No entry on appeal for abusive language; costs imposed

I 1104/06Bundesgericht18.04.2007Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court had to decide an appeal against a cantonal judgment rejecting a claim of undue delay/refusal to act by the Luzern IV office. After the appeal was returned for amendment because of offensive and insulting wording, the appellant refused to remove the impugned passages. The Court held that the filing still violated the requirements of proper form and good manners and therefore did not satisfy Art. 108 OG. It accordingly did not enter into the appeal and imposed court costs of CHF 500 on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 30 Abs. 3 OG, Art. 31 Abs. 1 OG, Art. 108 OG; a submission containing grossly insulting, defamatory or otherwise unnecessary demeaning statements does not satisfy the requirements of a valid administrative law appeal. Freedom of expression in judicial proceedings is not unlimited and does not protect false allegations or expressions whose sharpness is not required. If the defect is pointed out and the party nevertheless declines to amend the filing, non-entry follows under Art. 108 Abs. 3 OG. In proceedings dealing solely with procedural questions, costs may be imposed on the unsuccessful party (Art. 134 OG e contrario).

Gesamter Gesetzestext

{T 7}
I 1104/06

Urteil vom 18. April 2007
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer, Leuzinger,
Gerichtsschreiber Grunder.

Parteien
Z.________, 1976, Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle Luzern, Landenbergstrasse 35, 6005 Luzern, Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 24. November 2006.

In Erwägung,
dass das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern mit Entscheid vom 24. November 2006 eine von Z.________ (geboren 1976) eingereichte, gegen die IV-Stelle Luzern gerichtete Rechtsverzögerungs- und Rechtsverweigerungsbeschwerde abwies, soweit darauf einzutreten war,
dass Z.________ hiegegen mit Eingabe vom 24. Dezember 2006 Verwaltungsgerichtsbeschwerde führte,
dass die Instruktionsrichterin diese Eingabe mit Verfügung vom 9. Januar 2007 wegen Äusserungen ungebührlichen Inhalts an Z.________ gemäss Art. 30 Abs. 3 OG zur Umänderung innert einer nicht erstreckbaren Frist von 5 Tagen zurückwies, unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall,
dass Z.________ fristgerecht eine weitere Eingabe (vom 26. Januar 2007) einreicht und eine Verbesserung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ablehnt, wobei er zur Begründung anführt, er könne keine ungebührlichen Stellen finden, eventuell müsse das Gericht die zu beanstandenden Inhalte näher bezeichnen,
dass er nach Eingang der Verfügung vom 9. Januar 2007 die Verwaltungsgerichtsbeschwerde geprüft und diejenigen Stellen, die seiner Ansicht nach ungehörig sein könnten, gekennzeichnet hat, woraus sich ergibt, dass er durchaus in der Lage war zu erkennen, welche Ausdrucksweisen den durch die gute Sitte gebotenen Anstand (vgl. Art. 31 Abs. 1 OG) verletzen,
dass Z.________ in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 24. Dezember 2006 die IV-Stelle als "Invaliden-Verunsicherungs- und Terror-Stelle" sowie Lügnerin bezeichnete und sie bezichtigte, "terroristische Leistungs- und Abklärungsverweigerung", "absichtliche" Verfahrensverzögerung sowie "Amtsmissbrauch" zu betreiben,
dass in der Eingabe vom 26. Januar 2007 weitere Ungebührlichkeiten enthalten sind, indem die IV-Stelle beschimpft wird, sie bediene sich des "Terrors", begehe "schwerste Körperverletzung" an Versicherten, habe "Morde durch Tabakrauch" zu verantworten und wende die Gesetze an, als seien sie "Märchenbücher",
dass diese Äusserungen den durch die gute Sitte gebotenen Anstand krass verletzen,
dass die geltend gemachte Meinungsäusserungsfreiheit in einem Gerichtsverfahren nicht unbegrenzt gilt und insbesondere unwahre Tatsachen, ehrenrührige Behauptungen und Feststellungen, die in ihrer Schärfe nicht notwendig sind, nicht umfasst (vgl. Villiger, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention [EMRK], Zürich 1999, S. 393, Rz 607 zu Art. 10 EMRK),
dass unter diesen Umständen die Verwaltungsgerichtsbeschwerde den gesetzlichen Anforderungen des Art. 108 OG nicht genügt, weshalb androhungsgemäss darauf nicht einzutreten ist (Art. 108 Abs. 3 OG),
dass es um rein prozessrechtliche Fragen geht, weshalb das Verfahren kostenpflichtig ist (Art. 134 Satz 1 OG e contrario),

erkennt das Bundesgericht:
1.
Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden Z.________ auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen zugestellt.
Luzern, 18. April 2007
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

social insuranceinadmissibilityabusive languageformal requirementsfreedom of expressioncourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the administrative law appeal complied with formal requirements despite insulting and abusive expressions.

Extrahierter Entscheid

The appeal did not meet the statutory requirements and could not be considered because the offending passages were not removed.

Extrahierte Begründung

The appellant used grossly offensive and defamatory language against the IV office; freedom of expression in judicial proceedings does not protect unnecessary, false, or insulting assertions. After receiving the return order, he was able to identify the offending passages, so the defect was not due to lack of clarity from the court.

Kernrechtsfrage

Who bears the court costs for the non-entry decision.

Extrahierter Entscheid

The appellant must bear the court costs because the case concerns purely procedural issues.

Extrahierte Begründung

Costs are chargeable in proceedings dealing only with procedural questions.

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