Appeal dismissed as moot after late withdrawal

BB.2013.4,BP.2013.2Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer28.03.2013Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Criminal Court’s appeal chamber dealt with an appeal against the cost order in a discontinuance decision. The appellant withdrew the appeal only after the written exchange had been completed, so the withdrawal was not timely under Art. 386(2)(b) StPO. Nonetheless, no further interest in continuing the case remained, so the appeal was filed off as moot, and the request for suspensive effect was likewise terminated as moot. Because the appellant caused the mootness through his late withdrawal, he was ordered to pay a court fee of CHF 500.

Regest

Art. 386 Abs. 2 lit. b StPO; mootness of an appeal after late withdrawal; once the appellant no longer has an interest in continuation, the appeal is to be struck off as moot even if the withdrawal was not timely. Ancillary requests, such as suspensive effect, fall away with the main proceeding. In moot proceedings, costs are allocated to the party that caused the mootness; the court may impose the fee on the withdrawing appellant (consid. on costs).

Gesamter Gesetzestext

Beschluss vom 28. März 2013 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Andreas J. Keller und Patrick Robert-Nicoud, Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja

Parteien

A., 6900 Lugano, vertreten durch Rechtsanwalt Venerio Quadi

Beschwerdeführer

gegen

BUNDESANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Kostentragungspflicht der beschuldigten Person bei Einstellung des Verfahrens (Art. 426 Abs. 2 i.V.m. Art. 310 Abs. 2 StPO); aufschiebende Wirkung (Art. 387 StPO)

B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

Ges c häft s n um m er: B B . 201 3.4 + B P .201 3.2

  • 2 -

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Bundesanwaltschaft im Rahmen der gegen A. und dessen Ehefrau B. wegen des Verdachts der Geldwäscherei am 9. Oktober 2008 Vermögens- werte der Kontobeziehung Nr. 1, lautend auf die C. AG, bei der Bank D. AG in Zürich beschlagnahmte;

  • die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 30. Oktober 2012 die Be- schlagnahme des obgenannten Kontos bei der Bank D. AG bis auf einen Restbetrag von EUR 14'338.-- aufgehoben hat;

  • das Verfahren gegen A. mit Verfügung vom 10. Januar 2013 unter Auferle- gung der Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- eingestellt wurde (act. 1.1);

  • A. am 21. Januar 2013 bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafge- richts Beschwerde erhebt und beantragt, Ziff. 2 des Dispositivs der Einstel- lungsverfügung hinsichtlich der Kostenauferlegung sei aufzuheben; er zu- dem u.a. beantragt, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu er- teilen (act. 1);

  • A. mit Eingabe vom 25. März 2013 den Rückzug seiner Beschwerde vom

  1. Januar 2013 erklärt (act. 5 und 5.1), was der Bundesanwaltschaft mit Schreiben vom 27. März 2013 zur Kenntnis gebracht wird (act. 6);
  • wer ein Rechtsmittel ergriffen hat, dieses bei schriftlichen Verfahren bis zum Abschluss des Schriftenwechsels und allfälliger Beweis- oder Akten- ergänzungen zurückziehen kann (Art. 386 Abs. 2 lit. b StPO);

  • der Rückzug der Beschwerde vorliegend nach Abschluss des Schriften- wechsels und daher nicht mehr im Sinne des Gesetzes rechtzeitig erfolgte;

  • dessen ungeachtet kein Interesse mehr an der Weiterführung des Be- schwerdeverfahrens besteht;

  • die Beschwerde dementsprechend gegenstandslos geworden ist und somit als erledigt abzuschreiben ist;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens das Nebenverfahren betreffend auf- schiebende Wirkung ebenfalls zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt abzuschreiben ist;

  • 3 -

  • die Kosten eines gegenstandslos gewordenen Beschwerdeverfahrens der- jenigen Partei aufzuerlegen sind, welche die Gegenstandslosigkeit verur- sacht hat (TPF 2011 31);

  • die Gegenstandslosigkeit vom Beschwerdeführer durch seinen (verspäte- ten) Rückzug verursacht worden ist, weshalb er die Kosten für das vorlie- gende Verfahren zu tragen hat;

  • diese auf Fr. 500.-- festzusetzen sind (Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR, SR 173.713.162]);

  • 4 -

und erkennt:

  1. Die Beschwerde wird zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt abgeschrie- ben.

  2. Das Gesuchsverfahren betreffend aufschiebende Wirkung wird zufolge Ge- genstandslosigkeit als erledigt abgeschrieben.

  3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 28. März 2013

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Venerio Quadri
  • Bundesanwaltschaft

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).

Schlagwörter

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