Non-entry for non-final internal interim order

810 12 21Verwaltungsgericht / Verwaltungskammer18.01.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A. challenged a preliminary order from the legal service in proceedings concerning the preventive withdrawal of a driving licence. The Kantonsgericht held that the order was not an internally final interim decision because it had been issued by a procedural/instructing body in proceedings before the Regierungsrat. The appeal therefore had to be brought first before the Regierungsrat; the court lacked functional jurisdiction and did not enter into the appeal. It forwarded the filing to the competent authority, waived court fees, and set off party costs.

Omnilex-Regeste

§ 43 Abs. 2bis VPO; § 29 VwVG; interim orders are separately appealable to the administrative court only if they are issued by an internally final authority. Interim procedural or instructing orders rendered in the course of an appeal procedure before the Regierungsrat are not internally final decisions; remedies against such orders must first be directed to the Regierungsrat. If a filing is addressed to an incompetent cantonal authority, it must be forwarded ex officio to the competent authority pursuant to § 46 Abs. 4 GOG. Where the procedural effort is minimal, court fees may be waived under § 4 Abs. 2 GebT; party costs may be set off accordingly.

Gesamter Gesetzestext

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 18. Januar 2012 (810 12 21)

Rechtspflege

Nichteintreten / Verwaltungsintern nicht letztinstanzlich ergangene Zwischenverfügung

Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Gerichtsschreiber Markus Pachlatko

Parteien A., Beschwerdeführerin, vertreten durch Werner Rufi, Advokat

gegen

Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal, Beschwerdegegner

Betreff Vorsorglicher Entzug des Führerausweises (Verfügung des Rechtsdienstes des Regierungsrates vom 02. Januar 2012)

Das Kantonsgericht hat i n E r w ä g u n g ,

dass A. (Beschwerdeführerin) in rubrizierter Angelegenheit mit Eingabe vom 13. Januar 2012 gegen die Zwischenverfügung des Rechtsdienstes des Regierungsrates des Kantons Basel-Landschaft (Rechtsdienst) vom 2. Januar 2012, welche im Verfahren betreffend vorsorglicher Entzug des Führerausweises vor dem Regierungsrates des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) angeordnet wurde, der Rechtsmittelbelehrung entsprechend beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsgericht (Kantonsgericht) Beschwerde erhebt,

dass gemäss § 43 Abs. 2bis  des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 – unter gewissen Voraussetzungen – Zwischenverfügungen im Sinne von § 28 des Verwaltungsverfahrensgesetzes des Kantons Basel-Landschaft (VwVG) vom 13. Juni 1988 selbständig mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde angefochten werden können, sofern sie verwaltungsintern letztinstanzlich angeordnet wurden,

dass das Kantonsgericht mit Urteil vom 8. April 2011 (810 11 89) die bis zum damaligen Zeitpunkt sowohl auf Seiten der verschiedenen Direktionen, wie auch auf Seiten des Kantonsgerichts uneinheitliche Praxis zu § 28 VwVG insofern vereinheitlicht hat, als Zwischenverfügungen, welche im Rahmen des Beschwerdeverfahrens vor dem Regierungsrat von verfahrensleitenden bzw. instruierenden Instanzen angeordnet werden, nicht als verwaltungsintern letztinstanzliche Zwischenverfügungen i.S.v. § 43 Abs. 2bis  VPO zu verstehen sind und somit Beschwerden gegen verwaltungsintern nicht letztinstanzliche Zwischenverfügungen gemäss § 29 VwVG an den Regierungsrat zu richten sind,

dass die angefochtene Zwischenverfügung des Rechtsdienstes im Rahmen des Beschwerdeverfahrens vor dem Regierungsrat von der verfahrensleitenden bzw. instruierenden Instanz angeordnet wurde und dass die angefochtene Zwischenverfügung damit nicht als verwaltungsintern letztinstanzliche Zwischenverfügung i.S. v. § 43 Abs. 2bis  VPO zu verstehen ist, dass vorliegend mit der direkt beim Kantonsgericht erhobenen Beschwerde der Instanzenzug folglich nicht ausgeschöpft wird, weshalb die funktionelle Zuständigkeit des Kantonsgerichts nicht gegeben und auf die Beschwerde demgemäss nicht einzutreten ist,

dass bei offensichtlichem Fehlen einer Eintretensvoraussetzung die präsidierende Person entscheidet (§ 1 Abs. 3 lit. e VPO),

dass gemäss § 46 Abs. 4 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte und der Strafverfolgungsbehörden (GOG) vom 22. Februar 2001 schriftliche Eingaben, die an eine nicht zuständige basellandschaftliche Gerichts- oder Verwaltungsbehörde gerichtet sind, unverzüglich von Amtes wegen an die zuständige Behörde weiterzuleiten sind,

dass der Rechtsdienst mit Eingabe vom 16. Januar 2012 darauf hinweist, dass die Rechtsmittelbelehrung der Verfügung vom 2. Januar 2012 falsch sei und dass die Beschwerde gegen die Verfügung vom 2. Januar 2012 zuständigkeitshalber an den Regierungsart weiterzuleiten sei,

dass demzufolge die Beschwerde zuständigkeitshalber an den Regierungsrat zu überweisen ist,

dass aufgrund des geringen Aufwands im vorliegenden Verfahren entsprechend § 4 Abs. 2 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte (GebT) vom 15. November 2010 auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist,

dass die Parteikosten wettzuschlagen sind, da die Beschwerde ohne weiteres Zutun der Beschwerdeführerin an den Regierungsrat weitergeleitet wird,

e r k a n n t :

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Angelegenheit wird zuständigkeitshalber an den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft zur Beurteilung überwiesen.

3. Die Orientierungskopie der Beschwerde vom 13. Januar 2012 mit Originalunterschrift des Vertreters der Beschwerdeführerin und eine Kopie der Eingabe des Rechtsdienstes des Regierungsrates vom

16. Januar 2012 werden den jeweiligen Verfahrensbeteiligten zur Kenntnis zugestellt.

4. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

5. Die Parteikosten werden wettgeschlagen.

Präsidentin Gerichtsschreiber

Schlagwörter

non-entryinterim orderadministrative appealcompetenceforwardingdriving licencecourt costsparty costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the legal service’s interim order was admissible directly before the cantonal court.

Extrahierter Entscheid

No. The contested order was not an internally final interim order; the internal appeal route to the Regierungsrat had not been exhausted.

Extrahierte Begründung

Under § 43(2bis) VPO, interim orders are only separately appealable if issued internally at the final administrative level. Orders issued by procedural/instructing bodies in proceedings before the Regierungsrat must first be challenged under § 29 VwVG before the Regierungsrat.

Kernrechtsfrage

Whether the misdirected filing had to be forwarded to the competent authority.

Extrahierter Entscheid

Yes. The appeal had to be transmitted to the Regierungsrat for consideration.

Extrahierte Begründung

§ 46(4) GOG requires written submissions sent to an incompetent cantonal court or authority to be forwarded ex officio to the competent authority.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged.

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed because the effort was minimal.

Extrahierte Begründung

The court relied on § 4(2) GebT to waive costs in view of the low procedural effort.

Kernrechtsfrage

Whether party costs should be awarded.

Extrahierter Entscheid

Party costs were offset, as the appeal was forwarded without further action by the appellant.

Extrahierte Begründung

Given the automatic forwarding of the filing, the court set off party costs.

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