No jurisdiction over remission request; transfer to IV office

720 12 192 / 205Sozialversicherungsgericht / Sozialversicherungskammer23.07.2012Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The insured filed a document against a recovery order for CHF 9,402.20, but in substance it was a request for remission of the claim. The cantonal social insurance court invited clarification and, after the insured confirmed that she sought remission, held that it lacked first-instance jurisdiction. The court therefore did not enter into the filing and forwarded it ex officio to the IV-Stelle Basel-Landschaft for decision. No procedural costs were charged and party costs were set off.

Omnilex-Regeste

§ 16 Abs. 2 VPO; Art. 30 ATSG; remission request in social insurance proceedings: A cantonal social insurance court must examine admissibility ex officio. A filing that is substantively a request for waiver of repayment is not to be decided by the court in the first instance, but by the social insurer that issued the recovery order. If the court lacks competence, it shall not enter into the matter and must forward the filing to the competent authority ex officio; no procedural costs are levied where the matter is disposed of in this manner.

Gesamter Gesetzestext

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht vom 23. Juli 2012 (720 12 192 / 205)

Invalidenversicherung

Nichteintreten auf ein Erlassgesuch / Weiterleitung an die zuständige IV-Stelle

Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschreiber Markus Schäfer

Parteien A. , Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin

Betreff Rückforderung

Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g:

dass die IV-Stelle Basel-Landschaft mit einer undatierten Rückforderungsverfügung die Versicherte A. verpflichtet hat, im Zeitraum vom 1. Dezember 2009 bis 31. Oktober 2011 zuviel bezogene IV-Taggelder und IV-Renten im Betrag von insgesamt Fr. 9'402.20 zurückzubezahlen,.

dass A. mit einer als “Beschwerdeschrift zur Rückerstattungsverfügung“ betitelten Eingabe vom 13. Juni 2012 an das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), gelangt ist,

dass es sich bei diesem Schreiben inhaltlich im Wesentlichen um ein Erlassgesuch und - entgegen der Bezeichnung im Titel - nicht um eine Beschwerde gegen die Rückforderungsverfügung handelt,.

dass das Kantonsgericht A. am 19. Juni 2012 aufgefordert hat, bis zum 19. Juli 2012 zu präzisieren, ob ihre Eingabe als Beschwerde gegen die Rückforderungsverfügung oder aber als Erlassgesuch zu betrachten sei,.

dass A. mit Eingabe vom 2. Juli 2012 erklärt hat, ihre Eingabe sei als Erlassgesuch zu behandeln,

dass das Kantonsgericht gemäss § 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 von Amtes wegen zu prüfen hat, ob die Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind,

dass über ein Erlassgesuch erstinstanzlich der Sozialversicherungsträger, welcher die Rückforderung verfügt hat, und nicht das Kantonsgericht zu entscheiden hat,

dass deshalb das Kantonsgericht zum Entscheid über das Erlassgesuch vom 13. Juni 2012 nicht zuständig ist,.

dass folglich auf die Eingabe von A. vom 13. Juni 2002 nicht eingetreten werden kann,

dass die Eingabe jedoch gestützt auf Art. 30 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 von Amtes wegen zuständigkeitshalber als Erlassgesuch an die IV-Stelle Basel-Landschaft weiterzuleiten ist,

dass für das vorliegende Verfahren vor dem Kantonsgericht keine Kosten zu erheben sind,

dass gemäss § 55 Abs. 1 VPO die präsidierende Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts durch Präsidialentscheid Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von 10'000 Franken entscheidet,

dass sich der Streitwert, der diesem Verfahren zu Grunde liegt, auf Fr. 9'402.20 beläuft, weshalb der Erlass des vorliegenden Entscheides in die Kompetenz der präsidierenden Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts fällt.

Demgemäss wird e r k a n n t:

1. Auf die Eingabe vom 13. Juni 2012 wird nicht eingetreten.

2. Die Eingabe vom 13. Juni 2012 wird zuständigkeitshalber als Erlassgesuch an die IV-Stelle Basel-Landschaft weitergeleitet.

Der IV-Stelle Basel-Landschaft wird ausserdem eine Kopie der Eingabe der Versicherten vom 2. Juli 2012 zur Kenntnisnahme zugestellt.

3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.

Schlagwörter

social insuranceremission requestjurisdictionnon-entrytransfercourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the cantonal social insurance court has jurisdiction to decide the remission request in the first instance

Extrahierter Entscheid

No. A remission request must first be decided by the social insurance institution that issued the recovery order.

Extrahierte Begründung

The filing was substantively a remission request. Under the applicable procedure, the court must examine jurisdiction ex officio and found that it lacked first-instance competence.

Kernrechtsfrage

Whether the filing should be forwarded to the competent IV office

Extrahierter Entscheid

Yes. The filing had to be transmitted ex officio to the IV-Stelle Basel-Landschaft as a remission request.

Extrahierte Begründung

Because the court lacked jurisdiction, the request was to be forwarded to the authority competent to decide remission in the first instance.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged

Extrahierter Entscheid

No procedural costs were imposed.

Extrahierte Begründung

The court ordered no costs in these proceedings.

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