Detention appeal struck out as moot after release

HB.2018.34Obergericht / Einzelrichter24.07.2018Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Basel-Stadt Appellationsgericht dealt with an appeal against a detention order. During the appeal proceedings, the prosecution informed the court that the appellant had been released, rendering the case moot. The court therefore struck the appeal off the docket, imposed no court costs, and awarded the appellant party compensation of CHF 2,057.20 from the court treasury. In assessing the compensation, the court accepted the overall time claimed as still tolerable but applied the court's reimbursement tariff rather than the private hourly rates agreed between counsel and client.

Omnilex-Regeste

Mootness of an appeal against pre-trial detention; costs and compensation after release. If the contested detention ceases to exist during the appellate proceedings, the complaint is devoid of purpose and must be struck out as moot (consid. on mootness). In such cases, court costs may be waived. Compensation for counsel is assessed according to the applicable reimbursement tariff and not according to the privately agreed fee arrangement between lawyer and client; the claimed time may be reduced only if manifestly excessive, but remains compensable where still within acceptable bounds. This applies even where the case is limited to a single, not particularly voluminous pleading.

Gesamter Gesetzestext

Appellationsgericht

des Kantons Basel-Stadt

Einzelgericht

HB.2018.34

ENTSCHEID

vom 24. Juli 2018

Mitwirkende

lic. iur. Liselotte Henz

und Gerichtsschreiberin lic. iur. Barbara Noser Dussy

Beteiligte

A____, geb. [...] Beschwerdeführer

[...] Beschuldigter

vertreten durch [...], Advokat,

[...]

gegen

Staatsanwaltschaft Basel-Stadt Beschwerdegegnerin

Binningerstrasse 21, Postfach, 4001 Basel

Gegenstand

Beschwerde gegen eine Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts

vom 23. Juni 2018

betreffend Anordnung der Untersuchungshaft bis zum 4. August 2018

Das Appellationsgericht (Einzelgericht) zieht in Erwägung,

dass die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt gegen A____ (nachfolgend Beschwerdeführer) im Nachgang zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung anlässlich eines Fussballspiels ein Strafverfahren wegen Angriffs, Raufhandels, Sachbeschädigung, Körperverletzung, ev. Landfriedensbruchs eingeleitet hat,

dass das Zwangsmassnahmengericht mit Verfügung vom 23. Juni 2018 gegen den Beschwerdeführer Untersuchungshaft auf die vorläufige Dauer von 6 Wochen, d.h. bis zum 4. August 2018, angeordnet hat,

dass der Beschwerdeführer, vertreten durch Advokat [...], substituiert durch Advokat [...] mit Eingabe vom 3. Juli 2018 Beschwerde erhoben und seine unverzügliche Haftentlassung beantragt hat,

dass die Staatsanwaltschaft das Gericht mit Schreiben vom 10. Juli 2018 über die gleichentags erfolgte Haftentlassung des Beschwerdeführers informiert hat,

dass das Beschwerdeverfahren daher als gegenstandslos abzuschreiben ist (BGE 137 I 23 E. 1.3.1 S. 24 f.),

dass auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten und dem Beschwerdeführer eine angemessene Parteientschädigung aus der Gerichtskasse zuzusprechen ist,

dass der Verteidiger des Beschwerdeführers – neben Auslagen von CHF 12.60 – einen Zeitaufwand von 7,59 Stunden geltend macht, wovon 1,25 Stunden mit einem Stundenansatz von CHF 300.– (Advokat [...]) und 6,34 Stunden mit einem solchen von CHF 280.– (Advokat [...]),

dass ein Stundenaufwand von 7,59 Stunden für eine einzige, nicht besonders umfangreiche Rechtsschrift an der obersten Grenze eines angemessenen Aufwands liegt, aber gerade noch akzeptiert werden kann,

dass bei der Bemessung der vom Gericht auszurichtenden Entschädigung indessen nicht der vom Anwalt mit seinem Klienten vereinbarte Stundenansatz, sondern der Überwälzungstarif nach § 14 Abs. 1 der Honorarordnung (SG 291.400) massgebend ist, der nach der Praxis des Appellationsgerichts in nicht aussergewöhnlich komplexen Fällen CHF 250.– beträgt,

dass dem Beschwerdeführer daher eine Parteientschädigung von CHF 2‘057.20 (CHF 1‘897.50 Honorar, CHF 12.60 Auslagen, CHF 147.10 MWST) auszurichten ist,

und erkennt:

://: Das Haftbeschwerdeverfahren wird zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.

Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben.

Dem Beschwerdeführer wird für das gegenstandslos gewordene Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von CHF 2‘057.20 (inkl. Auslagen und MWST) aus der Gerichtskasse zugesprochen.

Mitteilung an:

Beschwerdeführer

Zwangsmassnahmengericht

Staatsanwaltschaft

APPELLATIONSGERICHT BASEL-STADT

Die Präsidentin Die Gerichtsschreiberin

lic. iur. Liselotte Henz lic. iur. Barbara Noser Dussy

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) innert 30 Tagen seit schriftlicher Eröffnung Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerdeschrift muss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht (1000 Lausanne 14) eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer diplomatischen oder konsularischen Vertretung der Schweiz im Ausland übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 BGG). Für die Anforderungen an den Inhalt der Beschwerdeschrift wird auf Art. 42 BGG verwiesen. Über die Zulässigkeit des Rechtsmittels entscheidet das Bundesgericht.

Schlagwörter

pre-trial detentionmootnessappealcostsparty compensationcourt treasury

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the pre-trial detention order remained justiciable after the appellant's release

Extrahierter Entscheid

The appeal became moot and had to be struck from the docket.

Extrahierte Begründung

Because the appellant was released on the same day the prosecution informed the court, there was no longer a live controversy over detention.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged for the moot appeal proceedings

Extrahierter Entscheid

No costs were imposed for the appeal proceedings.

Extrahierte Begründung

When the matter becomes moot through no fault requiring a costs order, the court waived court fees.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant was entitled to compensation from court funds for the moot appeal

Extrahierter Entscheid

The appellant received party compensation of CHF 2,057.20 inclusive of expenses and VAT.

Extrahierte Begründung

The court found the requested lawyer's time largely acceptable, but applied the court's reimbursement tariff rather than the private hourly rates agreed with counsel.

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