Appeal dismissed as moot after guardianship lifted

VD.2013.208Verwaltungsgericht21.02.2014Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A_____ appealed against a KESB decision ordering a representative guardianship with asset management. While the appeal was pending, the KESB reconsidered the matter, revoked the guardianship on 23 January 2014, and noted that the original decision had not become final and the guardian had not acted. The Appellationsgericht held that the appeal had become moot because the challenge had lost its object and the appellant no longer had a legal interest in review. The court therefore struck the proceedings from the docket and waived court fees; each party bore its own representation costs.

Omnilex-Regeste

Art. 450d Abs. 2 ZGB; reconsideration by the adult protection authority during pending appeal and mootness of the remedy: if the KESB revokes the challenged measure and issues a new decision, the appeal loses its subject matter and must be struck off for lack of current legal interest. The appeal court then decides only the procedural consequences. In particular, court fees may be waived in light of the circumstances, while party costs may remain with the appellant where the proceedings were triggered by a subsequent change of position after prior consent to the measure (consid. 1-3).

Gesamter Gesetzestext

Appellationsgericht

des Kantons Basel-Stadt

als Verwaltungsgericht

VD.2013.208

URTEIL

vom 21. Februar 2014

Mitwirkende

Dr. Stephan Wullschleger, Dr. Heiner Wohlfart,

lic. iur. Christian Hoenen, Dr. Claudius Gelzer, Dr. Andreas Traub

und Gerichtsschreiber Dr. Urs Thönen

Beteiligte

A_____ Beschwerdeführerin

[…]

vertreten durch […], Advokatin,

[…]

gegen

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Beschwerdegegnerin

Rheinsprung 16/18, Postfach 1532, 4001 Basel

Gegenstand

Beschwerde gegen einen Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde vom 3. Oktober 2013

betreffend Errichtung einer Beistandschaft für A_____

Sachverhalt

Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Basel-Stadt (KESB) vom 3. Oktober 2013 wurde für A_____ eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung im Sinne von Art. 394 Abs. 1 i.V. mit Art. 395 ZGB errichtet.

Mit Beschwerde vom 7. November 2013 beantragt A_____ die kostenfällige Aufhebung des Entscheids der KESB. Die KESB beantragt mit Vernehmlassung vom 16. Dezember 2013 die Verfahrenssistierung zufolge der beabsichtigten Aufhebung des angefochtenen Entscheids und, nach Eintritt der Rechtskraft des Aufhebungsentscheids, die Abschreibung des Beschwerdeverfahrens, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin.

Mit Entscheid der KESB vom 23. Januar 2014 ist die Beistandschaft für A_____ wieder aufgehoben worden. Zudem wurde festgestellt, dass der Entscheid vom 3. Oktober 2013 nicht in Rechtskraft erwachsen, die Beiständin nicht tätig geworden und die damalige Entscheidgebühr nicht zu entrichten ist.

Der vorliegende Entscheid ist auf dem Zirkulationsweg ergangen.

Erwägungen

Das Verwaltungsgericht entscheidet als Beschwerdeinstanz im Sinne von Art. 450 Abs. 1 des Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) sowie § 17 Abs. 1 des Kindes- und Erwachsenenschutzgesetzes (KESG; SG 212.400). Während des Beschwerdeverfahrens kann die KESB gemäss Art. 450d Abs. 2 ZGB ihren Entscheid in Wiedererwägung ziehen. Hebt die KESB den ursprünglichen Entscheid auf und entscheidet gleichzeitig neu, wird das hängige Beschwerdeverfahren zufolge nachträglichen Wegfalls des Anfechtungsobjekts gegenstandslos (Botschaft, BBl 2006, S. 7001, 7087).

Eine solche Wiedererwägung liegt mit dem Entscheid der KESB vom 23. Januar 2014 vor. Die angefochtene Beistandschaft wurde aufgehoben, bevor die Beiständin tätig geworden wäre. Mit der Aufhebung des Entscheids vom 3. Oktober 2013 ist das Rechtsschutzinteresse der Beschwerdeführerin weggefallen, weshalb das Beschwerdeverfahren zufolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben ist.

Auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr ist umständehalber zu verzichten. Ihre Vertretungskosten hat die Beschwerdeführerin selber zu tragen, da das Beschwerdeverfahren durch ihren Sinneswandel veranlasst wurde, nachdem sie sich zunächst mit der Errichtung der Beistandschaft einverstanden erklärt hatte. Insofern kann auf die zutreffenden Erwägungen in der Vernehmlassung der KESB verwiesen werden.

Demgemäss erkennt das Verwaltungsgericht:

://: Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.

Kosten werden weder erhoben noch zugesprochen.

APPELLATIONSGERICHT BASEL-STADT

Der Gerichtsschreiber

Dr. Urs Thönen

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) innert 30 Tagen seit schriftlicher Eröffnung Beschwerde in Zivilsachen erhoben werden (Art. 72 Abs. 2 lit. b Ziff. 6 BGG). Die Beschwerdeschrift ist fristgerecht dem Bundesgericht (1000 Lausanne 14) einzureichen. Für die Anforderungen an deren Inhalt wird auf Art. 42 BGG verwiesen. Über die Zulässigkeit des Rechtsmittels entscheidet das Bundesgericht.

Ob an Stelle der Beschwerde in Zivilsachen ein anderes Rechtsmittel in Frage kommt (z.B. die subsidiäre Verfassungsbeschwerde an das Bundesgericht gemäss Art. 113 BGG), ergibt sich aus den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen. Wird sowohl Beschwerde in Zivilsachen als auch Verfassungsbeschwerde erhoben, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen.

Schlagwörter

mootnessadult protectionguardianshipreconsiderationlegal interestcostsasset management

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the guardianship order remained justiciable after the KESB lifted the measure on reconsideration.

Extrahierter Entscheid

The original appeal was moot because the challenged guardianship had been revoked before any action by the guardian, eliminating the appellant's protected interest.

Extrahierte Begründung

Under Art. 450d(2) ZGB, the KESB may reconsider its decision during the appeal. If it annuls the original decision and issues a new one, the pending appeal loses its object and must be struck from the docket as moot.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged or awarded.

Extrahierter Entscheid

No court fee was levied and no costs were awarded; each side bore its own representation costs.

Extrahierte Begründung

Given the circumstances and the matter's mootness, the court waived fees. The appellant had to bear her own legal costs because the appeal was triggered by a change of mind after she had initially agreed to the guardianship.

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