Non-entry on AHV employer-liability appeal below threshold

9C_391/2011Bundesgericht / III. öffentlich-rechtliche Abteilung10.06.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that an appeal concerning employer liability for unpaid AHV contributions of CHF 14,700.15 was inadmissible because the amount in dispute did not reach the CHF 30,000 threshold required under Art. 85 BGG, and no fundamental legal question was raised. The filing also failed as a subsidiary constitutional complaint because the allegation of a hearing violation was not substantiated with the required qualified reasoning. The Court therefore did not enter into the matter and waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 85 Abs. 1 lit. a, Abs. 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. a und b, Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 117 BGG; Arbeitgeberhaftung nach Art. 52 AHVG. Streitigkeiten aus Art. 52 AHVG haben staatshaftungsrechtlichen Charakter. Für die Zulässigkeit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gilt bei fehlender Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung der Streitwert von mindestens CHF 30'000.--. Wird dieser Betrag nicht erreicht, ist auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten. Eine subsidiäre Verfassungsbeschwerde setzt eine hinreichend begründete Rüge nach Art. 106 Abs. 2 BGG voraus; blosse pauschale Hinweise auf eine Gehörsverletzung genügen nicht. Bei offensichtlicher Unzulässigkeit kann im vereinfachten Verfahren entschieden werden; Gerichtskosten können ausnahmsweise erlassen werden.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
9C_391/2011

Urteil vom 10. Juni 2011
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Gerichtsschreiber Schmutz.

Verfahrensbeteiligte
M.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Robert P. Gehring,
Beschwerdeführer,

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Thurgau, St. Gallerstrasse 13, 8501 Frauenfeld,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Alters- und Hinterlassenenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau
vom 30. März 2011.

Nach Einsicht
in die von M.________ erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 16. Mai 2011 gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 30. März 2011 betreffend Haftung wegen nicht bezahlter Sozialversicherungsbeiträge (Art. 52 AHVG) in der Höhe von Fr. 14'700.15,

in Erwägung,
dass das Bundesgericht mit BGE 137 V 51 entschieden hat, dass Streitigkeiten aus Art. 52 AHVG (Arbeitgeberhaftung) staatshaftungsrechtlichen Charakter haben und demzufolge unter Art. 85 Abs. 1 lit. a BGG fallen,
dass, wenn sich, wie hier der Fall, keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung (Art. 85 Abs. 2 BGG) stellt, die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten somit nur noch zulässig ist, wenn der Streitwert mindestens Fr. 30'000.- beträgt,
dass diese Grenze mit dem noch streitigen Betrag von Fr. 14'700.15 unterschritten wird, weshalb auf die offensichtlich unzulässige Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG nicht einzutreten ist,
dass in der Beschwerde zwar die Rüge einer Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) erhoben wird, die dazu erforderliche qualifizierte Begründung (Art. 106 Abs. 2 BGG) aber unter Berücksichtigung aller Vorbringen klar nicht vorliegt,
dass die Eingabe somit auch als subsidiäre Verfassungsbeschwerde offensichtlich unzulässig ist (Art. 108 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 und Art. 117 BGG),
dass umständehalber keine Gerichtskosten zu erheben sind (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG),

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 10. Juni 2011
Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Meyer Schmutz

Schlagwörter

social insuranceAHVemployer liabilityvalue in disputeadmissibilityconstitutional complainthearing rightscourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Admissibility of the public-law appeal in an Art. 52 AHVG employer-liability dispute below the statutory value threshold

Extrahierter Entscheid

The appeal is inadmissible because the remaining amount in dispute is below CHF 30,000 and no legal question of fundamental importance is shown.

Extrahierte Begründung

Such disputes fall under state-liability rules and, absent a fundamental legal question, public-law review requires a minimum value in dispute of CHF 30,000; this threshold is not met.

Kernrechtsfrage

Admissibility of the submission as subsidiary constitutional appeal

Extrahierter Entscheid

The filing is also manifestly inadmissible as a subsidiary constitutional appeal because the required qualified reasoning of the constitutional complaint is lacking.

Extrahierte Begründung

A mere invocation of a violation of the right to be heard does not satisfy the strict reasoning requirements under the Federal Supreme Court Act.

Kernrechtsfrage

Court costs

Extrahierter Entscheid

No court costs are charged.

Extrahierte Begründung

The circumstances justify waiving court costs.

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