Mootness after lifting bank account freeze

BB.2014.138Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer01.12.2014Dismissed

Zusammenfassung

A. appealed the Federal Prosecutor’s order freezing his accounts in a money-laundering investigation. While the appeal was pending, the Federal Prosecutor lifted the freeze and requested that the case be struck as moot. The court held that the dispute had become moot because the contested measure no longer affected the appellant. It therefore removed the case from the docket, imposed no court fees, and ordered the Federal Prosecutor to pay A. CHF 500 in party compensation.

Regest

Art. 393 Abs. 1 lit. a and Art. 382 Abs. 1 StPO; mootness of an appeal against coercive measures once the contested measure has been lifted. If the challenged order ceases to exist during the appellate proceedings, the appeal is to be struck from the docket for lack of a live dispute. As a rule, no court costs are charged in such a constellation (Art. 428 Abs. 4 StPO). The prevailing party is entitled to compensation for the necessary exercise of procedural rights under Art. 436 Abs. 1 in conjunction with Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO; absent a cost note, the amount may be fixed ex officio on an equitable basis (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

Beschluss vom 1. Dezember 2014 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Tito Ponti und Roy Garré, Gerichtsschreiber Miro Dangubic

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwalt Duri Bonin,

Beschwerdeführer

gegen

BUNDESANWALTSCHAFT,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Beschlagnahme (Art. 263 ff. StPO)

B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

Ges c häft s n um m er: B B . 201 4.1 38

  • 2 -

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • die Bundesanwaltschaft (nachfolgend "BA") mit Verfügung vom
  1. Oktober 2014 ein Strafverfahren u.a. gegen den kanadischen Staats- angehörigen A. wegen des Verdachts auf Geldwäscherei (Art. 305 bis StGB) eröffnet hat (act. 3.1); im Rahmen dieses Verfahrens die BA mit Verfügung vom 16. Oktober 2014 u.a. die Bank B. AG anwies, mit A. im Zusammen- hang stehende Konten zu sperren (act. 1.2);
  • dagegen A., vertreten durch Rechtsanwalt Duri Bonin, mit Beschwerde vom
  1. Oktober 2014 an dieses Gericht gelangt und die Aufhebung der gegen ihn verfügten Kontosperren beantragt (act. 1);
  • die BA mit Verfügung vom 6. November 2014 die Bank B. AG anwies, die Kontosperren betreffend A. aufzuheben (act. 3.3); sie entsprechend mit Beschwerdeantwort vom 10. November 2014 die Abschreibung des vorlie- genden Verfahrens zufolge Gegenstandslosigkeit beantragt (act. 3); der Beschwerdeführer am 21. November 2014 replizierte (act. 5), was der BA am 24. November 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (act. 6).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde nach den Vorschriften der Art. 393 ff. StPO erhoben werden kann (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG und Art. 19 Abs. 1 des Orga- nisationsreglements vom 31. August 2010 für das Bundesstrafgericht [Or- ganisationsreglement BStGer, BStGerOR; SR 173.713.161]);

  • jede Partei, welche ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides hat, zur Beschwerde legi- timiert ist (Art. 382 Abs. 1 StPO);

  • durch die am 6. November 2014 verfügte Aufhebung der Kontosperren die Beschwer des Beschwerdeführers dahingefallen ist; das vorliegende Ver- fahren entsprechend als gegenstandslos abzuschreiben ist;

  • bei Eintritt der Gegenstandslosigkeit im Rechtsmittelverfahren in erster Li- nie kostenpflichtig wird, wer diese verursacht hat (TPF 2011 31; Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2013.9 vom 25. Februar 2013);

  • 3 -

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Gerichtskosten erhoben werden (Art. 428 Abs. 4 und 423 StPO);

  • die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Entschädigung sei- ner Aufwendungen für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrech- te auszurichten hat (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO); der Rechtsanwalt des Beschwerdeführers mit seiner letzten Eingabe keine Kostennote einreichte, weswegen die Entschädigung vorliegend ermes- sensweise auf Fr. 500.-- festzusetzen ist (Art. 10 und 12 Abs. 2 des Reg- lements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR, SR 173.713.162).

  • 4 -

Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

  1. Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben.

  2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

  3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 500.-- zu entrichten.

Bellinzona, 2. Dezember 2014

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Duri Bonin
  • Bundesanwaltschaft

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).

Schlagwörter

mootnessaccount freezecoercive measuresparty compensationcourt costsappeal admissibility