Invalidity pension denied; medical evidence upheld

9C_646/2011Bundesgericht / III. öffentlich-rechtliche Abteilung04.11.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The insured person, previously entitled to a disability pension until 2003, sought benefits again in 2008. The IV office denied the claim, and the cantonal insurance court upheld that decision. On appeal, the Federal Supreme Court held that the medical report from Spital X was still fully probative and that later material concerning an Ehlers-Danlos syndrome type III did not undermine the finding of full work capacity for light, alternating work. The remaining invalidity calculation was not challenged. The appeal was dismissed in simplified proceedings, and CHF 500 in court costs were imposed on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG; Art. 99 Abs. 1 BGG; Art. 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG; Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG: Appellate review of medical evidence and factual findings in disability insurance. The Federal Supreme Court is bound by the cantonal court’s factual assessment unless it is manifestly incorrect or based on a legal error. A later medical statement does not diminish the probative value of an earlier expert report if it does not materially contradict it; a diagnosis by itself does not necessarily establish a higher incapacity. Facts and evidence submitted too late are inadmissible under Art. 99 Abs. 1 BGG. Where the invalidity calculation is not challenged, no ex officio review is required. An obviously unfounded appeal may be dismissed in simplified procedure; court costs follow the losing party.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
9C_646/2011

Urteil vom 4. November 2011
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Bundesrichter Borella, Bundesrichterin Pfiffner Rauber,
Gerichtsschreiberin Dormann.

Verfahrensbeteiligte
L.________,
vertreten durch Rechtsanwältin Veronica Hälg-Büchi,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen,
Brauerstrasse 54, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (Invalidenrente),

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 20. Juli 2011.

In Erwägung,
dass L.________ vom 1. Juli 2001 bis 30. September 2003 eine Invalidenrente bezog, ein weiteres Leistungsgesuch jedoch mit Verfügung vom 11. August 2005 und Einspracheentscheid vom 10. Oktober 2005 abgewiesen wurde,
dass sich L.________ im Dezember 2008 erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete und die IV-Stelle des Kantons St. Gallen nach Abklärungen und Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 29. Juni 2009 einen Rentenanspruch verneinte,
dass das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Beschwerde der L.________ mit Entscheid vom 20. Juli 2011 abwies,
dass L.________ Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen und beantragen lässt, unter Aufhebung des Entscheids vom 20. Juli 2011 sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei vor Erlass eines Entscheides betreffend IV-Leistungen eine medizinische Abklärung unter gebührender Beachtung des Hypermobilitätssyndroms anzuordnen,
dass die Vorinstanz gestützt auf den Bericht des Spitals X.________, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, vom 10. Februar 2009 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit festgestellt hat,
dass die Vorinstanz nachvollziehbar dargelegt hat, weshalb das Schreiben des Spitals Y.________ vom 6. November 2009 resp. das Vorliegen eines Ehlers-Danlos-Syndroms Typ III die Beweiskraft (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) des Berichts des Spitals X.________ nicht schmälert, weiter diese Auffassung durch den - ohnehin verspätet eingereichten und daher unzulässigen (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG) - Bericht des Spitals Y.________ vom 2. Oktober 2009 nicht widerlegt, sondern eher bestätigt wird und schliesslich allein aus der Diagnose eines Ehlers-Danlos-Syndroms Typ III nicht zwingend auf eine höhere als die vom Spital X.________ attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu schliessen ist,
dass die vorinstanzliche Beweiswürdigung und Sachverhaltsfeststellung (zur Qualifikation als Tatfrage vgl. Urteil 9C_438/2011 vom 24. Oktober 2011 E. 3.1) nicht offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung beruht, weshalb sie für das Bundesgericht verbindlich bleibt (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG),
dass die Invaliditätsbemessung im Übrigen nicht angefochten wird, diesbezüglich kein Anlass für eine Prüfung von Amtes wegen besteht (BGE 125 V 413 E. 1b und 2c S. 415 ff.; BGE 110 E. 4a S. 53) und folglich das kantonale Gericht die Abweisung des Rentenbegehrens zu Recht bestätigt hat,
dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist und daher im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG erledigt wird,
dass die Beschwerdeführerin als unterliegende Partei die Gerichtskosten zu tragen hat (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG),

erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 4. November 2011
Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Meyer

Die Gerichtsschreiberin: Dormann

Schlagwörter

invalidity pensionmedical evidencework capacityprobative valuelate submissionsimplified procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the denial of an invalidity pension should be overturned due to insufficient medical assessment of the hypermobility/Ehlers-Danlos condition.

Extrahierter Entscheid

No. The cantonal court could rely on the Spital X report finding full capacity for light, alternating work; later evidence did not undermine that assessment.

Extrahierte Begründung

The challenged medical report remained probative. The later letter and report from Spital Y did not diminish its evidentiary value, were partly filed too late, and the diagnosis alone did not compel a greater work incapacity.

Kernrechtsfrage

Whether the appellate court had to review the invalidity calculation ex officio.

Extrahierter Entscheid

No. The invalidity assessment was not challenged and there was no reason for ex officio review.

Extrahierte Begründung

Only the work-capacity finding was disputed; the remaining pension calculation was therefore left untouched.

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