August 2005 zur Leistung des Kostenvorschusses von Fr. 1'000.-- ansetzte, verbunden mit der Androhung, dass bei Säumnis auf das Revisionsgesuch nicht eingetre- ten werde (act. 3);

  • die Post dem Bundesstrafgericht am 12. August 2005 meldete, die Sen- dung habe noch nicht zugestellt werden können und lagere aufgrund eines Auftrags des Empfängers voraussichtlich bis 12. September 2005 (act. 4);

  • wenn der Adressat anlässlich einer versuchten Zustellung nicht angetroffen und daher eine Abholeinladung in seinen Briefkasten oder sein Postfach gelegt wird, die Sendung nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in jenem Zeitpunkt als zugestellt gilt, in welchem sie auf der Post abgeholt wird (vgl. hierzu sowie den nachfolgenden Erwägungen BGE 127 I 31, 34 E. 2a/aa mit Hinweisen);

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  • wenn das nicht innert der Abholfrist, die sieben Tage beträgt, geschieht, die Sendung als am letzten Tag dieser Frist zugestellt gilt, sofern der Adressat mit der Zustellung hat rechnen müssen;

  • die vorgenannte Frist bis zum Eintreten der Zustellfiktion auch dann nicht verlängert wird, wenn ein Abholen nach den anwendbaren Bestimmungen der Post auch noch länger möglich ist, etwa in Folge eines Zurückbehal- tungsauftrags (BGE 127 I 31, 34 f. E. 2b sowie BGE 123 III 492, 493 f. E. 1);

  • der Gesuchsteller mit fristauslösenden gerichtlichen Sendungen rechnen musste, nachdem er selber das Revisionsverfahren eingeleitet hatte, und daher nach Treu und Glauben dafür zu sorgen hatte, dass ihm gerichtliche Sendungen zugestellt werden können (BGE 123 III 492, 493 E. 1);

  • die eingeschriebene Sendung am Mittwoch, 10. August 2005, der Post übergeben wurde (act. 3), gemäss Track & Trace-Auskunft am Donnerstag,

  1. August 2005, bei der Poststelle in Zürich einging und die Abholeinla- dung gleichentags in den Briefkasten des Empfängers gelegt wurde, womit die siebentägige Abholfrist am Mittwoch, 17. August 2005 ablief (zur Be- rechnung des Ablaufs der siebentägigen Abholfrist vgl. BGE 127 I 31, 35 E. 2b, 37 E. 3b/cc sowie BGE 123 III 492, 494 E. 1 [bei Vorliegen eines Zu- rückbehaltungsauftrags]);
  • der Gesuchsteller damit rechtzeitig von der Aufforderung zur Leistung des Kostenvorschusses bis zum 22. August 2005 Kenntnis erhalten hat;

  • bis zum 22. August 2005 weder der verlangte Kostenvorschuss geleistet noch um eine Erstreckung der Frist ersucht wurde (vgl. Art. 33 Abs. 2 OG), weshalb auf das Revisionsgesuch androhungsgemäss nicht einzutreten ist;

  • das Gesuch angesichts der offensichtlich fehlenden Revisionsgründe und mit Blick auf die Aussichtslosigkeit der ursprünglichen Beschwerde (vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts BG.2005.5 vom 20. April 2005 E. 3) ge- radezu trölerisch anmutet und sich die Beschwerdekammer deshalb vorbe- hält, weitere Eingaben in demselben Zusammenhang inskünftig nicht mehr förmlich zu behandeln;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens dem Gesuchsteller die Kosten aufzu- erlegen sind (Art. 245 BStP i.V.m. Art. 156 Abs. 1 OG), wobei die Gerichts- gebühr auf Fr. 1'000.-- festgesetzt wird (Art. 3 des Reglements über die Ge- richtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht; SR 173.711.32),

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und erkennt:

  1. Auf das Revisionsgesuch wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1’000.-- wird dem Gesuchsteller auferlegt.

Bellinzona, 30. August 2005

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • A.,
  • das Obergericht des Kantons Bern,
  • die Gerichtspräsidentin 14 des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen,

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Schlagwörter

revisionnon-entryadvance on costsdeemed servicepostal collection periodcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the revision request was admissible despite non-payment of the advance on costs within the set time limit.

Extrahierter Entscheid

No. The applicant received the payment order in time, but neither paid the CHF 1,000 advance nor requested an extension by the deadline; therefore the revision request could not be entertained.

Extrahierte Begründung

The court applied the rules on deemed service and held that the applicant had to expect court correspondence because he had initiated the proceedings. The mailed order was deemed served within the seven-day collection period. As the advance remained unpaid and no extension was sought, the warning of non-entry took effect.

Kernrechtsfrage

Who bears the costs of the revision proceedings and in what amount?

Extrahierter Entscheid

The applicant must bear the court costs, set at CHF 1,000.

Extrahierte Begründung

Because the applicant failed in the proceedings, costs were charged to him in accordance with the applicable procedural rules and the court-fee regulation.

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