Non-entry for failure to pay court advance

H 203/04Bundesgericht / II. sozialrechtliche Abteilung24.01.2005Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

H. filed a Verwaltungsgerichtsbeschwerde against a decision of the Basel-Stadt Social Insurance Court. The Federal Insurance Court ordered a CHF 900 advance and warned that failure to pay would lead to non-entry. The order was returned uncollected, but the court held that service was deemed completed after the seven-day postal collection period and that the appellant had to expect service during the pending proceedings. Because the advance was not paid in time, the court did not enter into the appeal. No court costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 134 OG e contrario, Art. 150 Abs. 4 OG; postal service and court advance: if a party in pending proceedings must expect official service and fails to collect a judicial letter, service is deemed completed after expiry of the seven-day postal collection period. Failure to pay a duly requested court advance within the set time limit entails the announced non-entry consequences. In proceedings not concerning insurance benefits, the appeal is in principle costs-bearing; nevertheless, consistent practice allows waiver of court costs in non-entry decisions caused by non-payment or late payment of the advance.

Gesamter Gesetzestext

Eidgenössisches Versicherungsgericht
Tribunale federale delle assicurazioni
Tribunal federal d'assicuranzas

Sozialversicherungsabteilung
des Bundesgerichts

Prozess
{T 0}
H 203/04

Urteil vom 24. Januar 2005
IV. Kammer

Besetzung
Präsident Ferrari, Bundesrichter Meyer und Ursprung; Gerichtsschreiberin Hofer

Parteien
H.________, Beschwerdeführerin,

gegen

Ausgleichskasse Basel-Stadt, Wettsteinplatz 1, 4058 Basel, Beschwerdegegnerin

Vorinstanz
Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt, Basel

(Entscheid vom 9. August 2004)

In Erwägung,
dass H.________ am 25. Oktober 2004 Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen einen Entscheid des Sozialversicherungsgerichts Basel-Stadt vom 9. August 2004 erhoben hat,
dass das Verfahren nicht die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zum Gegenstand hat, weshalb es kostenpflichtig ist (Art. 134 OG e contrario),
dass der Präsident des Eidgenössischen Versicherungsgerichts H.________ mit Verfügung vom 30. November 2004 aufgefordert hat, innert 14 Tagen nach Erhalt dieses Schreibens einen Kostenvorschuss von Fr. 900.- zu bezahlen, und angedroht hat, dass bei Nichtleistung innert der gesetzten Frist aus diesem Grunde auf die Rechtsvorkehr nicht eingetreten werde,
dass die als Gerichtsurkunde zugestellte Kostenvorschussverfügung mit dem postalischen Vermerk «nicht abgeholt» an das Eidgenössische Versicherungsgericht zurückgelangt ist,
dass eine derartige Postsendung grundsätzlich in dem Zeitpunkt als zugestellt gilt, in welchem der Adressat sie tatsächlich in Empfang nimmt,
dass die Sendung, wenn der Adressat nicht angetroffen wird und daher eine Abholungseinladung in seinen Briefkasten oder sein Postfach gelegt wird, in jenem Zeitpunkt als zugestellt gilt, in welchem sie auf der Post abgeholt wird; geschieht dies nicht innert der Abholfrist von sieben Tagen gemäss den von der Post gestützt auf Art. 11 des Postgesetzes vom 30. April 1997 erlassenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen «Postdienstleistungen», so gilt die Sendung als am letzten Tag dieser Frist zugestellt (BGE 127 I 31, 123 III 493, 119 II 149 Erw. 2, 119 V 94 Erw. 4b/aa, je mit Hinweisen),
dass, wer sich während eines hängigen Verfahrens für längere Zeit von dem den Behörden bekanntgegebenen Adressort entfernt, ohne für die Nachsendung der an die bisherige Adresse gelangenden Korrespondenz zu sorgen und ohne der Behörde zu melden, wo er nunmehr zu erreichen ist, oder ohne einen Vertreter zu beauftragen, nötigenfalls während seiner Abwesenheit für ihn zu handeln, eine am bisherigen Ort versuchte Zustellung als erfolgt gelten zu lassen hat, sofern die Zustellung eines behördlichen Aktes während der Abwesenheit mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist (BGE 119 V 94 Erw. 4b/aa mit Hinweisen),
dass die Beschwerdeführerin auf Grund der am 25. Oktober 2004 erhobenen Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit mit der Zustellung eines behördlichen Aktes rechnen musste,
dass die Kostenvorschussverfügung vom 30. November 2004 mit Ablauf der siebentägigen Abholfrist am 8. Dezember 2004 als zugestellt zu gelten hat,
dass sich die Beschwerdeführerin die Nichtleistung des Kostenvorschusses innert der gesetzten Frist entgegenhalten lassen muss und die entsprechenden Rechtsfolgen zu tragen hat,
dass androhungsgemäss nach Art. 150 Abs. 4 OG zu verfahren ist,
dass - obwohl das Verfahren an sich kostenpflichtig ist - praxisgemäss bei Nichteintretensentscheiden zufolge unterbliebener oder verspäteter Leistung des Vorschusses keine Gerichtskosten erhoben werden,
erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:
1.
Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt und dem Bundesamt für Sozialversicherung zugestellt.

Luzern, 24. Januar 2005

Im Namen des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
Der Präsident der IV. Kammer: Die Gerichtsschreiberin:

Schlagwörter

social insurancecourt advanceservice of processnon-entrypostal collection periodcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the court should enter into the administrative judicial appeal despite non-payment of the requested court advance.

Extrahierter Entscheid

No. The appeal had to be dismissed without entering into the merits because the advance was not paid in time and the failure had to be attributed to the appellant.

Extrahierte Begründung

The appeal was not about insurance benefits, so costs were due. The advance order was deemed served after the seven-day postal collection period. Since the appellant had to expect service during the pending proceedings, the legal consequences of non-payment applied; under Art. 150 para. 4 OG the court had to proceed as announced.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged in the non-entry decision.

Extrahierter Entscheid

No court costs were levied as a matter of practice in non-entry decisions caused by failure to pay the advance.

Extrahierte Begründung

Although the proceeding was in principle subject to costs, the court's settled practice is not to impose court costs when it does not enter because the advance was not paid or was paid late.

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