Non-payment of advance on costs leads to non-entry in social insurance appeal

9C_229/2010Bundesgericht / III. öffentlich-rechtliche Abteilung27.05.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The company appealed a cantonal social insurance decision to the Federal Supreme Court but failed to pay the court advance even after a final non-extendable deadline. The court held that no further extension could be expected absent special unforeseeable reasons, which were not shown. It also found the appeal insufficiently reasoned. The court therefore issued a simplified non-entry decision and waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 63 Abs. 2, Art. 48 Abs. 4, Art. 42 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. a and b BGG; non-payment of the advance on costs and deficient reasoning as grounds for non-entry. Where the appellant is granted a final non-extendable grace period for payment of the advance on costs, a further extension is excluded absent particularly compelling, unforeseeable and specifically substantiated impediments. If the advance remains unpaid, the appeal is inadmissible. Independently, the appeal must satisfy the minimum reasoning requirements of Art. 42 Abs. 2 BGG; failure to do so justifies simplified non-entry proceedings under Art. 108 Abs. 1 BGG. Court costs may be waived exceptionally under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
9C_229/2010

Urteil vom 27. Mai 2010
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Gerichtsschreiberin Bollinger Hammerle.

Verfahrensbeteiligte
Firma X.________ AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

Ausgleichskasse Hotela, rue de la Gare 18, 1820 Montreux,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Alters- und Hinterlassenenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 18. Januar 2010.

Nach Einsicht
in die Beschwerde vom 11. März 2010 (Poststempel) gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 18. Januar 2010,
in die Verfügung vom 15. März 2010, mit welcher die Firma X.________ AG zur Bezahlung eines Kostenvorschusses bis spätestens 14. April 2010 aufgefordert wurde,
in das am 14. April 2010 von der Firma X.________ AG eingereichte Gesuch um Verlängerung der Zahlungsfrist um 30 Tage,
in die Verfügung vom 15. April 2010, mit welcher der Firma X.________ AG eine Fristverlängerung bis zum 26. April 2010 gewährt wurde,
in das neuerliche Fristerstreckungsgesuch der Firma X.________ AG vom 26. April 2010, mit welchem sie um Aufschub der Zahlungsfrist bis 31. Mai 2010 ersuchte,
in die Verfügung vom 28. April 2010, mit welcher die Firma X.________ AG zur Bezahlung eines Kostenvorschusses innert einer nicht erstreckbaren Nachfrist bis zum 7. Mai 2010 verpflichtet wurde, ansonsten auf das Rechtsmittel nicht eingetreten werde,

in Erwägung,
dass die Beschwerdeführerin den Vorschuss auch innerhalb der Nachfrist nicht geleistet und stattdessen mit Schreiben vom 7. Mai 2010 ihr Begehren um Fristverlängerung (bis 31. Mai 2010) wiederholt hat,
dass der Beschwerdeführerin nicht bloss, wie vom Gesetz vorgeschrieben (Art. 63 Abs. 2 BGG), eine Nachfrist angesetzt worden, sondern diese mit Verfügung vom 28. April 2010 noch einmal erstreckt worden ist unter ausdrücklichem Hinweis darauf, dass es sich um eine nicht erstreckbare Nachfrist handelt,
dass die Beschwerdeführerin demnach mit einer weiteren Fristerstreckung nicht rechnen konnte, vorbehältlich ganz besonderer, nicht voraussehbarer und spezifisch darzulegender Hinderungsgründe, wovon in Anbetracht der vorgebrachten Argumente (kurze Frist; Bezahlung eines anderweitigen Kostenvorschusses) nicht die Rede sein kann, zumal die Beschwerdeführerin seit 23. März 2010 um die Kostenvorschusspflicht wusste, womit ihr 45 Tage zu deren Erfüllung zur Verfügung standen,
dass die Beschwerdeführerin demnach den Vorschuss gemäss Art. 48 Abs. 4 BGG nicht geleistet hat, was ohne weiteres die Unzulässigkeit der Beschwerde nach sich zieht,
dass die Beschwerde zudem offensichtlich keine hinreichende, den Anforderungen des Art. 42 Abs. 2 erster Satz BGG (BGE 134 II 244 E. 2 S. 245) genügende Begründung enthält,
dass deshalb in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten ist (Art. 62 Abs. 3 BGG),
dass umständehalber auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 27. Mai 2010

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Meyer Bollinger Hammerle

Schlagwörter

advance on costsnon-entryappeal admissibilityreasoning requirementsdeadline extensionsocial insurancecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal could be entered into despite non-payment of the court advance within the final deadline.

Extrahierter Entscheid

No. The advance was not paid within the non-extendable grace period, so the appeal was inadmissible.

Extrahierte Begründung

The appellant had long known of the advance-payment duty and had been granted extensions. No special unforeseeable grounds justified a further extension; under the Federal Supreme Court Act, failure to pay the advance leads to inadmissibility.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal met the minimum reasoning requirements.

Extrahierter Entscheid

No. The appeal manifestly lacked sufficient reasoning under the Federal Supreme Court Act.

Extrahierte Begründung

The filing did not satisfy the statutory requirement of an adequate reasoned submission, providing an additional ground for non-entry in simplified proceedings.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged.

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed due to the circumstances.

Extrahierte Begründung

The court expressly waived the collection of judicial costs.

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