No standing to appeal dismissal of co-accused's case

BB.2014.170Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer16.12.2014Inadmissible

Zusammenfassung

The Criminal Chamber of the Federal Criminal Court held that A. could not appeal the Federal Prosecutor's Office's final discontinuation of proceedings against B. because he was not personally aggrieved by that decision. A disagreement with the handling of a co-accused's case does not create standing under Art. 382 StPO. The appellant's argument that he needed to confront B. was insufficient, since B. could still be questioned as a witness or informed person. The appeal was therefore manifestly inadmissible and dismissed without exchange of briefs. The appellant was ordered to pay a court fee of CHF 200.

Regest

Art. 382 Abs. 1 StPO; standing to appeal requires a legally protected personal interest and concrete grievance; a co-accused is not entitled to challenge a decision rendered against another accused merely because he disagrees with it. The lack of standing may be examined summarily under Art. 390 Abs. 2 StPO, without written exchange, when inadmissibility is manifest. The possibility of confronting the other person in evidence does not create standing, since that person may still be heard as a witness or informed person. Costs are borne by the unsuccessful appellant under Art. 428 Abs. 1 StPO.

Gesamter Gesetzestext

Beschluss vom 16. Dezember 2014 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Andreas J. Keller und Emanuel Hochstrasser, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

A.,

Beschwerdeführer

gegen

  1. BUNDESANWALTSCHAFT,

  2. B., vertreten durch Advokat Christoph Dumar- theray,

Beschwerdegegner

Gegenstand Einstellung des Verfahrens (Art. 322 Abs. 2 StPO)

B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

Ges c häft s n um m er: B B . 201 4.1 70

  • 2 -

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 20. November 2014 die gegen B. wegen des Verdachts des Betrugs, eventualiter der Veruntreuung, und der Geldwäscherei im Teil-Sachverhalts- und Vorwurfsbereich "Anlagebe- trügereien / Anschlussgeldwäscherei" geführte Strafuntersuchung definitiv einstellte (act. 1.1);

  • der (vormals) Mitbeschuldigte A. mit Beschwerde vom 15. Dezember 2014 beantragt, die Bundesanwaltschaft sei anzuweisen, die Einstellungsverfü- gung aufzuheben und unter Berücksichtigung des Rechtsgrundsatzes in dubio pro duriore den Beschuldigten B. in einem gemeinsamen, fairen Ver- fahren mit den anderen Beschuldigten vor das ordentliche Gericht zu brin- gen, damit dieses rechtskonform entscheiden könne (act. 1).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Parteien die Einstellungsverfügung der Bundesanwaltschaft innert zehn Tagen bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts anfechten können (Art. 322 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG);

  • jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen kann (Art. 382 Abs. 1 StPO);

  • die Beschwerdeführung mit anderen Worten auf Seiten des Beschwerde- führers eine Beschwer voraussetzt (siehe GUIDON, Die Beschwerde ge- mäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Berner Diss., Zürich/St. Gal- len 2011, N. 232 m.w.H.);

  • es an einer solchen Beschwer fehlt, wenn ein Beschuldigter mit einem Ent- scheid bezüglich einer mitbeschuldigten Person nicht einverstanden ist (SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl., Zü- rich/St. Gallen 2013, N. 1461);

  • die Ausführungen des Beschwerdeführers, er sei insofern beschwert, als ihn die Einstellung der Möglichkeit beraube, sich gegen die von B. gegen ihn erhobenen Vorwürfe – zumindest in einer Konfrontationseinvernahme – zu wehren, nicht zu überzeugen vermögen;

  • 3 -

  • eine solche Einvernahme von B. gegebenenfalls auch als Zeuge oder Aus- kunftsperson durchgeführt werden kann;

  • sich die Beschwerde nach dem Gesagten als offensichtlich unzulässig er- weist, weshalb auf diese ohne Durchführung eines Schriftenwechsels nicht einzutreten ist (Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario);

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Gerichts- gebühr zu tragen hat (Art. 428 Abs. 1 StPO);

  • diese vorliegend auf Fr. 200.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. Au- gust 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundes- strafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]);

  • 4 -

und erkennt:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 16. Dezember 2014

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • A.
  • Advokat Christoph Dumartheray
  • Bundesanwaltschaft

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Schlagwörter

standinginadmissibilitydiscontinuationco-accusedpersonal grievancecourt costsconfrontation evidence