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AUS.2018.24 ΓÇó Pre-removal detention confirmed after review
AUS.2018.24Verwaltungsgericht05.03.2018Confirmed
The Basel-Stadt Administrative Court reviewed the migration office’s order placing a Kosovo national in removal detention after his release from prison. The judge found that the statutory conditions for dispensing with an oral hearing were satisfied because removal was expected within eight days and the detainee had agreed in writing. On the merits, the court held that there was a sufficient risk of absconding in view of his prior criminal conduct and disregard of an entry ban, and that no less intrusive measure would secure removal. The detention was therefore upheld for 12 days until 14 March 2018, and no costs were charged.
Art. 80 Abs. 2 and 3 AuG; Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 and 3 AuG in conjunction with Art. 75 Abs. 1 lit. c and g AuG; review of removal detention and waiver of oral hearing. The court may dispense with an oral hearing if removal is likely within eight days of the detention order and the detained person has consented in writing. Removal detention is lawful where concrete indicia show a risk of absconding, including prior criminal conduct, disregard of official orders, or other conduct demonstrating unwillingness to comply with removal. The measure must also be necessary; if a less intrusive measure would not secure enforcement, detention is proportionate and may be confirmed.
Appellationsgericht
des Kantons Basel-Stadt
als Verwaltungsgericht Einzelrichterin für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht
AUS.2018.24
URTEIL
vom 5. März 2018
Beteiligte
Migrationsamt des Kantons Basel-Stadt,
Spiegelgasse 12, 4001 Basel
gegen
A____, geb. [...], von Kosovo,
zurzeit in Haft im Gefängnis Bässlergut,
Freiburgerstrasse 48, 4057 Basel
Gegenstand
Verfügung des Migrationsamtes vom 3. März 2018
betreffend Anordnung der Ausschaffungshaft
Nach Durchsicht der Akten und in Erwägung,
dass der aus dem Kosovo stammende A____ mit rechtskräftigem Urteil des Strafgerichts vom 5. Februar 2018 für drei Jahre des Landes verwiesen worden ist,
dass er am 2. März 2018 aus dem Strafvollzug entlassen und dem Migrationsamt übergeben worden ist, welches mit Verfügung vom 3. März 2018 Ausschaffungshaft auf die Dauer von längstens 12 Tagen angeordnet hat,
dass gemäss Art. 80 Abs. 2 des Ausländergesetzes (AuG, SR 142.20) die Rechtmässigkeit und Angemessenheit der Haft spätestens nach 96 Stunden durch eine richterliche Behörde zu überprüfen sind, wozu eine Einzelrichterin am Appellationsgericht als Verwaltungsgericht zuständig ist (vgl. § 2 des Gesetzes über den Vollzug der Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, SG 122.300),
dass das Gericht auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung verzichten kann, wenn die Ausschaffung voraussichtlich innerhalb von acht Tagen nach der Haftanordnung erfolgen wird und die betroffene Person sich damit schriftlich einverstanden erklärt hat (Art. 80 Abs. 3 AuG),
dass diese Voraussetzungen vorliegend erfüllt sind und eine mündliche Verhandlung aufgrund der klaren Aktenlage auch entbehrlich erscheint,
dass nach den gesetzlichen Vorschriften ein Ausländer zur Sicherstellung eines erstinstanzlichen Weg- oder Ausweisungsentscheids oder einer erstinstanzlichen Landesverweisung nach Artikel 66a oder 66abis StGB oder Artikel 49a oder 49abis MStG unter anderem dann in Haft genommen werden kann, wenn er trotz Einreiseverbot das Gebiet der Schweiz betritt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. c AuG) oder wenn Untertauchensgefahr vorliegt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AuG),
dass Untertauchensgefahr regelmässig dann vorliegt, wenn der Ausländer bereits einmal untergetaucht ist, behördlichen Auflagen keine Folge leistet, hier straffällig geworden ist, durch erkennbar unglaubwürdige und widersprüchliche Angaben die Vollzugsbemühungen der Behörden zu erschweren versucht oder sonst klar zu erkennen gibt, dass er auf keinen Fall in sein Heimatland zurückzukehren bereit ist (BGE 128 II 241 E. 2.1 S. 243; 125 II 369 E. 3 b/aa S. 375) sowie bei eigentlichen Täuschungsmanövern, um die Identität zu verschleiern bzw. die Papierbeschaffung zu erschweren (z.B. Verwendung gefälschter Papiere, Auftreten unter mehreren Namen),
dass gegen den Beurteilten zwar ein schengenweites, bis zum 21. Juli 2019 gültiges Einreiseverbot besteht,
dass ihm dennoch nicht vorgeworfen werden kann, gegen dieses Verbot verstossen zu haben, da er nicht freiwillig in die Schweiz eingereist ist, sondern im Rahmen des gegen ihn geführten Strafverfahrens am 4. Oktober 2017 an die Schweiz ausgeliefert worden ist,
dass der Beurteilte jedoch bereits mehrfach in der Schweiz straffällig geworden ist, wobei vor allem die Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung, Beschimpfung und Drohung von Interesse erscheint (vgl. dazu Art. 76 Abs. 1 lit a in Verbindung mit Art. 75 ABs. 1 lit. g AuG),
dass er vor rund einem Jahr trotz Einreisesperre in die Schweiz eingereist ist und damit zu erkennen gegeben hat, dass er bereit ist, sich über behördliche Anordnungen hinwegzusetzen,
dass aufgrund dieser Umstände insgesamt vom Vorliegen von Untertauchensgefahr auszugehen ist,
dass keine mildere Massnahme als die angeordnete Haft zur Sicherstellung des Wegweisungsvollzugs zweckmässig erscheint,
dass sich die Haft damit als rechtmässig erweist,
dass das Verfahren kostenlos ist (§ 4 Abs. 1 des Gesetzes über den Vollzug der Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht),
erkennt die Einzelrichterin:
://: Auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung wird verzichtet.
Die über A____ angeordnete Ausschaffungshaft ist für 12 Tage bis zum 14. März 2018 rechtmässig und angemessen.
Es werden keine Kosten erhoben.
Das Migrationsamt wird angewiesen, A____ das vorliegende Urteil in einer für ihn verständlichen Sprache zu eröffnen.
Mitteilung an:
A____
Migrationsamt Basel-Stadt
Staatssekretariat für Migration
VERWALTUNGSGERICHT BASEL-STADT
Die Einzelrichterin für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht
lic. iur. Saskia Schärer
Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) innert 30 Tagen Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Beschwerdeschrift ist fristgerecht dem Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Diese ist mit einem Antrag und einer Begründung zu versehen. Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung.