Non-entry on appeal; costs imposed for frivolous filing

9C_635/2011Bundesgericht / III. öffentlich-rechtliche Abteilung15.09.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court did not enter into the appeal against the cantonal refusal of legal aid in a health-insurance case. The appellant’s request for additional time to gather funds for the cost advance fell outside the scope of the challenged decision. In any event, the appeal would not have satisfied the federal pleading requirements, because it did not adequately address the findings that the remedy was hopeless and that a cost advance could be required due to frivolous litigation. Court costs of CHF 200 were imposed on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 93 Abs. 1 lit. a, Art. 42 Abs. 1 and 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 108 Abs. 1 lit. a and b BGG; non-entry on appeal for lack of a reviewable subject matter and insufficient reasoning. An appeal is manifestly inadmissible where the appellant does not challenge the operative part of the lower-court decision but seeks only an ancillary time extension beyond the dispute defined by that decision. In the alternative, a filing fails to satisfy the federal substantiation requirements if it does not explain in a legally reasoned manner why the finding of lack of prospects and the order for an advance on costs are erroneous. Bare allegations of arbitrariness or discrimination do not meet the strict requirements of a constitutional complaint. Costs may be imposed on the appellant notwithstanding non-entry.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
9C_635/2011

Urteil vom 15. September 2011
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Gerichtsschreiber Traub.

Verfahrensbeteiligte
B.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

ASSURA Kranken- und Unfallversicherung, Case postale 7, 1052 Le Mont-sur-Lausanne,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Krankenversicherung,

Beschwerde gegen den Beschluss des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 7. Juli 2011.

Nach Einsicht
in die Beschwerde vom 1. September 2011 gegen den Beschluss des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 7. Juli 2011 betreffend unentgeltliche Prozessführung,

in Erwägung,
dass ein Zwischenentscheid des kantonalen Gerichts, mit welchem die unentgeltliche Prozessführung verweigert wird, in der Regel einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirkt, jedenfalls wenn nicht nur die unentgeltliche Rechtspflege abgelehnt, sondern, wie hier der Fall, zugleich auch die Anhandnahme des Rechtsmittels von der Bezahlung eines Kostenvorschusses durch die gesuchstellende Partei (hier infolge mutwilliger Beschwerdeführung) abhängig gemacht wird (Urteile 9C_286/2009 vom 28. Mai 2009 E. 1 und 2D_1/2007 vom 2. April 2007 E. 2.1 und 3.2),
dass die Beschwerde unter diesem Gesichtspunkt zulässig ist (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG),
dass die Beschwerdeführerin indessen die Anordnung der Kostenpflichtigkeit als solche anerkennt und darum ersucht, es sei ihr eine angemessene Frist von zwei Monaten einzuräumen, um "die Mittel für den Kostenvorschuss (...) für diese Angelegenheit zu budgetieren",
dass dieses Begehren zweifellos ausserhalb des (durch das Dispositiv des vorinstanzlichen Entscheids bestimmten) massgebenden Verfahrensgegenstandes liegt, über den allein geurteilt werden könnte,
dass die Beschwerde daher offensichtlich unzulässig ist,
dass des Weiteren die Beschwerde den Mindestanforderungen des Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG nicht genügen würde (dazu BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 245; 131 II 449 E. 1.3 S. 452), wenn davon auszugehen wäre, die Beschwerdeführerin fechte die Ablehnung der unentgeltlichen Prozessführung als solche an,
dass diesfalls nämlich den Ausführungen nicht entnommen werden könnte, inwiefern das vorinstanzliche Erkenntnis, das Rechtsmittel sei aussichtslos und es sei (in Abweichung von der Regel der Kostenlosigkeit; Art. 1 KVG und Art. 61 lit. a ATSG) ein Kostenvorschuss wegen mutwilliger Beschwerdeführung zu erheben, rechtsfehlerhaft (Art. 95 BGG) sein soll,
dass insbesondere das Vorbringen, der angefochtene Entscheid sei willkürlich und diskriminierend (vgl. Art. 9 und 8 Abs. 2 BV), den qualifizierten Begründungsanforderungen für eine Verfassungsrüge nach Art. 106 Abs. 2 BGG offensichtlich nicht genügte,
dass aus den genannten Gründen im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a und lit. b BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten ist,
dass die Beschwerdeführerin nach Art. 66 Abs. 1 und 3 BGG kostenpflichtig wird (vgl. Urteil 9C_277+278+279/2011 vom 21. April 2011),

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 200.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 15. September 2011

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Meyer

Der Gerichtsschreiber: Traub

Schlagwörter

legal aidcost advanceinadmissibilityreasoned appealconstitutional complaintfrivolous litigation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal could be entered into despite the appellant challenging only the deadline for paying the cost advance

Extrahierter Entscheid

No; the requested extension lay outside the scope of the cantonal decision and was not a reviewable object of the appeal.

Extrahierte Begründung

The appellant acknowledged the cost-advance obligation and sought only time to budget funds. That request concerned a matter beyond the operative part of the lower court decision, so the appeal was manifestly inadmissible.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal met the minimum federal pleading requirements if construed as challenging the refusal of legal aid

Extrahierter Entscheid

No; the submissions did not show why the lower court erred in finding the appeal hopeless and in ordering a cost advance due to frivolous litigation.

Extrahierte Begründung

The statement of appeal contained no legally sufficient reasoning under Art. 42 BGG and no properly substantiated constitutional complaint under Art. 106(2) BGG.

Kernrechtsfrage

Who bears the costs of the federal proceedings

Extrahierter Entscheid

The appellant must bear the court costs.

Extrahierte Begründung

As the appeal was not entered into, costs were imposed under Art. 66 BGG.

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