Disability pension denied; appeal dismissed

9C_86/2012Bundesgericht / III. öffentlich-rechtliche Abteilung06.03.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The claimant challenged the cantonal judgment confirming the IV office's refusal of a disability pension. He argued for a full pension from March 2004 to September 2008, or alternatively for remittal. The Federal Court held that the cantonal findings on work capacity were not manifestly incorrect, that the criteria for an exceptional invalidating inability were not met, and that even with the claimed income deduction the disability degree would remain below the pension threshold. The appeal was therefore dismissed in summary proceedings, and CHF 500 costs were charged to the claimant.

Omnilex-Regeste

Art. 28 IVG; Art. 105 Abs. 1 and 2 BGG; art. 109 BGG; disability pension and review of work capacity based on somatoform pain disorder and depressive episode: the Federal Court confirms that the exceptional recognition of an invalidating incapacity requires the criteria developed in BGE 130 V 352, not merely failed treatment attempts or willpower efforts. The cantonal findings on the absence of severe, enduring and therapy-resistant morbidity criteria are binding unless manifestly incorrect. Anticipatory appraisal may justify refusing further evidence where the existing record suffices. A disability degree below the pension threshold precludes entitlement; summary procedure is available where the appeal is manifestly unfounded.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
9C_86/2012

Urteil vom 6. März 2012
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Bundesrichter Kernen, Bundesrichterin Pfiffner Rauber,
Gerichtsschreiberin Dormann.

Verfahrensbeteiligte
D.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Pablo Blöchlinger,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen,
Brauerstrasse 54, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (Invalidenrente),

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 6. Oktober 2011.

In Erwägung,
dass D.________ sich im November 2004 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete und die IV-Stelle des Kantons St. Gallen nach Abklärungen und Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 16. September 2009 einen Invaliditätsgrad von 10 % ermittelte und folglich einen Rentenanspruch verneinte,
dass das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Beschwerde des D.________ mit Entscheid vom 6. Oktober 2011 abwies,
dass D.________ Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen und beantragen lässt, unter Aufhebung des Entscheids vom 6. Oktober 2011 sei ihm eine ganze Rente von März 2004 bis September 2008 zuzüglich Verzugszins zu erstatten; eventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen an das kantonale Gericht zurückzuweisen,
dass die Vorinstanz gestützt auf das von der SUVA eingeholte Gutachten des medizinischen Abklärungsinstituts X._______ vom 31. Dezember 2006 - in welchem eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.00) diagnostiziert wurden - und die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 29. Mai 2008 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für adaptierte Hilfsarbeit festgestellt hat,
dass sich das Bundesgericht im Urteil 9C_776/2010 vom 20. Dezember 2011 E. 2.3 und 2.4 eingehend mit der unter Verweis auf einen diskriminierenden Krankheitsbegriff sowie eine mangelnde wissenschaftliche Abstützung an BGE 130 V 352 und 131 V 49 geübten Kritik auseinandersetzte und mit Blick auf die rechtliche Natur des Kriterienkatalogs keinen Anlass für eine Änderung der gefestigten Rechtsprechung (vgl. auch BGE 137 V 64; 136 V 279) sah,
dass der Überwindbarkeit des Leidens in zeitlicher Hinsicht mit dem Wartejahr (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b resp. Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG in der seit 1. Januar 2008 resp. bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung) Rechnung getragen wird und darüber hinaus kein Anlass für eine Relativierung der Rechtsprechung besteht,

dass für die ausnahmsweise Annahme einer invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit daher nicht gescheiterte Arbeitsversuche und Willensanstrengungen, sondern die Kriterien gemäss BGE 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354 f. massgeblich sind und die Vorinstanz diesbezüglich festgestellt hat, die depressive Störung sei nicht von erheblicher Schwere, Intensität und Dauer, ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens sowie ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf beständen nicht und die therapeutischen Bemühungen seien bis September 2008 nicht als objektiv aussichtslos aufgegeben worden,
dass diese Feststellungen insbesondere im Licht des Verlaufsberichts des Dr. med. H.________ vom 8. Februar 2008 nicht offensichtlich unrichtig sind (vgl. Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG) und - abgesehen vom Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung - Anhaltspunkte für das Vorliegen anderer Morbiditätskriterien fehlen (vgl. zur antizipierenden Beweiswürdigung BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69; 136 I 229 E. 5.3 S. 236), weshalb das kantonale Gericht zu Recht nicht die Arbeitsfähigkeitsschätzung aus dem Gutachten des medizinischen Abklärungsinstituts X.________ übernommen hat (vgl. BGE 136 V 279 E. 3.3 S. 284; 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355 f.),
dass die vorinstanzliche Feststellung betreffend die Arbeitsfähigkeit daher - auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Beschwerdeführer zwei Unfälle erlitt - nicht auf einer Rechtsverletzung beruht oder offensichtlich unrichtig ist, weshalb sie für das Bundesgericht verbindlich bleibt (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG),
dass selbst bei Berücksichtigung eines Abzugs vom vorinstanzlich ermittelten Invalideneinkommen in Höhe von 25 % (vgl. BGE 126 V 75; 134 V 322 E. 5.2 S. 327 f.) ein nicht rentenbegründender (vgl. Art. 28 IVG) Invaliditätsgrad von höchstens 32 % resultieren würde,
dass die Invaliditätsbemessung im Übrigen nicht angefochten wird, weshalb das kantonale Gericht die Abweisung des Rentenbegehrens zu Recht bestätigt hat,
dass die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG erledigt wird,
dass der Beschwerdeführer als unterliegende Partei die Gerichtskosten zu tragen hat (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG),
erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 6. März 2012
Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Meyer

Die Gerichtsschreiberin: Dormann

Schlagwörter

disability insurancepension entitlementwork capacitysomatoform pain disorderdepressive disorderanticipated evidence assessmentinvalidity degreecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the claimant was entitled to a disability pension for March 2004 to September 2008

Extrahierter Entscheid

No entitlement to a pension was shown; the assessed disability degree remained non-rentable.

Extrahierte Begründung

The Federal Court upheld the binding factual finding that the claimant had workable capacity in adapted light work. The criteria for an exceptional invalidating inability were not met, and even with a 25% deduction from invalid income the disability degree would only reach 32%.

Kernrechtsfrage

Whether the case had to be remitted for further medical findings

Extrahierter Entscheid

No remittal was required.

Extrahierte Begründung

The cantonal court could reasonably rely on the available medical record and, using anticipatory appraisal, no further evidence was necessary because the existing findings were not manifestly incorrect.

Kernrechtsfrage

Who bears the court costs

Extrahierter Entscheid

The losing claimant had to pay the federal court costs.

Extrahierte Begründung

Under the general cost rule, the unsuccessful party bears the costs.

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