Proceedings terminated after withdrawal of the separation order

BB.2009.2,BP.2009.3Bundesstrafgericht / Beschwerdekammer13.02.2009Other

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A. challenged the Federal Prosecutor’s order severing part of a criminal investigation concerning alleged commercial fraud and related offences. During the complaint proceedings, the Federal Prosecutor issued a reconsideration decision on 4 February 2009 and withdrew the separation order. The Criminal Complaint Chamber therefore struck the case from the docket as concluded. It imposed no court costs, ordered the CHF 1,500 cost advance returned to A., and awarded A. CHF 1,500 in party compensation against the Federal Prosecutor.

Omnilex-Regeste

Art. 30 SGG i.V.m. Art. 245 Abs. 1 BStP und Art. 73 Abs. 1 BZP; Rückzug der angefochtenen Verfügung während des Beschwerdeverfahrens. Der Rückzug der streitgegenständlichen Verfügung beendet den Rechtsstreit sofort und führt zur Abschreibung des Verfahrens. Die zurückziehende Partei gilt kostenrechtlich als unterliegend im Sinne von Art. 66 Abs. 1 BGG; gleichwohl sind bei dieser Konstellation keine Gerichtskosten zu erheben, und der geleistete Kostenvorschuss ist zurückzuerstatten. Zudem hat die zurückziehende Partei der beschwerdeführenden Partei eine Parteientschädigung nach Art. 68 BGG zu entrichten (vgl. Erw. 2).

Gesamter Gesetzestext

Entscheid vom 13. Februar 2009 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, Tito Ponti und Alex Staub, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwalt Markus Raess,

Beschwerdeführer

gegen

BUNDESANWALTSCHAFT,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Verfahrenstrennung (Art. 105 bis Abs. 2 BStP)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BB.2009.2 (Nebenverfahren: BP.2009.3)

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Beschwerdegegnerin gegen den Beschwerdeführer und weitere Mitbe- schuldigte ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren führt wegen des Verdachts des gewerbsmässigen Betrugs und weiterer Delikte;

  • die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 6. Januar 2009 die Ermittlun- gen gegen den Beschwerdeführer und weitere Mitbeschuldigte wegen strafbarer Handlungen zum Nachteil der B. AG in Liq. vom übrigen ge- richtspolizeilichen Ermittlungsverfahren trennte (act. 1.1);

  • der Beschwerdeführer hiergegen mit Beschwerde vom 12. Januar 2009 an die I. Beschwerdekammer gelangte und die Aufhebung der Trennungsver- fügung verlangte (act. 1);

  • die Beschwerdegegnerin am 4. Februar 2009 eine Wiedererwägungsverfü- gung erliess, mit welcher sie die am 6. Januar 2009 erfolgte Verfahrens- trennung wieder aufhob, sie mithin von der angefochtenen Verfügung Ab- stand nahm (act. 6);

  • der Abstand einer Partei gemäss Art. 30 SGG i.V.m. Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 62 ff. BGG i.V.m. Art. 73 Abs. 1 BZP den Rechtsstreit sofort be- endet (vgl. TPF BB.2006.13 vom 10. April 2006 m.w.H.);

  • das Verfahren somit zufolge Abstands abgeschrieben werden kann, wobei die den Abstand erklärende Partei als unterliegende Partei im Sinne des Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG gilt;

  • somit keine Gerichtskosten erhoben werden (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 4 BGG) und die Bundesstrafgerichtskasse anzuweisen ist, dem Beschwerdeführer den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- zurückzuerstatten;

  • die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor der I. Beschwerdekammer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'500.-- (inkl. MwSt.) zu leisten hat (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG und Art. 3 des Reglements vom 26. September 2006 über die Entschädigungen in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht; SR 173.711.31);

  • 3 -

und erkennt:

  1. Das Verfahren wird zufolge Abstands der Beschwerdegegnerin als erledigt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben.

  2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. Die Bundesstrafgerichtskasse hat dem Beschwerdeführer Fr. 1'500.-- zurückzuerstatten.

  3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi- gung in der Höhe von gesamthaft Fr. 1'500.-- (inkl. MwSt.) zu bezahlen.

Bellinzona, 13. Februar 2009

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Markus Raess
  • Bundesanwaltschaft

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Schlagwörter

proceedings terminationwithdrawalseparation of proceedingscost advanceparty compensationmootness

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint against the separation order became moot after the prosecutor withdrew the challenged order

Extrahierter Entscheid

Yes. The respondent’s withdrawal of the separation order ended the dispute and the case was removed from the docket as concluded.

Extrahierte Begründung

A party’s withdrawal under the cited procedural provisions immediately terminates the dispute; the withdrawing party is treated as the losing party.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged after the withdrawal

Extrahierter Entscheid

No court costs were charged.

Extrahierte Begründung

Because the respondent withdrew the contested order, no court costs were levied under the applicable cost rules.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant was entitled to reimbursement of the advance on costs and party compensation

Extrahierter Entscheid

Yes. The appellant received reimbursement of the CHF 1,500 advance and CHF 1,500 in party compensation.

Extrahierte Begründung

The withdrawing respondent had to bear the procedural consequences, including compensation, while no court costs were imposed.

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