Pretrial detention inadmissible if only a fine is likely

350 11 488Strafgericht / Strafkammer18.10.2011Partially Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The court dealt with the prosecution’s request for pretrial detention against A., who was suspected of participating in an attempted or completed burglary-related offence. It held that detention cannot be justified solely to secure a sanction if a fine remains a realistic possibility, because detention would then be more onerous than the expected punishment. As the file did not yet allow the court to rule out a fine, it ordered detention only provisionally for two weeks and required the prosecution, on any request for extension, to show that an imprisoning sentence is actually likely.

Omnilex-Regeste

Pretrial detention and proportionality; where the expected penal consequence is still seriously open to a fine, detention may not be ordered solely to secure execution of the sanction, since it would be disproportionate if more severe than the likely sentence (consid. 1). If the case file does not yet permit a reliable assessment of whether a custodial sentence is to be expected, a short provisional detention order may be issued pending further clarification; for any extension, the prosecuting authority must demonstrate that a custodial sanction is not merely theoretically possible but effectively probable, having regard to the expected culpability and prosecutorial/court practice.

Gesamter Gesetzestext

Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts vom Datum (350 11 488)

Zwangsmassnahmengericht Basel-Landschaft www.bl.ch/zmg

18. Oktober 2011

Anordnung Untersuchungshaft Verhältnismässigkeit

Solange eine Geldstrafe im Raume steht beziehungsweise ernsthaft von der Staatsanwaltschaft erwogen wird (in casu für Einbruchdiebstahl in eine Liegenschaft, begangen durch Personen ohne festen Wohnsitz in der Schweiz), ist es unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit nicht zulässig, strafprozessuale Haft zur Sicherung der zu erwartenden Sanktion (Geldstrafe) anzuordnen.

Sachverhalt

Gegen A. (rumänischer Staatsbürger ohne Beziehung und festen Wohnsitz in der Schweiz) wird ein Verfahren wegen Diebstahls (ev. Versuch), Sachbeschädigung, Hausfriedenbruchs geführt. Es wird ihm vorgeworfen, mindestens an einem Einbruchdiebstahl beteiligt gewesen zu sein (DNA-Hit). Am 15. Oktober 2011 ist er wegen dieser Delikte festgenommen worden. Bezüglich der Verhältnismässigkeit der Untersuchungshaft hat die Staatsanwaltschaft in ihrem Antrag auf Anordnung von Untersuchungshaft vom 17. Oktober 2011 ausgeführt, dass der Beschuldigte auch bei einem bloss einmaligen Einbruchdiebstahl mit einer Strafe im Bereich von 90 bis 180 Tagessätzen Geldstrafe oder 3 bis 6 Monaten Freiheitsstrafe zu rechnen hat. Dabei habe er mindestens mit einer Geldstrafe, möglicherweise mit einer Freiheitsstrafe zu rechnen, falls ihm mehrere Einbruchdiebstähle nachgewiesen werden können.

Erwägungen

1.

(…)

Im Hinblick auf den Tatvorwurf in Verbindung mit den Ausführungen der Staatsanwaltschaft zur drohenden Sanktion kann zur Zeit nicht beurteilt werden, ob dem Beschuldigten gestützt auf die dem dringenden Tatverdacht unterliegenden Delikte eine freiheitsentziehende Sanktion droht oder nicht. Die Staatsanwaltschaft vermag angesichts der derzeitigen Sach- und Aktenlage eine Geldstrafe nicht auszuschliessen. Solange eine Geldstrafe im Raume steht beziehungsweise ernsthaft von der Staatsanwaltschaft erwogen wird, ist es unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit nicht zulässig, strafprozessuale Haft anzuordnen, wäre diese sonst doch einschneidender als die allfällige Sanktion selbst. Folglich ist unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes die Untersuchungshaft vorerst für 2 Wochen anzuordnen. Der Staatsanwaltschaft obliegt es, nach Ablauf dieser Zeit und im Rahmen eines allfälligen Haftverlängerungsantrages aufzuzeigen, dass im konkreten Fall eine freiheitsentziehende Sanktion – bei einer allfälligen Verurteilung – nicht nur theoretisch möglich, sondern aufgrund des weiter zu untersuchenden Tatverschuldens und der Praxis der Staatsanwaltschaft sowie der Gerichte effektiv wahrscheinlich ist beziehungsweise effektiv droht (so auch: MarcForster, in: Marcel Alexander Niggli / Marianne Heer / Hans Wiprächtiger [Herausgeber], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Jugendstrafprozessordnung, Basel 2011, Art.221 N 2).

(…)

Schlagwörter

pretrial detentionproportionalityexpected sentencefinecustodial sentenceburglaryDNA evidence

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether pretrial detention may be ordered when the expected sanction may be a fine.

Extrahierter Entscheid

Detention is not proportionate if a fine remains seriously possible; if detention is ordered, it may only be for a short initial period pending clarification of the likely sanction.

Extrahierte Begründung

A detention order used to secure a sanction would be more severe than the sanction itself if that sanction may be a fine. Because the prosecution could not exclude a fine on the current record, detention could not be justified on that basis alone. The court therefore limited detention to two weeks and required the prosecution, if seeking extension, to show that an imprisoning sentence is in fact likely.

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