Withdrawal of complaint and costs in seizure proceedings

BB.2012.142,BP.2012.59,BP.2012.60Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer12.02.2013Withdrawn

Zusammenfassung

A. challenged the Federal Prosecutor's Office's order revoking a monthly release of CHF 3,000 from a joint account in an investigation for banking-law offences. After filing the complaint, she later asked for the file to be struck off as moot. The Court held that the complaint was in fact withdrawn, because the later filing concerned a different asset and the challenged order still existed. The complaint proceedings were therefore struck off; the requests for suspensive effect and legal aid became moot. A. was ordered to pay CHF 500 in court costs.

Regest

Art. 386 Abs. 2 lit. b StPO; withdrawal of an appeal/complaint in written proceedings and procedural consequences. In written proceedings, the appellant may withdraw the remedy until the close of the exchange of submissions and any evidentiary or record supplementation. A valid withdrawal terminates the dispute and leads to striking the proceedings from the docket. Ancillary requests that depend on the main remedy become moot and are likewise struck off. Costs are allocated according to Art. 428 Abs. 1 StPO; the fee is fixed under the applicable court-cost regulations.

Gesamter Gesetzestext

Beschluss vom 12. Februar 2013 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Cornelia Cova und Patrick Robert-Nicoud, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwalt Rainer Riek,

Beschwerdeführerin

gegen

BUNDESANWALTSCHAFT,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Beschlagnahme (Art. 263 ff. StPO); aufschiebende Wirkung (Art. 387 StPO); unentgeltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV)

B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

Ges c häft s n um m ern: B B .20 12. 142, B P .2 01 2.59, B P . 20 12.60

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Die Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich am 26. Juli 2012 im Rahmen der gegen A. und gegen deren Ehemann B. wegen des Verdachts der mehrfachen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom 8. Novem- ber 1934 über die Banken und Sparkassen (Bankengesetz, BankG; SR 952.0) geführten Strafuntersuchung die Bank C. u. a. anwies, sofort sämtliche in der Schweiz liegenden, den Beschuldigten zuzurechnenden Vermögenswerte zu sperren (act. 1.3);

  • die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich am 31. Juli 2012 die Freigabe von monatlich Fr. 3'000.-- vom auf A. und B. lautenden Konto Nr. 1 anord- nete (vgl. act. 1, Rz. 15; act. 1.2, S. 1);

  • die Bundesanwaltschaft am 3. August 2012 die Strafsache in der Hand der Bundesbehörden vereinigte und das Strafverfahren auf die Straftatbestän- de des wirtschaftlichen Nachrichtendienstes gemäss Art. 273 StGB und der Geldwäscherei gemäss Art. 305 bis StGB ausdehnte (vgl. act. 1.2, S. 1);

  • die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 27. August 2012 die von der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich angeordnete Freigabe von mo- natlich Fr. 3'000.-- vom Konto Nr. 1, lautend auf A. und B., per sofort auf- hob (act. 1.2);

  • A. hiergegen am 7. September 2012 bei der Beschwerdekammer des Bun- desstrafgerichts die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Aufrechterhaltung der Freigabe von monatlich Fr. 3'000.-- vom Konto Nr. 1, lautend auf A. und B., beantragt (act. 1);

  • sie u. a. weiter beantragt, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und ihr sei die amtliche Verteidigung zu bewilligen (act. 1);

  • das Beschwerdeverfahren und die damit verbundenen Nebenverfahren auf gemeinsames Ersuchen der Parteien hin sistiert wurden (act. 8 und 14);

  • A. mit Eingabe vom 11. Januar 2013 beantragt, das Beschwerdeverfahren BB.2012.142 sowie die damit verbundenen Nebenverfahren seien infolge Gegenstandslosigkeit vom Protokoll abzuschreiben, unter Kosten- und Ent- schädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. 15);

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  • die Bundesanwaltschaft in ihrer diesbezüglichen Stellungnahme beantragt, die Verfahren als gegenstandslos abzuschreiben und die Kosten der Be- schwerdeführerin aufzuerlegen (act. 17);

  • diese Stellungnahme A. zur Kenntnis gebracht wurde (act. 18);

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 11. Januar 2013 ausführt, die Beschwerdegegnerin habe ihr aus dem versiegelten Bankschliessfach bei der Bank C. in Z. EUR 67'500.-- zur Bestreitung des ehelichen Lebensun- terhalts freigegeben (siehe act. 15.1), womit der Zweck der eingereichten Beschwerde erreicht und diese gegenstandslos geworden sei (act. 15, Rz. 4 f.);

  • sie hierbei übersieht, dass die im erwähnten Bankschliessfach liegenden Vermögenswerte nicht Gegenstand der vorliegenden Beschwerde bildeten;

  • die mit vorliegender Beschwerde angefochtene Verfügung nach wie vor in Kraft ist, die Beschwerdeführerin sich aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr an ihrer Beschwerde interessiert zeigt;

  • die Eingabe vom 11. Januar 2013 daher als Beschwerderückzug anzuse- hen ist;

  • wer ein Rechtsmittel ergriffen hat, dieses bei schriftlichen Verfahren bis zum Abschluss des Schriftenwechsels und allfälliger Beweis- oder Akten- ergänzungen zurückziehen kann (Art. 386 Abs. 2 lit. b StPO);

  • der Rückzug der Beschwerde den Rechtsstreit beendet, weshalb das Be- schwerdeverfahren als erledigt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben werden kann (vgl. hierzu sinngemäss ZIEGLER, Basler Kommentar, Ba- sel 2011, Art. 386 StPO N. 4);

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens die beiden Nebenverfahren betreffend aufschiebende Wirkung und unentgeltliche Rechtspflege antragsgemäss zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt von der Geschäftskontrolle abzu- schreiben sind;

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  • bei diesem Ausgang des Verfahrens die Beschwerdeführerin dessen Kos- ten zu tragen hat (Art. 428 Abs. 1 StPO);

  • diese festzusetzen sind auf Fr. 500.-- (Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR, SR 173.713.162]);

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und erkennt:

  1. Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Rückzugs der Beschwerde als erle- digt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben.

  2. Die Gesuchsverfahren betreffend aufschiebende Wirkung und unentgeltliche Rechtspflege werden zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt von der Ge- schäftskontrolle abgeschrieben.

  3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt.

Bellinzona, 12. Februar 2013

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Andreas Rainer Riek
  • Bundesanwaltschaft

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).

Schlagwörter

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