Non-entry for failure to pay court advance in social insurance appeal

H 196/04Bundesgericht / II. sozialrechtliche Abteilung03.03.2005Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

E.________ and L.________ filed an administrative law appeal against a Basel-Landschaft social insurance judgment. The Federal Insurance Court had required each appellant to pay a CHF 600 court advance and warned that failure would lead to non-entry. Their requests for free legal aid and for waiver or reduction of the advance were denied, and they still did not pay within the deadline. The court therefore did not enter into the appeal. It also ordered that no court costs be levied.

Omnilex-Regeste

Art. 150 Abs. 4 OG; non-payment of the ordered court advance after express warning leads to non-entry on the appeal. Where a party, despite being granted a final deadline and warned of the consequence, fails to pay the advance, the court must decline to enter into the matter. In proceedings that are in principle cost-bearing, the Federal Insurance Court’s practice is not to levy court costs when non-entry results solely from the omitted or late payment of the advance (consid. 1-2).

Gesamter Gesetzestext

Eidgenössisches Versicherungsgericht
Tribunale federale delle assicurazioni
Tribunal federal d'assicuranzas

Sozialversicherungsabteilung
des Bundesgerichts

Prozess
{T 0}
H 196/04

Urteil vom 3. März 2005
III. Kammer

Besetzung
Präsidentin Leuzinger, Bundesrichter Rüedi und Kernen; Gerichtsschreiber Jancar

Parteien

  1. E.________, vertreten durch L.________,
  2. L.________,
    Beschwerdeführerinnen,

gegen

Ausgleichskasse der Wirtschaftskammer Baselland, Viaduktstrasse 42, 4002 Basel, Beschwerdegegnerin

Vorinstanz
Kantonsgericht Basel-Landschaft, Liestal

(Entscheid vom 24. August 2004)

In Erwägung,
dass E.________ und L.________ am 18. Oktober 2004 Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen einen Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 24. August 2004 erhoben haben,
dass das Verfahren nicht die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zum Gegenstand hat, weshalb es kostenpflichtig ist (Art. 134 OG e contrario),

dass der Präsident des Eidgenössischen Versicherungsgerichts E.________ und L.________ mit Verfügung vom 19. Oktober 2004 aufgefordert hat, innert 14 Tagen nach Erhalt dieses Schreibens einen Kostenvorschuss von je Fr. 600.- zu bezahlen, und angedroht hat, dass bei Nichtleistung innert der gesetzten Frist aus diesem Grunde auf die Rechtsvorkehr nicht eingetreten werde,

dass E.________ und L.________ mit Schreiben vom 4. November 2004 sinngemäss um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht haben,

dass E.________ und L.________ mit Schreiben vom 5. November 2004 aufgefordert worden sind, das Formular «Zeugnis zur Erlangung der unentgeltlichen Rechtspflege» auszufüllen und innerhalb von 30 Tagen zurückzusenden verbunden mit dem Hinweis, dass das Gericht bei unbenütztem Fristablauf aufgrund der Akten entscheiden werde,

dass E.________ und L.________ das Formular innert der gesetzten Frist dem Gericht nicht zurückgesandt und sinngemäss um Erlass oder Herabsetzung des Kostenvorschusses ersucht haben (Schreiben vom 30. November 2004),

dass das Eidgenössische Versicherungsgericht die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege und um Erlass oder Herabsetzung des Kostenvorschusses mit Entscheid vom 24. Januar 2005 abgewiesen und E.________ sowie L.________ gleichzeitig aufgefordert hat, innert 14 Tagen nach Erhalt dieses Entscheides einen Kostenvorschuss von je Fr. 600.- zu bezahlen verbunden mit der Androhung, dass bei Nichtleistung innert der gesetzten Frist aus diesem Grunde auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht eingetreten werde,
dass diese Zahlungsaufforderung E.________ und L.________ am 7. Februar 2005 ausgehändigt worden ist,

dass E.________ und L.________ den verlangten Kostenvorschuss innert der gesetzten Frist nicht geleistet haben,

dass androhungsgemäss nach Art. 150 Abs. 4 OG zu verfahren ist,

dass - obwohl das Verfahren an sich kostenpflichtig ist - praxisgemäss bei Nichteintretensentscheiden zufolge unterbliebener oder verspäteter Leistung des Vorschusses keine Gerichtskosten erhoben werden,
erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:
1.
Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, und dem Bundesamt für Sozialversicherung zugestellt.

Luzern, 3. März 2005

Im Namen des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
Die Präsidentin der III. Kammer: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

non-entrycourt advancefree legal aidsocial insurancecostsappeal deadline

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the administrative law appeal could proceed despite non-payment of the ordered court advance

Extrahierter Entscheid

The court could not enter into the appeal because the advance was not paid within the prescribed time after warning.

Extrahierte Begründung

The appeal was subject to costs; the appellants were twice reminded and then finally ordered to pay CHF 600 each, with a clear warning of non-entry. As payment was not made, Art. 150(4) OG required non-entry.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged despite the non-entry decision

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed in practice for a non-entry decision caused by failure to pay the advance.

Extrahierte Begründung

Although the proceedings were in principle subject to costs, the court applied its practice not to levy court costs in such non-entry cases.

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