Tabular income deduction in disability assessment upheld

9C_677/2008Bundesgericht / III. öffentlich-rechtliche Abteilung30.09.2008Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dismissed the IV office's public-law appeal against a cantonal judgment awarding the insured person a quarter disability pension from 1 June 2005. The appellant challenged only the 25% deduction from the statistical wage used to calculate invalid income. The Court held that the cantonal court had not exceeded its discretion, even if some factors had already been accounted for elsewhere in the assessment, because the insured person's age and short remaining work activity supported the deduction. The IV office was ordered to pay the court costs of CHF 500.

Omnilex-Regeste

Art. 28 Abs. 2 IVG; Art. 16 ATSG; tabular wage deduction in disability assessment: the determination of the deduction from statistical earnings is a discretionary assessment. Federal review is limited to cases of excess, abuse or underuse of discretion and, where factual findings are challenged, to manifest inaccuracy within the meaning of the BGG. Circumstances already considered in the comparison of incomes or in the assessment of work capacity may not be duplicated as separate deduction factors; nevertheless, a deduction is not unlawful if the overall assessment remains supportable in light of the relevant residual factors, in particular age and limited remaining occupational duration (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
9C_677/2008

Urteil vom 30. September 2008
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Bundesrichter Kernen, Seiler,
Gerichtsschreiber Fessler.

Parteien
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, 9016 St. Gallen, Beschwerdeführerin,

gegen

N.________, Beschwerdegegner.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Juli 2008.

In Erwägung,
dass das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 31. Juli 2008 N.________ eine Viertelsrente der Invalidenversicherung ab 1. Juni 2005 zusprach und die IV-Stelle des Kantons St. Gallen anwies, die geschuldeten Leistungen festzusetzen und auszurichten,
dass die IV-Stelle dagegen Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erhoben hat,
dass das kantonale Gericht durch Einkommensvergleich (Art. 28 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG; BGE 128 V 29 E. 1 S. 30) einen Invaliditätsgrad von 40 % ermittelt hat, wobei es beim Invalideneinkommen einen Abzug vom Tabellenlohn im Sinne von BGE 126 V 75 von 25 % vorgenommen hat,
dass die Beschwerde führende IV-Stelle die vorinstanzliche Invaliditätsbemessung einzig in Bezug auf die Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn bestreitet und diesbezüglich eine Verletzung von Bundesrecht (Art. 95 lit. a BGG) sowie eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung (Art. 97 Abs. 1 BGG, Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG) rügt,
dass es bei der Höhe des (hier grundsätzlich angezeigten) Abzugs vom Tabellenlohn um eine typische Ermessensfrage geht, deren Beantwortung nur bei Ermessensüberschreitung, -missbrauch oder -unterschreitung (vgl. dazu Urteil I 793/06 vom 4. Oktober 2007 E. 2.3 [publ. in Plädoyer 2008/1 S. 69]) letztinstanzlicher Korrektur zugänglich ist (BGE 132 V 393 E. 3.3 in fine S. 399; Urteil 9C_469/2008 vom 18. August 2008 E. 5.1),
dass die Vorinstanz zwar bei der Festsetzung des Abzuges vom Tabellenlohn auch Umstände in Anschlag gebracht hat, welche bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen (schlechte Deutschkenntnisse; AHI 1999 S. 238 E. 1; Urteil 9C_504/2008 vom 29. Juli 2008 E. 1) und bei der Umschreibung der Arbeitsfähigkeit (erhöhter Pausenbedarf, vermehrte Müdigkeit, beeinträchtigte Konzentrationsfähigkeit, eingeschränkte Regenerationsfähigkeit; Bericht vom 29. November 2006 über die psychiatrische Abklärung im Rahmen der MEDAS-Begutachtung) berücksichtigt wurden,
dass dies an sich unzulässig ist (BGE 134 V 322 E. 5.2 und 6.2 S. 327 ff.), im vorliegenden Fall jedoch entgegen der Auffassung der IV-Stelle die vorinstanzliche Ermessensausübung insbesondere mit Blick auf das Alter des Versicherten (63 Jahre bei Verfügungserlass) und die kurze Aktivitätsdauer nicht als missbräuchlich oder willkürlich erscheinen lässt,
dass die IV-Stelle als unterliegende Partei die Gerichtskosten zu tragen hat (Art. 66 Abs. 1 BGG),

erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der IV-Stelle des Kantons St. Gallen auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen, der Ostschweizerischen AHV-Ausgleichskasse für Handel und Industrie und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 30. September 2008

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Meyer Fessler

Schlagwörter

disability insuranceincome comparisonstatistical wage deductionadministrative discretionarbitrarinesscourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the 25% deduction from the statistical wage in the disability income assessment was unlawful or arbitrary

Extrahierter Entscheid

The deduction was within the court's discretion and was not shown to be abusive, arbitrary, or a violation of federal law.

Extrahierte Begründung

Although some factors used for the deduction had already been considered in income parallelization and in assessing work capacity, the remaining circumstances, especially the insured person's age and short remaining activity period, justified the cantonal court's discretionary assessment.

Kernrechtsfrage

Who bears the court costs of the federal proceedings

Extrahierter Entscheid

The losing IV office must bear the court costs.

Extrahierte Begründung

As the appellant was unsuccessful, costs are imposed on it under the Federal Supreme Court Act.

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