Accident causality and legal aid in UVG appeal

U 388/05Bundesgericht28.12.2006Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The insured woman challenged Helsana's termination of accident insurance benefits after a 1997 incident while running for a bus. The insurer and the cantonal court held that the remaining complaints were no longer causally attributable to the accident. The Federal Insurance Court confirmed that the event was, at most, a very minor accident and that adequate causal connection had to be denied. It also rejected the argument that a revision-type proof standard applied, and refused free legal representation because the appeal had no prospect of success.

Omnilex-Regeste

Art. 6 Abs. 1 UVG; adequate causal connection after a minor accident; the adequacy of the causal link is to be assessed independently and may be freely reviewed at any time, even after the passage of time. Where the accident is, on objective assessment, a light event in the lowest range, the criteria developed in the case law for psychical or somatic sequelae are not satisfied and adequate causation is denied (consid. 1). The burden of proof concerning the natural causal link does not apply to the legal adequacy assessment; an analogy to revision proceedings is unwarranted (consid. 2). Unentgeltliche Verbeiständung under Art. 152 OG presupposes prospects of success and must be refused if the appeal is manifestly unfounded (consid. 3).

Gesamter Gesetzestext

Eidgenössisches Versicherungsgericht
Tribunale federale delle assicurazioni
Tribunal federal d'assicuranzas

Prozess {T 0}
U 388/05

Urteil vom 28. Dezember 2006
III. Kammer

Besetzung
Präsident Ferrari, Bundesrichter Meyer und Seiler; Gerichtsschreiber Scartazzini

Parteien
S.________, 1940, Beschwerdeführerin, vertreten
durch Pollux L. Kaldis, Sozialversicherungs- und Ausländerrecht, Solistrasse 2a, 8180 Bülach,

gegen

Helsana Versicherungen AG, Schadenrecht, Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf, Beschwerdegegnerin

Vorinstanz
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur

(Entscheid vom 31. August 2005)

Sachverhalt:
A.
Die 1940 geborene S.________ war als Lesesaal-Angestellte der Gesellschaft X.________ bei der Helsana Versicherungen AG (nachfolgend Helsana) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 5. April 1997 blieb sie beim Versuch, im Laufschritt einen Bus zu erreichen, mit der Jackentasche an einem Geländer hängen, worauf sie einen starken Schlag im Hals und im Rücken verspürte. Die Helsana übernahm die Heilbehandlung und erbrachte Taggeldleistungen. Mit Verfügung vom 9. März 1999 stellte sie ihre Leistungen zum 1. März 1999 mangels Unfallkausalität der noch vorhandenen Beschwerden ein. Die dagegen erhobene Einsprache hiess die Helsana mit Entscheid vom 14. Mai 2004 dahingehend teilweise gut, dass sie die Einstellung ihrer Leistungen auf Ende April 2000 verlegte.
B.
Die dagegen erhobene Beschwerde, womit S.________ beantragte, die Angelegenheit sei an die Helsana zurückzuweisen, damit diese nach zusätzlichen medizinischen Abklärungen erneut über ihren Rechtsanspruch auf Versicherungsleistungen entscheide, wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Entscheid vom 31. August 2005 ab.
C.
S.________ lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde führen und die vorinstanzlichen Rechtsbegehren erneuern.

Helsana und Bundesamt für Gesundheit verzichten auf eine Vernehmlassung.

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das kantonale Gericht hat die zur Beurteilung der adäquaten Kausalität im Rahmen von Art. 6 Abs. 1 UVG rechtsprechungsgemässen Grundsätze in allen Teilen zutreffend dargelegt. Danach sind die Adäquanzkriterien (BGE 117 V 367 f.) bei diesem vorinstanzlich als mittelschwer, im alleruntersten Bereich zu den leichten Ereignissen liegenden, qualifizierten Unfall nicht in der erforderlichen Weise gegeben. Darauf wird verwiesen. Es liegt bei gebotener objektiver Betrachtung im Grunde ein leichtes Unfallereignis vor, bei welchem die Unfalladäquanz der Störungen ohnehin zu verneinen ist (BGE 117 V 366 Erw. 6a).
2.
Sämtliche Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vermögen hieran nichts zu ändern. Insbesondere ist der sinngemäss erhobene Einwand unbehelflich, das kantonale Gericht stelle, indem es die Unfalladäquanz anhand der bekannten Kriterien nach Ablauf einer gewissen Zeit geprüft habe, eine Analogie zur Revision her, wo aber für die Begründung der Einstellung von Versicherungsleistungen die leistungsaufhebenden Tatsachen bewiesen sein müssten, was hier nicht der Fall sei. Denn es geht um den adäquaten Kausalzusammenhang, der wie die Erfüllung des Unfallbegriffes als solchen (BGE 130 V 380) jederzeit frei geprüft werden kann (BGE 127 V 102). Die Beweisfrage stellt sich nur beim natürlichen Kausalzusammenhang (AJP 2006 S. 1290 [U 6/05]).
3.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist unter diesen Umständen offensichtlich unbegründet, weshalb sie im vereinfachten Verfahren nach Art. 36a OG erledigt wird. Sie hatte keine Aussicht auf Erfolg, weshalb die beantragte unentgeltliche Verbeiständung (Art. 152 OG; BGE 128 I 236 Erw. 2.5.3) nicht gewährt werden kann.

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:
1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.
2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3.
Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wird abgewiesen.
4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich und dem Bundesamt für Gesundheit zugestellt.
Luzern, 28. Dezember 2006
Im Namen des Eidgenössischen Versicherungsgerichts

Der Präsident der III. Kammer: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

accident insuranceadequate causationnatural causationbenefit cessationlegal aidsimplified procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the insured's remaining complaints were still in adequate causal relation to the accident under UVG.

Extrahierter Entscheid

No; the accident was at most minor and, under the established criteria, adequate causation had to be denied.

Extrahierte Begründung

The court upheld the cantonal assessment that the event was a very minor accident in the lowest range of light cases, so the adequacy criteria were not met; in such cases adequacy is denied on objective assessment.

Kernrechtsfrage

Whether the insurer's cessation of benefits required proof of a revision-like change in circumstances and additional medical clarification.

Extrahierter Entscheid

No; the adequacy issue can be reviewed at any time, and proof requirements concern natural causation, not adequate causation.

Extrahierte Begründung

The court rejected the analogy to revision proceedings, explaining that the existence of adequate causal connection, like the accident concept itself, is always freely reviewable.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant was entitled to free legal representation in the federal proceedings.

Extrahierter Entscheid

No; the appeal had no prospect of success, so legal aid could not be granted.

Extrahierte Begründung

Because the administrative judicial appeal was manifestly unfounded, it lacked the required chance of success for unentgeltliche Verbeiständung.

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