Complaint withdrawn; proceedings struck off without costs

BB.2011.43,BB.2011.44Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer13.05.2011Withdrawn

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A. and B. complained of undue delay in a federal criminal investigation pending against C. and others. After the supervisory authority forwarded the matter to the I. Beschwerdekammer, the court opened a case and requested an advance. The appellants then stated that their earlier letter was not an official complaint and refused to pay the advance. The chamber treated this later filing as a withdrawal, left open whether the original submission was a valid complaint, struck the matter from the register as concluded, and waived costs.

Omnilex-Regeste

Art. 386 Abs. 2 lit. b StPO; withdrawal of a written remedy before the close of submissions: a valid withdrawal terminates the dispute and the appellate proceedings may be removed from the register as concluded. The court may leave open whether the initial filing formally constituted a complaint if the later submission clearly expresses that the party does not pursue the remedy. In such circumstances, the allocation of costs may be waived for equitable reasons (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

Beschluss vom 13. Mai 2011 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Joséphine Contu, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

  1. A.,
  2. B.,

Beschwerdeführer

gegen

BUNDESANWALTSCHAFT,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BB.2011.43, BB.2011.44

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • die Bundesanwaltschaft gegen C. und Mitbeschuldigte eine Strafuntersu- chung führt wegen des Verdachts des gewerbsmässigen Betrugs und wei- terer Delikte;

  • sich die mutmasslich als Privatkläger am Verfahren beteiligten A. und B. mit Schreiben vom 26. April 2011 an die Aufsichtsbehörde über die Bun- desanwaltschaft (nachfolgend „Aufsichtsbehörde“) wandten und u. a. die lange Dauer der Strafuntersuchung rügten (act. 1.1);

  • die Aufsichtsbehörde diese Eingabe am 28. April 2011 an die I. Beschwer- dekammer des Bundesstrafgerichts weiterleitete, damit diese prüfe, ob sie sie als Rechtsverzögerungsbeschwerde entgegen nehme (act. 1);

  • die I. Beschwerdekammer ein entsprechendes Beschwerdeverfahren eröff- nete und A. und B. einlud, einen Kostenvorschuss zu leisten (act. 2);

  • A. und B. der I. Beschwerdekammer mit Eingabe vom 8. Mai 2011 mitteil- ten, dass ihr Schreiben vom 26. April 2011 nicht als „offizielle Beschwerde“ einzustufen sei und sie nicht bereit seien, den verlangten Kostenvorschuss zu leisten (act. 3).

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • wer ein Rechtsmittel ergriffen hat, dieses bei schriftlichen Verfahren bis zum Abschluss des Schriftenwechsels und allfälliger Beweis- oder Akten- ergänzungen zurückziehen kann (Art. 386 Abs. 2 lit. b StPO);

  • der Rückzug der Beschwerde den Rechtsstreit beendet, weshalb das Be- schwerdeverfahren als erledigt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben werden kann (vgl. hierzu sinngemäss ZIEGLER, Basler Kommentar, Ba- sel 2011, Art. 386 StPO N. 4);

  • die Eingabe der Beschwerdeführer vom 8. Mai 2011 als Beschwerderück- zug anzusehen ist, sofern sie mit ihrer ursprünglichen Eingabe vom 26. Ap- ril 2011 überhaupt eine Beschwerde haben erheben wollen;

  • 3 -

  • diese Frage aber offen gelassen und das vorliegende Verfahren als erledigt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben werden kann;

  • aus Billigkeitsgründen auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird;

  • der Entscheid sowie Kopien der Eingaben der Beschwerdeführer an die Bundesanwaltschaft als verfahrensleitende Behörde zur allfälligen Stel- lungnahme zu den in den Eingaben enthaltenen Auskunftsbegehren sowie an die Aufsichtsbehörde zur Kenntnis gebracht werden;

  • 4 -

und erkennt:

  1. Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Rückzugs der Beschwerde als erle- digt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben.

  2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Bellinzona, 13. Mai 2011

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • A. und B.
  • Bundesanwaltschaft
  • Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Schlagwörter

delay complaintwithdrawalstrike-offcourt costscriminal investigation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint should be treated as withdrawn and the proceedings struck off the register

Extrahierter Entscheid

The later filing of 8 May 2011 was treated as a withdrawal of the complaint, or at least justified closing the case as completed and removing it from the case register.

Extrahierte Begründung

Under Art. 386(2)(b) StPO, a party may withdraw a written remedy before the close of submissions and any evidence or file supplementation. Withdrawal ends the dispute; the chamber therefore could strike the case from the register. The court left open whether the original filing had formally been a complaint.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed on equitable grounds.

Extrahierte Begründung

The chamber expressly waived costs for reasons of fairness after treating the matter as terminated.

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