Household invalidity assessment and pension threshold

I 495/99Bundesgericht31.03.2000Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The claimant, a full-time housewife, challenged the denial of an invalidity pension after a shoulder injury. The IV office and the Bern cantonal court assessed her impairment in household tasks at 31% under the specific method applicable to non-employed insured persons. Before the Federal Court she argued, among other things, that her husband's severe back problems had not been properly considered. The court held that this could at most affect certain household sub-areas and would not raise the overall degree of invalidity to the 40% threshold required for a pension. The complaint was dismissed and no court costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 5 Abs. 1 IVG, Art. 28 Abs. 3 IVG, Art. 26bis and 27 IVV; assessment of invalidity for non-employed insured persons engaged in household work. Invalidity is determined by the degree of impairment in the usual household and childcare tasks according to the specific method; the household must be weighted in its individual sub-areas in accordance with the administrative guidelines approved by case law. The court will not depart from the established assessment scheme absent a legal error. Incapacity of other household members may only influence those sub-areas in which their assistance is relevant and cannot justify a pension unless the overall invalidity reaches the statutory minimum threshold (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

[AZA]
I 495/99 Md

III. Kammer

Bundesrichter Schön, Spira und Bundesrichterin Widmer; Ge-
richtsschreiber Condrau

Urteil vom 31. März 2000

in Sachen

S.________, Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle Bern, Chutzenstrasse 10, Bern, Beschwerdegegne-
rin,
und

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Bern

A.- Die 1954 geborene S.________, verheiratet und
Mutter von fünf Kindern (geboren zwischen 1987 und 1994),
ist vollzeitlich als Hausfrau tätig. Am 22. Januar 1998
meldete sie sich wegen Schulterschmerzen (Unfall mit Hume-
ruskopffraktur vom 22. Januar 1997) zum Bezug von Leistun-
gen der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle Bern holte
u.a. einen Arztbericht des Dr. med. H.________ vom 5. Feb-
ruar 1998 ein. Zudem veranlasste sie eine Abklärung der Be-
hinderung im Bereich der Haushaltführung (Bericht vom
22. Juni 1998). Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens
lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Verfügung
vom 4. September 1998).

B.- Die von S.________ hiegegen erhobene Beschwerde
wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern am 20. Juli
1999 ab.

C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt
S.________ sinngemäss die Zusprechung einer Invalidenrente.
Die IV-Stelle schliesst auf Abweisung der Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde, während sich das Bundesamt für Sozial-
versicherung (BSV) nicht vernehmen lässt.

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:

1.- Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das So-
zialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der angefoch-
tenen Verfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt, der
zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war (BGE 121 V 366
Erw. 1b mit Hinweisen). Die Verfügung der IV-Stelle Bern
datiert vom 4. September 1998. Die von der Beschwerdeführe-
rin im Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsge-
richt neu aufgelegten Arztzeugnisse, welche von einer am
16. Juni 1999 vorgenommenen Arthroskopie sowie Korrektur-
Osteotomie berichten, sind deshalb unbeachtlich.

2.- a) Bei nichterwerbstätigen Versicherten im Sinne
von Art. 5 Abs. 1 IVG - so namentlich bei im Haushalt täti-
gen Versicherten - wird für die Bemessung der Invalidität
darauf abgestellt, in welchem Masse sie behindert sind,
sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28
Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 26bis und 27 Abs. 1 IVV;
spezifische Methode; BGE 104 V 136 Erw. 2a; AHI 1997 S. 291
Erw. 4a). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Ver-
sicherten gilt die übliche Tätigkeit im Haushalt und allen-
falls im Betrieb des Ehepartners sowie die Erziehung der
Kinder (Art. 27 Abs. 2 IVV).
Die Gewichtung der einzelnen Teilbereiche der Haus-
haltführung hat sodann nach Massgabe der Verwaltungsweisun-
gen (Rz 2122 der Wegleitung des BSV über die Invalidität
und Hilflosigkeit [WIH], gültig ab 1. Januar 1990) zu er-
folgen, deren Gesetzeskonformität durch die Rechtsprechung
ausdrücklich bestätigt worden ist (ZAK 1986 S. 234 Erw. 2c
betreffend die gleichlautende Rz 147.9 der bis 1. Januar
1985 gültig gewesenen Fassung der WIH). Hernach ist die
gesundheitlich bedingte Einschränkung in den einzelnen
Teilbereichen festzustellten, woraus sich schliesslich der
Invaliditätsgrad ermitteln lässt.

b) Die Vorinstanz hat die Einschränkung in den einzel-
nen Teilbereichen der Haushaltführung unter Bezugnahme auf
die Gewichtung der Aufgabenbereiche im Haushalt gemäss der
Wegleitung geprüft und dabei (wie die Verwaltung) einen In-
validitätsgrad von insgesamt 31 % ermittelt. Entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin besteht kein Grund, der
Bemessung ihrer Invalidität ein anderes Schema zugrunde-
zulegen. Verwaltung und Vorinstanz haben die unfallbeding-
ten Behinderungen der Beschwerdeführerin auf die Besorgung
des Haushaltes in korrekter Weise berücksichtigt, worauf
verwiesen wird.

c) Zutreffend ist der Einwand der Beschwerdeführerin,
Verwaltung und Vorinstanz hätten nicht berücksichtigt, dass
ihr Ehemann von schweren Rückenleiden betroffen sei. Im
Gegensatz zu den ärztlichen Stellungnahmen wird im Abklä-
rungsbericht Haushalt vom 22. Juni 1998 ausgeführt, der
Ehemann könne die Umgebungsarbeiten besorgen und beim Tra-
gen schwerer Lasten helfen. Die Tatsache, dass der Ehemann
der Beschwerdeführerin bei der Verrichtung schwerer Tätig-
keiten im Haushalt nicht mithelfen kann, vermag sich vor-
liegend auf die Teilbereiche Einkauf/weitere Besorgungen
und Gartenpflege auszuwirken. Diese Teilbereiche ent-
sprechen je 10 % des gesamten Aufgabenbereichs, wobei die
IV-Stelle beim Bereich Einkauf/weitere Besorgungen bereits
eine Invalidität von 20 % und beim Bereich Gartenpflege
eine solche von 50 % festgesetzt hat (Abklärungsbericht
Ziff. 7.2 und 7.7). Bei dieser Sachlage vermag selbst eine
weitere Erhöhung dieser Ansätze den festgestellten Invali-
ditätsgrad von 31 % im gesamten Aufgabenbereich nur unwe-
sentlich zu erhöhen, jedenfalls nicht auf den für den An-
spruch auf eine Invalidenrente erforderlichen Mindestin-
validitätsgrad von 40 % (Art. 28 Abs. 1 IVG).

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:

I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.

II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsge-
richt des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche
Abteilung, der Ausgleichskasse des Kantons Bern und
dem Bundesamt für Sozialversicherung zugestellt.

Luzern, 31. März 2000
Im Namen des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts
Der Präsident der III. Kammer:

Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

invalidity insurancehousehold impairmentnon-employed insured personspension thresholdspecific assessment methodhousewifechildcaretask weightingcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the invalidity of a non-employed insured person engaged in household work must be assessed under the specific household method.

Extrahierter Entscheid

Yes. For a housewife, invalidity is assessed by the degree of impairment in the usual household and childcare tasks using the specific method.

Extrahierte Begründung

The court reiterated settled case law and the applicable IVG/IVV provisions governing non-employed insured persons and the weighting of household tasks.

Kernrechtsfrage

Whether the husband's own back problems required a higher household impairment percentage.

Extrahierter Entscheid

Only to a limited extent. His inability to assist with heavy tasks could affect shopping and garden work, but not enough to raise the overall invalidity rate to the pension threshold.

Extrahierte Begründung

Those task areas were already weighted and assessed by the administration; even a higher percentage there would not materially increase the total beyond 31%, far below the 40% minimum for a pension.

Kernrechtsfrage

Whether the claimant was entitled to an invalidity pension.

Extrahierter Entscheid

No. The assessed invalidity of 31% did not reach the statutory minimum of 40% required for a pension.

Extrahierte Begründung

The court accepted the household assessment and held that the claimant remained below the pension threshold.

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