Real-time surveillance of an accused person is never third-party surveillance

350 11 588Strafgericht / Strafkammer03.01.2012Not Examined

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The prosecution sought approval for real-time surveillance of B.'s foreign mobile number while also surveilling A. in a robbery-preparation investigation. The court held that B. was already an accused person in the investigation, so the measure could not be treated as third-party surveillance. Applying the objective concept of accused status under Art. 111 Abs. 1 StPO, the court classified the request as surveillance of an accused person's telephone connection under Art. 270 lit. a StPO.

Omnilex-Regeste

Art. 111 Abs. 1 and Art. 270 lit. a and b StPO; real-time surveillance of a person already qualifying as an accused is never third-party surveillance. The accused status is determined materially and objectively, not by the authority's subjective view or by the existence of a formal designation as accused. Decisive is whether, from the standpoint of an impartial observer, the person appears with sufficient suspicion as a probable perpetrator or participant (consid. 2.1.1). If the surveillance request concerns the accused's own connection, Art. 270 lit. a StPO applies and Art. 270 lit. b StPO is excluded (consid. 2.2.1).

Gesamter Gesetzestext

Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts vom 3. Januar 2012 (350 11 588)

Geheime Überwachung

Überwachung der beschuldigten Person / Drittpersonenüberwachung

Bei einer Echtzeit-Überwachung einer beschuldigten Person handelt es sich nie um eine Drittpersonenüberwachung.

Zwangsmassnahmengericht Basel-Landschaft www.bl.ch/zmg

3. Januar 2012

Sachverhalt

Die Staatsanwaltschaft hat am 30. Dezember 2011 die Echtzeit-Überwachung der ausländischen Rufnummer x (Adressierungselement) von A. (Zielperson) in einem Verfahren gegen A. wegen Vorbereitungshandlungen zu Raub angeordnet (Überwachung der beschuldigten Person). Gleichentags hat sie in einem Verfahren gegen Unbekannt die Echtzeit-Überwachung der ausländischen Rufnummer x (überwachtes Element) von B. (Anschlussinhaber) die Genehmigung beantragt, da A. und B. in die Sache verwickelt seien.

Erwägungen

2.1.1 Als beschuldigte Person gilt die Person, die in einer Strafanzeige, einem Strafantrag oder von einer Strafbehörde in einer Verfahrenshandlung einer Straftat verdächtigt, beschuldigt oder angeklagt wird (Art. 111 Abs. 1 StPO).

Beschuldigt ist diejenige Person, gegen die sich aufgrund eines Deliktsverdachts das Strafverfahren richtet. Massgebend für den Beginn des Beschuldigtenstatus ist die materielle Beschuldigteneigenschaft, d.h. ausschlaggebend ist, ob die betreffende Person tatsächlich bzw. aus objektiver Sicht einer Straftat verdächtig erscheint. Dabei ist nicht die subjektive Sicht der vernehmende Behörde oder das Vorliegen einer formellen Beschuldigung massgebend, sondern allein ob aus Sicht eines unbefangenen Betrachters vernünftigerweise, d.h. im Lichte der gegebenen Verdachtsintensität, die betreffende Person als wahrscheinlicher Täter oder Teilnehmer anzusehen wäre (ViktorLieber, in: Andreas Donatsch/Thomas Hansjakob/Viktor Lieber [Herausgeber], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO), Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 111 RN 1 ff).

2.2. In den Akten liegt ein Bericht der Drogenfahndung der Polizei vom 28. Dezember 2011, wonach A. gemäss vertraulicher Informationen von Serbien aus einen Raubüberfall auf eine Autobahntankstelle in der Region X plane, an welchem ein B. beteiligt sein soll, der die Rufnummer y benutze. A. gelte als Drahtzieher eines Raubüberfalls in X, welcher am 26. August 2011 hätte stattfinden sollen, doch hätten die mutmasslichen Räuber vor Ausübung der Tat festgenommen werden können.

2.2.1. Vorliegend ist festzuhalten, dass seitens der Staatsanwaltschaft in der von ihr gegen die Beschuldigten A. und B. geführten Untersuchung die Überwachung der von B. benutzten Mobiltelefonnummer beantragt wird. Insofern richtet sich die Zwangsmassnahme u.a. gegen ihn als Beschuldigten, womit es sich nicht um eine Drittpersonenüberwachung im Sinne von Art. 270 lit. b StPO, sondern um eine Überwachung des Telefonanschlusses einer beschuldigten Person im Sinne von Art. 270 lit. a StPO handelt.

Schlagwörter

secret surveillancereal-time monitoringaccused personthird-party surveillancetelephone surveillanceobjective suspicion

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the requested surveillance of B.'s phone number was third-party surveillance or surveillance of an accused person.

Extrahierter Entscheid

Because the measure targeted a person who was already an accused in the investigation, it was not third-party surveillance but surveillance of an accused person under Art. 270 lit. a StPO.

Extrahierte Begründung

Accused status depends on the objective, material suspicion against the person. Here the prosecution was investigating A. and B. together, and the surveillance request concerned B.'s mobile number used by him as an accused.

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