Revision of pension judgment declared inadmissible

9F_12/2010Bundesgericht / III. öffentlich-rechtliche Abteilung01.09.2010Inadmissible

Zusammenfassung

The applicant again sought revision of the Federal Supreme Court judgment of 19 March 2010 concerning the reduction of his occupational pension disability benefits by way of overcompensation, including the offsetting of child and spouse supplements. The court held that none of the invoked revision grounds under Arts. 121 and 123 BGG were established: no omitted request was identified, the alleged defects were raised too late, the asserted facts were not new, and the filing merely criticized the prior legal reasoning. Without exchange of written submissions, the court declared the revision inadmissible and imposed CHF 500 costs on the applicant.

Regest

Arts. 121 lit. c, d, 123 Abs. 2 lit. a, 124 Abs. 1 lit. b, 127 BGG; revision of a Federal Supreme Court judgment: revision is admissible only on the exhaustively enumerated statutory grounds and within the statutory time limit. A party must precisely identify the allegedly omitted request or the decisive overlooked fact; mere criticism of the legal assessment in the prior judgment is not a revision ground. Facts already forming the uncontested basis of the earlier proceedings are not new within the meaning of Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG. Procedural defects under Art. 121 lit. c and d BGG must be invoked within 30 days; otherwise they are time-barred. If no admissible ground is shown, the court may refuse to enter into the revision request without exchange of submissions (Art. 127 BGG).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
9F_12/2010

Urteil vom 1. September 2010
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Bundesrichter Borella, Seiler,
Gerichtsschreiberin Dormann.

Verfahrensbeteiligte
B.________,
Gesuchsteller,

gegen

APK Aargauische Pensionskasse, Hintere Bahnhofstrasse 8, 5000 Aarau,
Gesuchsgegnerin.

Gegenstand
Berufliche Vorsorge,

Revisionsgesuch gegen das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts 9C_687/2009 vom 19. März 2010.

In Erwägung,
dass das Bundesgericht mit Urteil 9C_687/2009 vom 19. März 2010 die Beschwerde des B.________ vom 26. August 2009 abwies, soweit es darauf eintrat, mit der Begründung, die Kürzung seines Anspruchs auf Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge infolge Überentschädigung - insbesondere unter Anrechnung der durch die IV resp. AHV ausgerichteten Ehegatten- und Kinderzusatzrenten - sei zulässig,
dass das Bundesgericht mit Urteil 9F_6/2010 vom 2. Juli 2010 auf das Revisionsgesuch des B.________ vom 17. Mai 2010 gegen das Urteil vom 19. März 2010 nicht eintrat,
dass B.________ mit Eingaben vom 10. August 2010 erneut um Revision des Urteils vom 19. März 2010 ersucht und beantragt, das Dispositiv sei entsprechend seinen im Verfahren 9C_687/2009 vorgebrachten "Forderungen und Stellungnahmen" abzuändern,
dass der Gesuchsteller formell die Revisionsgründe von Art. 121 lit. c BGG (unbeurteilt gebliebene Anträge), Art. 121 lit. d BGG (Übersehen aktenkundiger erheblicher Tatsachen) und Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG (nachträgliches Auffinden erheblicher Tatsachen oder Beweismittel) geltend macht,
dass nicht ersichtlich ist und nicht dargelegt wird, welcher der im Verfahren 9C_687/2009 gestellten Anträge (vgl. Sachverhalt lit. c im Urteil vom 19. März 2010) nicht beurteilt worden sein soll,
dass das Bundesgericht den Anspruch des Beschwerdeführers auf Zusatzrenten bei der Beantwortung der Frage nach der Zulässigkeit der Leistungskürzung (im Lichte der mit familienpolitischen Zielen im Zusammenhang stehenden verfassungsrechtlichen Grundlagen und zivilrechtlichen Bestimmungen) berücksichtigte,
dass im Übrigen der Beschwerdeführer die behaupteten Verletzungen von Verfahrensvorschriften (Art. 121 lit. c und d BGG) nicht innert der 30-tägigen - am 11. Mai 2010 abgelaufenen - Frist (Art. 124 Abs. 1 lit. b BGG) und somit ohnehin verspätet geltend macht,
dass die Tatsachen, der Beschwerdeführer brauche die Zusatzrenten nicht für sich allein und die Gesuchsgegnerin habe "ihre Zusatzrenten" (recte: die den IV- resp. AHV-Zusatzrenten entsprechenden Beträge) zurückgefordert und nicht weiter ausbezahlt, nicht neu im Sinne von Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG sind, bildeten sie doch sowohl im bundesgerichtlichen (9C_687/2009) als auch im vorausgegangenen kantonalen Verfahren die unbestrittene tatsächliche Grundlage für die Beurteilung der Rechtmässigkeit der Leistungskürzung,
dass sich der Gesuchsteller im Wesentlichen auf eine Kritik an den rechtlichen Erwägungen des Urteils 9C_687/2009 vom 19. März 2010 beschränkt, eine abweichende rechtliche Auffassung indessen keinen Revisionsgrund darstellt,
dass daher - ohne Schriftenwechsel (Art. 127 BGG) - auf das Revisionsgesuch nicht einzutreten ist,
dass bei diesem Verfahrensausgang der Gesuchsteller die Gerichtskosten zu tragen hat (Art. 66 Abs. 1 und 3 BGG),
dass der Gesuchsteller darauf hingewiesen wird, dass das Bundesgericht weitere Eingaben in dieser Sache, insbesondere weitere Revisionsgesuche, in Zukunft ohne Antwort ablegen wird,
erkennt das Bundesgericht:

1.
Auf das Revisionsgesuch wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Gesuchsteller auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 1. September 2010

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Meyer Dormann

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