Non-entry for unpaid cost advance in disability insurance appeal

I 918/06Bundesgericht23.02.2007Dismissed

Zusammenfassung

A disability insurance appellant sought federal review of a cantonal decision and requested free legal aid. The Federal Court refused legal aid as the appeal appeared hopeless and ordered a CHF 500 cost advance. The advance was not paid within the deadline, even accounting for the statutory suspension of time limits. Applying the former Federal Judiciary Act, the court therefore declined to enter into the appeal and, by practice, imposed no court costs.

Regest

Art. 150 Abs. 4 OG; Nichteintreten bei ausbleibender Leistung des Kostenvorschusses trotz Androhung; die versäumte Vorschusszahlung führt zur formellen Unzulässigkeit des Rechtsmittels, wenn der Fristablauf auch unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes eingetreten ist. Für vor dem 1. Januar 2007 ergangene kantonale Entscheide bleibt das OG massgebend (Art. 132 Abs. 1 BGG). Bei Nichteintretensentscheiden wegen nicht geleistetem Vorschuss werden praxisgemäss keine Gerichtskosten erhoben, obwohl das Verfahren an sich kostenpflichtig wäre (vgl. Art. 134 OG).

Gesamter Gesetzestext

{T 7}
I 918/06

Urteil vom 23. Februar 2007
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichter Schön, Frésard,
Gerichtsschreiber Hadorn.

Parteien
A.________, 1955, Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Philip Stolkin, Lausannegasse 18, 1700 Freiburg,

gegen

IV-Stelle des Kantons Freiburg,
Impasse de la Colline 1, 1762 Givisiez, Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Freiburg
vom 10. Oktober 2006.

In Erwägung,
dass A.________ am 27. Oktober 2006 Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen einen Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Freiburg, Sozialversicherungsgerichtshof, vom 10. Oktober 2006 erhoben und gleichzeitig um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ersucht hat,
dass das Verfahren Leistungen der Invalidenversicherung zum Gegenstand hat, weshalb es kostenpflichtig ist (Art. 134 OG in der seit 1. Juli 2006 gültigen Fassung),
dass das Eidgenössische Versicherungsgericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit Entscheid vom 22. Dezember 2006 wegen Aussichtslosigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde abgewiesen und A.________ gleichzeitig aufgefordert hat, innert 14 Tagen nach Erhalt dieses Schreibens einen Kostenvorschuss von Fr. 500.- zu bezahlen, verbunden mit der Androhung, dass bei Nichtleistung innert der gesetzten Frist aus diesem Grunde auf die Rechtsvorkehr nicht eingetreten werde,
dass am 1. Januar 2007 das Bundesgesetz über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110) in Kraft getreten (AS 2006 1205, 1243) ist, womit das Eidgenössische Versicherungsgericht und das Bundesgericht in Lausanne zu einem einheitlichen Bundesgericht (an zwei Standorten) zusammengefügt wurden (Seiler/von Werdt/Güngerich, Bundesgerichtsgesetz [BGG], Bern 2007, S. 10 Rz 75),
dass dieses Gesetz auf die nach seinem Inkrafttreten eingeleiteten Verfahren des Bundesgerichts anwendbar ist, auf ein Beschwerdeverfahren jedoch nur dann, wenn auch der angefochtene Entscheid nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes ergangen ist (Art. 132 Abs. 1 BGG).
dass der kantonale Gerichtsentscheid am 10. Oktober 2006 und somit vor dem 1. Januar 2007 erlassen wurde, weshalb sich das Verfahren nach dem bis 31. Dezember 2006 in Kraft gewesenen Bundesgesetz über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG) vom 16. Dezember 1943 (vgl. BGE 132 V 393 E. 1.2 S. 395) richtet,
dass der Kostenvorschuss innert der gesetzten Frist (unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes gemäss Art. 34 Abs. 1 lit. c OG) nicht bezahlt worden ist,
dass androhungsgemäss nach Art. 150 Abs. 4 OG zu verfahren ist,
dass - obwohl das Verfahren an sich kostenpflichtig ist - praxisgemäss bei Nichteintretensentscheiden zufolge unterbliebener oder verspäteter Leistung des Vorschusses keine Gerichtskosten erhoben werden,
erkennt das Bundesgericht:
1.
Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg, Sozialversicherungsgerichtshof, der Ausgleichskasse des Kantons Freiburg und dem Bundesamt für Sozialversicherungen zugestellt.

Luzern, 23. Februar 2007

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

invalidity insurancecost advancenon-entryfree legal aidcourt costsdeadlineprocedural admissibility