Dental treatment after accident qualifies under accident insurance

8C_890/2008Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung15.06.2009Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

Helsana challenged a cantonal judgment requiring it to cover CHF 105.40 for dental treatment after a rowing accident on Lake B. The Federal Court held that the insurer's appeal was admissible despite the low amount in dispute, because the decision whether to rely on the de minimis principle lay with the insurer. On the merits, the court was bound by the factual findings that the insured had been struck by an unexpectedly arising storm and wave, and agreed that this was an unusual external factor under Art. 4 ATSG. The appeal was dismissed and court costs were charged to Helsana.

Omnilex-Regeste

Art. 4 ATSG; accident concept and unusual external factor; Art. 97 Abs. 2 and Art. 105 Abs. 3 BGG; binding effect of factual findings in social insurance matters concerning non-monetary benefits; Art. 85 Abs. 1 BGG e contrario; low amount in dispute does not bar a carrier's appeal where the appellant itself may decide whether to invoke minima non curat praetor; Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG; costs follow the outcome. An accident exists where an insured person is unexpectedly exposed to a sudden, unusual external force that causes bodily injury; the assessment of unusualness is a legal qualification of the established facts. When the benefit in dispute is a service in kind and not a money benefit, the Federal Court is bound by the cantonal findings of fact, save in the limits provided by the BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_890/2008

Urteil vom 15. Juni 2009
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Leuzinger, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiber Holzer.

Parteien
Helsana Versicherungen AG, Versicherungsrecht, Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf,
Beschwerdeführerin,

gegen

T.________,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 20. Oktober 2008.

Nach Einsicht
in die Beschwerde der Helsana Versicherungen AG (nachstehend: Helsana) gegen den Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 20. Oktober 2008, in die Stellungnahme der T.________ und in die vorinstanzlichen Akten,

in Erwägung,
dass die Helsana die Übernahme der Zahnbehandlungskosten gemäss Rechnung vom 5. Juni 2007 im Umfang von Fr. 105.40 ablehnte, da der Gesundheitsschaden nicht auf einen Unfall im Rechtssinne zurückzuführen sei,
dass das kantonale Gericht die von T.________ hiegegen erhobene Beschwerde gutgeheissen hat,
dass auf die Beschwerde der Helsana gegen diesen Entscheid trotz des geringen Streitwertes einzutreten ist (Art. 85 Abs. 1 BGG e contrario), da der Entscheid darüber, ob er sich den Grundsatz "minima non curat praetor" (vgl. auch Urteil C 114/06 vom 17. Juli 2007 E. 3 mit Hinweis) zu eigen machen will und entsprechend gegebenenfalls von einer Beschwerdeführung absehen will, dem beschwerdeführenden Sozialversicherungsträger obliegt,
dass, da es sich bei der streitigen Leistung um eine Sach- und nicht um eine Geldleistung handelt, das Bundesgericht an die vorinstanzliche Feststellung des Sachverhaltes gebunden ist (Art 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG e contrario),
dass Art. 4 ATSG den Unfall definiert als eine plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat,
dass die Vorinstanz für das Bundesgericht verbindlich festgestellt hat, dass die Versicherte beim Rudern auf dem Lago de B.________ von einem plötzlich aufkommenden Unwetter überrascht wurde und, während sie das rettende Ufer zu erreichen suchte, ihr Doppelzweier so von einer Welle erfasst wurde, dass sie sich an den Zähnen verletzte,
dass eine solche Einwirkung in Übereinstimmung mit der Vorinstanz als ungewöhnlich zu bezeichnen ist,
dass demgemäss der Gesundheitsschaden auf einen ungewöhnlichen äussern Faktor zurückzuführen ist, und das Ereignis vom 30. März 2007 unbestrittenermassen auch die übrigen Voraussetzungen erfüllt, um als Unfall im Rechtssinne qualifiziert zu werden,
dass die Beschwerde somit abzuweisen ist und die Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG),

erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 750.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 15. Juni 2009

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Holzer

Schlagwörter

accident insuranceunusual external factordental treatmentbinding factslow amount in disputecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the incident while rowing on Lake B. constituted an accident under Art. 4 ATSG

Extrahierter Entscheid

The event was an accident: the insured was unexpectedly caught in a sudden storm and hit by a wave while trying to reach shore, which counts as an unusual external factor.

Extrahierte Begründung

The Federal Court was bound by the factual findings and agreed that the external impact was unusual; therefore the injury resulted from an unusual external factor and all accident elements were met.

Kernrechtsfrage

Whether Helsana had to cover the dental treatment costs of CHF 105.40

Extrahierter Entscheid

Yes. Because the injury qualified as an accident, the denial of coverage could not stand.

Extrahierte Begründung

Once the event was classified as an accident in the legal sense, the insured treatment costs fell within accident insurance coverage.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal should be entertained despite the low amount in dispute

Extrahierter Entscheid

Yes. The insurer, as the social insurance carrier, could decide whether to invoke the principle minima non curat praetor.

Extrahierte Begründung

The Court held that the decision whether to forgo an appeal because of the low amount lies with the appellant insurer; therefore the appeal was admissible.

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